Polizeibericht
Unterfranken | Anlagebetrug mit Kryptowährungen - Opfer um mehrere hunderttausend Euro betrogen - die Polizei warnt

Ein Anleger aus dem Raum Aschaffenburg wurde über eine trickreiche Betrugsmasche von Anlagebetrügern aus dem Ausland um mehrere hunderttausend Euro gebracht. Die Betrugsmasche ist zwar bekannt, jedoch weiterhin erfolgreich. Die unterfränkische Polizei warnt daher vor unseriösen Angeboten mit hohen Renditen im Internet und angeblichen „Helfern in der Not“.

Ein 67-jähriger Mann, aus dem Raum Aschaffenburg, ist einer gleichermaßen wirkungsvollen wie perfiden Vorgehensweise von Anlagebetrügern aufgesessen. Die Täter haben ihr Wirkungsfeld im Internet und sind dabei auf angeblich hohe Renditen im Zusammenhang mit hochspekulativen Derivaten und Kryptowährungen, wie z.B. Bitcoin, spezialisiert. Der Geschädigte hatte bereits im Jahr 2018 mehrere zehntausend Euro an eine Online-Handelsplattform in der Hoffnung überwiesen, größere Gewinne durch steigende Kurszuwächse bei Kryptowährungen zu erzielen. Als er sich die vermeintlichen Überschüsse auszahlen lassen wollte, wurde er seitens der unbekannten Täter wiederkehrend und unter stets neuen Ausflüchten vertröstet, dass dies nicht möglich sei.

Während das Opfer den investierten Betrag geistig bereits fast schon verloren geglaubt hatte, meldeten sich die Betrüger Ende 2020 erneut telefonisch bei dem Geschädigten und gaben vor einem „regierungsnahen Unternehmen“ anzugehören. Dieses Unternehmen würde in europaweiter Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften den Geschädigten solcher unseriöser Plattformen helfen, wieder an ihr Geld zu gelangen. Die Vorgehensweise klang für das Opfer glaubhaft - nicht zuletzt, da seitens der Täter detailreiche Erklärungen hierfür vorgetäuscht wurden. So sollte der Mann beispielsweise weitere sog. Wallets, also Konten für Kryptowährungen, eröffnen und mit bestimmten Geldbeträgen befüllen. Die angeblichen Gründe hierfür lägen darin, dass sonst der Verdacht der Geldwäsche aufkommen könnte - so die Betrüger zu dem Geschädigten. Zudem hatten sich die Internetkriminellen per Fernwartungsprogrammen Zugriff auf den Rechner des Geschädigten erschlichen, indem sie vorgaben bei den komplexen Buchungen und Vorgängen helfen zu wollen. Dadurch hatten sie so nun die Möglichkeit verschiedenste Transaktionen durchzuführen. Auf diese Weise erbeuteten die Täter über einen Zeitraum bis ins Jahr 2021 mehrere hunderttausend Euro bei ihrem Opfer.

Den Betrug erkannt, suchte sich der Betrogene anwaltlichen Rat und erstattete schließlich Anzeige bei der Kriminalpolizei Aschaffenburg. Die Ermittlungen zu dem Fall wurden aufgenommen und dauern an.

Über den Modus Operandi wurde seitens der Polizei in der Vergangenheit zwar bereits berichtet und gewarnt. Immer wieder neue Anpassungen der Masche seitens der Online handelnden Betrüger führen jedoch dazu, dass auch weiterhin Menschen auf die geschickten Taktiken hereinfallen. Nicht immer ist die Schadensumme derart hoch. Allerdings wurden allein im Raum Aschaffenburg dieses Jahr bereits 41 ähnlich gelagerte Fälle polizeilich bekannt. Die Täter agieren auch in diesem Deliktsfeld aus Call-Centern heraus, die sich im Ausland befinden. Hier haben die deutschen Behörden nur schwer Zugriff, weshalb sich die dreisten Täter in Sicherheit wähnen.

Zur Vorbeugung solcher Straftaten, die Menschen oftmals um ihr ganzes Vermögen bringen, gibt die unterfränkische Polizei nachfolgende Verhaltenshinweise:

- Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an. Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen zeigen.

- Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.

- Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.

- Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert – das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.

- Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.

- Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.

- Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.

- Produkt-Zertifizierungen sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.

- Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland.

- Werfen Sie einen Blick auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.

- Beraten Sie sich mit einem Angehörigen oder Bekannten ihres Vertrauens vor einer möglichen Investition.

- Lassen Sie keine Unbekannten Fernwartungen an ihrem Rechner durchführen, auch wenn dies eine vermeintliche Hilfestellung sein soll.

- Investieren Sie nur in Anlagen die Sie auch verstehen.

- Prüfen Sie genau, ob Sie ihr Geld auf ausländische Konten transferieren möchten - ein Rückgriff ist oftmals nicht oder nur sehr schwer möglich.

- Auch wenn der Internetauftritt einer Plattform professionell erscheint, lassen Sie sich nicht täuschen. Die Täter nutzen professionelle Software, gaukeln Kursgewinne vor und bieten einen Service, wie Sie ihn auch von ihrer Hausbank kennen.

- Lassen Sie sich nicht von vollmundigen Werbeversprechen blenden, auch wenn mutmaßlich Prominente in die Werbung eingebunden sind. Die Täter nutzen deren Konterfei oftmals illegal um eine gewisse Seriosität vorzugeben.

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