Elektromobilität
Tesla Werk in Grünheide - Die Deutsche Gigafactory

Die Tesla Inc. mit Sitz in Palo Alto (USA) ist ein amerikanischer Elektroauto- und Batteriehersteller. Mit vielen innovativen Ideen und einem Entwicklungsvorsprung in der Batterietechnologie und Software-Architektur der Automobile besitzt Tesla einen deutlichen Vorsprung vor konventionellen Automobilherstellern.

Neben dem Hauptsitz verfügt das Unternehmen über mehrere Produktionsstätten (Factorys genannt). Die erste Produktionsstätte befindet sich in Fremont (Kalifornien). Sie wurde von General Motors und Toyota übernommen. In ihr werden das Model S, das Model 3 und das Model X produziert. Die maximale Jahreskapazität soll bei 500.000 Autos liegen.

Tesla Gigafactorys weltweit

Die Tesla Gigafactory 1 in Nevada entstand in Kooperation mit Panasonic und stellt die innovativen Lithium-Ionen-Batterien sowohl für Elektroautos als auch stationäre Stromspeicher her. In der Gigafactory 2 in Buffalo werden wiederum zusammen mit Panasonic Solarmodule hergestellt. Die Gigafactory 3 in Shanghai (VR China) ist eine kombinierte Batterie- und Elektroauto-Produktionsstätte. In ihr werden das Model 3 sowie X hergestellt.

Die Produktionskapazität lieg derzeit bei 250.000 Autos jährlich, auch hier sind 500.000 Einheiten bei einem Vollausbau möglich. In Bau befinden sich die Gigafactorys Nummer 5 in Austin (USA) für das Model 3, Model Y, Tesla Semi und Tesla Cybertruck. Die vierte Gigafactroy ist jene in Grünheide. In ihr soll das Model Y, ein SUC Crossover, und später das Model 3 produziert werden. Parameter und Zeitplan für die Gigafactory in Grünheide

Am 12. November 2019 hat Elon Musk angekündigt, eine europäische Gigafacotory in Grünheide (Land Brandenburg, Landkreis Oder-Spree) südöstlich von Berlin zu errichten. Vorgesehen ist eine Kapazität von bis zu 500.000 Fahrzeugen pro Jahr (Model Y und später Model 3). Der Standort ist bereits seit ca. 20 Jahren für eine Industrieansiedelung vorgesehen und war beispielsweise auch beim Wettbewerb um ein neues BMW-Werk, das schließlich 2005 in Leipzig seinen Betrieb aufnahm, im Rennen. Die Gesamtfläche, die Tesla erworben hat, beträgt 3.038.620 m2. Am Standort sollen entstehen:

• Presswerk
• Gießerei
• Karosseriefertigung
• Lackiererei
• Sitzfertigung
• Fertigung Antrieb
• Endmontage der Fahrzeuge.

Daneben sind weitere Nebengebäude geplant wie beispielsweise für die Logistik, Energieversorgung, Wasserversorgung und die Verwaltungsbereiche. Im Frühjahr 2020 begannen die Bauarbeiten u.a. mit der Rodung und Beräumung der Flächen. Die Errichtung der Gebäude erfolgt derzeit auf Basis von vorläufigen Baugenehmigungen mit dem Risiko auf Seiten von Tesla, sofern die finale Baugenehmigung nicht erteilt wird. Die technische Ausrüstung des Werks wird u.a. durch die deutschen Töchter von Tesla - Grohmann Engineering sowie ATW (neu: Tesla Automation GmbH) durchgeführt. In den Fertigungslinien sollen u.a. hochmoderne Industrieroboter eingesetzt werden.

Im Juni 2021 wurden die bisherigen Planungen für das Werk erweitert. So soll nun auch eine Batterie Fertigung am Standort entstehen. Das gesamte Investitionsvolumen liegt im mittleren einstelligen Milliardenbereich. Davon können nach Zustimmung der EU-Kommission 6,8 Prozent vom Staat gefördert werden. Weitere Förderungen sind beispielsweise für Qualifizierung der neueingestellten Fachkräfte möglich.

Es sollen insgesamt beim Vollausbau des Werkes 12.000 Beschäftigte tätig sein. Die zu besetzenden Stellen reichen von spezialisierten Ingenieur- und Managementstellen bis hin zu Tätigkeiten in der Produktion und in der Logistik. Für diese kommen auch Quereinsteiger in Betracht. Den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie möchte das Unternehmen nicht übernehmen – allerdings bedeutet der große Fachkräftebedarf automatisch die Notwendigkeit attraktive Arbeitsbedingen zu schaffen.
Der Produktionsstart war ursprünglich für Juli 2021 vorgesehen, verzögert sich aber aktuell bis mindestens Ende des Jahres 2021.

Ergänzende öffentliche Investitionen

Neben den Investitionen plant die öffentliche Hand u.a. folgende ergänzende Investitionen:

• Anschluss an das 10 kV Hochspannungsnetz sowie an das Erdgasnetz
• Anschluss Wasserversorgung
• temporäre Autobahnabfahrt in nördlicher Richtung der BAB 10
• Ausbau einer Schienenanbindung für die Anlieferung / Abfahrt mit einer Stichstrecke von der Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn
• Verlegen der Bahn-Station Fangschleuse des RE 1 in Richtung Werk
• Ausbau der Park & Ride-Kapazitäten
• Ausbau des BUS-ÖPNV
• Radwegausbau
• geplant: Ausbau der BAB 10, Bau einer neuen Anschlussstelle Freienbrink Nord

Autor:

E. Schmidt aus Aschaffenburg

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