Polizeibericht vom 03.06.2020
Raum Aschaffenburg | Enkeltrick - Letzte Hürde Geldinstitut

Pressebericht des PP Unterfranken vom 03.06.2020

LKR. ASCHAFFENBURG. Bislang unbekannten Tätern gelang es am Dienstagvormittag mit dem sogenannten „Enkeltrick“ eine Seniorin um ihr Erspartes zu bringen. In einem weiteren Fall konnten Bankangestellte einen derartigen Betrug verhindern. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen und warnt vor derartigen Betrugsversuchen.

Bereits gegen 09:30 Uhr meldete sich ein bislang unbekannter Täter telefonisch bei einer 65-jährigen Seniorin aus Mömbris und gab sich als deren Neffe aus. Mit geschickter Gesprächsführung gelang es dem Unbekannten die Dame dazu zu bringen, ihrem vermeintlichen Verwandten finanziell unter die Arme zu greifen. Sie fuhr daher im Anschluss an das Telefonat zur Bank, ließ sich mehrere 10.000 Euro auszahlen und begab sich daraufhin, wie verabredet, nach Frankfurt am Main. Dort übergab die Geschädigte den Umschlag mit dem Bargeld einer ihr unbekannten Frau.

Wenige Stunden später kam zu einem weiteren Anruf eines Unbekannten bei einem Ehepaar in Obernburg. Man wolle dem Großneffen eine Wohnung kaufen und würde hierfür dringend 30.000 Euro Bargeld benötigen. Auch hier ließen sich die 83 und 84 Jahre alten Senioren täuschen und wollten einen fünfstelligen Bargeldbetrag von der Bank holen. Einer Bankangestellten kamen allerdings Zweifel bei der Geschichte und sie verständigte die Polizei. Dank der umsichtigen Mitarbeiterin wurde das Paar nicht um das Ersparte gebracht.

Die sogenannten Callcenter-Betrüger gehen stets äußerst geschickt und teils psychologisch geschult vor. Sehr häufig gelingt es ihnen daher auch, selbst Menschen, die im Vorfeld davon überzeugt waren niemals auf derartige Betrugsmaschen hereinzufallen, hinters Licht zu führen. Die Geldinstitute, bei denen die Geschädigten letztlich hohe Bargeldbeträge zur Übergabe abheben, sind die letzte Instanz, die zwischen den Tätern und deren Opfern stehen. Umsichtigen Angestellten gelang es bereits häufiger, durch das Gespräch mit den Kunden, Betrugsversuche aufzudecken und erheblichen finanziellen Schaden abzuwenden. Die Kriminalpolizei Aschaffenburg bittet deshalb auch weiterhin Mitarbeiter von Geldinstituten, sensibel und skeptisch, vor allem bei größeren Abhebungen zu reagieren und im Zweifel die Polizei zu verständigen.

Die Kriminalpolizei Würzburg übernahm die Ermittlungen in beiden Fällen und warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. In diesem Zusammenhang rät das Polizeipräsidium Unterfranken weiterhin:
• Gehen Sie keinesfalls auf entsprechende Forderungen ein!
• Geben Sie am Telefon keinerlei Auskünfte über Ihre finanziellen Verhältnisse!
• Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an fremde Personen, auch wenn Sie sich als angebliche Freunde ihrer Verwandten ausgeben!
• Deponieren Sie auf Weisung kein Geld oder Wertsachen außerhalb Ihres Wohnhauses!
• Informieren Sie bitte insbesondere ältere Personen in Ihrem Bekannten- oder Verwandtenkreis und in Ihrer Nachbarschaft!
• Informieren Sie bei verdächtigen Anrufen unverzüglich die Polizei über Notruf 110!

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