„Stallgespräch“ mit dem Bauernverband – Martina Fehlner: Bewusstsein für die Wertigkeit von Lebensmitteln stärken

Die Landtagsabgeordnete Martina Fehlner hat sich im Rahmen eines „Stallgesprächs“ mit Vertreterinnen und Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes Kreisstelle Aschaffenburg/Miltenberg dafür plädiert, dass der Wert von Lebensmitteln den Verbrauchern bewusster gemacht werden sollte.

Bei einem Rundgang in einem Aussiedlerhof in Elsenfeld-Eichelsbach konnte sich die SPD-Politikerin ein Bild von einem konventionellen Familienmastbetrieb mit Schweinehaltung machen. Martina Fehlner: "Wichtig ist es zum einen, das Tierwohl im Auge zu behalten und zum anderen auch die Wirtschaftlichkeit in eine gute Balance zu bringen. Dem Verbraucher muss bewusst werden, dass qualitätsvolles Fleisch seinen Wert und seinen Preis hat.“

Der Bayerische Bauernverband Aschaffenburg hatte parallel zur „Grünen Woche“ zu dem „Stallgespräch“ in den Familienbetrieb von Norbert Ballmann eingeladen. Mit einem Einblick in den mittelständischen Mastbetrieb möchte man um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die regionale Fleischerzeugung – im Gegensatz zur industriellen Massentierhaltung – werben. Josef Schiepeck, Kreisobmann des Bauernverbands: „Es muss nicht immer nur Bio sein. Auf den konventionell arbeitenden Höfen in unserer Region wird ebenfalls Fleisch mit hoher Qualität produziert.“

Darüber konnten sich Martina Fehlner und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Medien auf dem Hof überzeugen. Norbert Ballmann hat 2010 mit hohem finanziellen Aufwand in einen Aussiedlerhof mit modernster Technik investiert. In der Futterküche wird in großen Kesseln vollautomatisch Brei für die Schweine aller Altersstufen hergestellt. Zu- und Ablaufkanäle sorgen im gesamten Betrieb für ein gutes Raumklima. „Meine Tiere sind gesund und sie fühlen sich wohl. Würde es meinen Tieren nicht gut gehen, würde es auch mir nicht gut gehen“, so Ballmann. Der Landwirt ist der Meinung, dass es wichtig sei, dass die Menschen sich selbst vor Ort ein Bild von der konventionellen Fleischerzeugung machen und sich nicht lediglich durch Bilder im Fernsehen und Internet eine Meinung bilden.

Der Bauernverband sieht die Existenz der Schweinehalter am Untermain bedroht. Immer wieder neu erstellte Auflagen machen es den Landwirten zunehmend schwerer. Der Verband fordert deshalb bei Neuregelungen längere Übergangsfristen. Oft kämen die Landwirte finanziell mit dem Erfüllen neuer Auflagen gar nicht nach. „Ein Landwirt muss auf längere Sicht planen können. Es geht nicht, dass er heute nach den aktuellen Auflagen einen komplett neuen Stall baut und nach fünf Jahren alles wieder völlig verändert werden muss“, so Josef Schiepeck. Ballmanns Sohn überlege sich deswegen sogar, ob es sich für ihn überhaupt noch lohnt, den elterlichen Betrieb irgendwann einmal zu übernehmen.

Martina Fehlner plädierte für ein Umdenken bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Der Stellenwert und der Ruf von regionalen Lebensmitteln muss weiter an Bedeutung gewinnen.“
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