Gruseln erlaubt – Begegnung mit dem Mittelalter

Inspiriert von Dürer
Eine Reise in die Vergangenheit
Folterwerkzeuge, Kellerverliese, eine der größten Burganlagen Deutschlands, prächtige gotische Kirchen und das Dürerhaus in Nürnberg waren am letzten Septemberwochenende Gegenstand der Erkundungen von Schülern der 9. Jahrgangsstufe der Theresia-Gerhardinger-Realschule Amorbach.
Im vergangenen Schuljahr hatten die 14-jährigen Schüler mit ihrer fächerübergreifenden Projektarbeit „Amorbach und Umgebung um 1500“ beim Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ einen der Hauptpreise gewonnen: eine Übernachtung in einer bayerischen Jugendherberge für die ganze Klasse. Als Reiseziel wurde Nürnberg festgelegt. Nach Besichtigung des Schönen Brunnens standen die Lochgefängnisse auf dem Programm. Tief unten im Keller unter dem Alten Rathaus wurden gar schauerliche Geschichten über Gefangene und Hinrichtungen erzählt. Die dazugehörigen Folterinstrumente kann man immer noch betrachten. Wer wusste, dass der berühmte Künstler Veit Stoß wegen einer Urkundenfälschung gebrandmarkt wurde?
Gleich um die Ecke in der Lorenzkirche hängt sein berühmtes Werk „Der Englische Gruß“, die Darstellung der Verkündigung Mariä. Eine protestantische Kirche, in der die Meisterwerke aus der katholischen Zeit erhalten sind, ist ein Beweis für religiöse Toleranz und Wertschätzung der Kunst in der Reichsstadt Nürnberg.
Beeindruckend auch das Dürerhaus. Agnes Dürer ließ die Schüler an ihrem Leben mit dem Maler Albrecht Dürer teilnehmen. Sie erzählte Anekdoten aus dem Leben des Ehepaares und erklärte einige berühmte Werke und ihre Entstehungsgeschichte. 
In der Kaiserburg, wo sich auch die Jugendherberge befindet, ist vor allem die romanische Doppelkapelle sehenswert. Viel Wissenswertes erfährt man dort  über die Zeit des mittelalterlichen Kaisertums.
Auch die Straße der Menschenrechte war einen Besuch wert. Hier hat der israelische Künstler Dani Karavan die Menschenrechtsartikel der UNO auf 30 Säulen eingraviert.
Die dunklen Seiten der neueren Geschichte des 20. Jahrhunderts, wie die Reichsparteitage und die Nürnberger Prozesse, lohnen sicherlich eine weitere Reise.
Alles in allem ein gelungenes Wochenende und eine schöne Belohnung für die geleistete Arbeit.
Brigitte Hartung Bretz und Hannelore Roth
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