Gewässer
Wie invasive Arten in unsere heimischen Gewässer gelangten

In wenigen Monaten beginnt der Sommer. Viele Menschen wird es auch dieses Jahr wieder an die heimischen Seen ziehen. Doch nicht jedes Gewässer erfüllt die hohen Ansprüche, die wir an unsere Badeseen haben. Verdreckt, voller Algen und abgestanden sind nur ein paar Gründe, die den Sommerspaß trüben. Auch unter der klaren Wasseroberfläche manch eines begehrten Sees spielen sich ungeahnte Ereignisse ab. Diese haben mit invasiven Tier- und Pflanzenarten zu tun, die sich immer weiter ausbreiten.

Warum invasive Arten ein Problem darstellen

Nur selten leben einheimische Pflanzen- und Tierarten mit eingeführten Arten in Harmonie. Zumeist dominiert entweder die eine oder die andere. Zudem konkurrieren sie um Ressourcen wie Lebensraum und Nahrung. Das Ökosystem ist ein ausgeklügelter Mechanismus, der von externen Einflüssen schnell gestört werden kann. Hierdurch entsteht ein Ungleichgewicht, das alles ins Schwanken bringt.
Dominiert die lokale Art, hat es die Fremde nicht leicht. Sie wird kurze Zeit später ausgerottet sein und alles kann idealerweise wie zuvor weitergehen. Ist es hingegen andersherum, übernimmt die invasive Art und die Heimische muss ums Überleben kämpfen. Das ist vor allem dann problematisch, wenn die eingeführte Pflanze oder das invasive Tier hierzulande keinen natürlichen Fressfeind hat. Sie vermehrt sich ungestört weiter, minimiert hierdurch den Lebensraum der heimischen Arten und stört das Gleichgewicht.
Das kann mehrere Auswirkungen auf unsere Umwelt haben. Vom Aussterben lokaler Arten über eine Veränderung der Landschaft bis hin zur Unterstützung des Klimawandels, das Ökosystem zu stören, war noch nie eine gute Idee. Und gerade jetzt, da sich unsere Wetterverhältnisse verändern, kann solch ein Vorgang noch beschleunigt werden.

Die Lage der Gewässer in Deutschland

Zugegebenermaßen sieht es in Deutschland nicht so schlimm aus wie in manch unseren Nachbarländern. Laut der  European  Environment  Agency gibt es hierzulande „gerade einmal“ 0,10 bis 0,25 pro 1000 km2 fremde Arten auf Land und im Wasser. Ein Grund zum Aufzuatmen stellt das hingegen nicht dar. Die Natur kennt keine vom Menschen erschaffenen Landesgrenzen. Unsere Nachbarländer wie die Schweiz, Belgien und Österreich befinden sich bereits im dunkelroten Bereich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hierzulande die Situation verschlechtert.
Gerade im Wasser fällt es den Forschern schwer, den Fortschritt invasiver Arten zu bestimmen. Weshalb es vor allem in diesem Bereich eine hohe Dunkelziffer gibt. Wer das Glas halbleer sehen möchte, der kann davon ausgehen, dass es in Deutschland bereits jetzt wesentlich schlechter aussieht als vermutet.

Wie fremde Arten in unsere Gewässer gelangten

Deutschland hat sowohl Seen, Flüsse als auch Meer. Das bedeutet, dass alle bekannten Weisen, wie fremde Arten eingeführt werden können, hierzulande zustande kommen können. Im Meer ist es vor allem die Schifffahrt. Tiere und Pflanzen aus anderen Ozeanen werden unbewusst über den Schiffsrumpf eingeführt. Natürlich werden nicht alle Arten in unseren kälteren Meeren überleben können, doch so manch eine Alge stört die Temperatur nicht.

Ähnlich gelangen auch fremde Algen, die für Aquarien genutzt werden, in unsere Seen. Wer Fische als Haustier hält, trägt eine hohe Verantwortung. Das ist nicht jedem bewusst. So manch einer setzt seinen Goldfisch oder andere Süßwasserfische einfach im See aus. Das führt nicht nur dazu, dass invasive Tier-, sondern eben auch Pflanzenarten wie Algen in unser Ökosystem eingeführt werden. Diese haften nämlich an den Aquarienfischen.
Eine weitere Möglichkeit, wie fremde Arten in unsere Gewässer gelangen, sind Kanäle. Vom Menschen errichtete Verbindungen zwischen einst separaten Flüssen, ermöglichen auch Pflanzen und Tieren neue Gebiete zu erreichen. Es gibt nun eine Verbindung vom Schwarzen Meer über Europa hinweg bis zum Rhein. Auf natürliche Weise wären diese Wasserstraßen wohl kaum entstanden.
Doch der größte Einfluss auf die Einführung invasiver Tierarten in unseren heimischen Seen und Flüssen stellt die Landwirtschaft dar. Genauer gesagt, die Haltung von Fischen und Wirbeltieren für den Verzehr. Ab und an gelangt eines dieser Tiere in die Freiheit und fühlt sich dort noch wohler als in der Zuchthaltung. Diese Fische bringen zudem auch fremdartige sowie weitere Organismen mit, die auf heimische Tierarten übertragen werden. Ihr Immunsystem ist selten auf diese ausgerichtet.

Was getan werden kann

Auf individueller Basis ist es ratsam, sich dieser Sache bewusst zu sein. Wer ein Aquarium hat oder Fische im Teich hält, muss darauf achten, dass weder Pflanzen noch Tiere in Flüsse oder Seen gelangen. Ein Aussetzen der Fische oder Pflanzen sowie eine Verbindung zwischen Teich und Fluss herzustellen sollten unbedingt vermieden werden. Entsprechend sind auch Fischereien dafür verantwortlich, weitere Maßnahmen zu ergreifen, einen Fluchtversuch ihrer Tiere zu vereiteln.
In der Schifffahrt hilft es, den Rumpf vor dem Überqueren in ein anderes Gewässer reinigen zu lassen. Das kostet Zeit und Geld. Als Konsumenten können wir darauf achten, lokale Produkte zu kaufen, die nicht mit einem Schiff gebracht werden mussten. Auf politischer Ebene muss wiederum das Bewusstsein eintreten, dass wirtschaftlicher Wohlstand auf Kosten der Natur keine langfristige Lösung ist.

Autor:

ali Murat aus Abtsteinach

Webseite von ali Murat

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