Teil 3 von Günter und Michaela ... sie sind wieder frei… ein Bericht zur Lage nach der Stallpflicht im NOK

Günter hatte viel Stress ...
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Wo: Manfred Troll, Gerichtstetter Str. 81, 74736 Hardheim auf Karte anzeigen

Seit 1. Februar 2017 können sich meine Tiere wieder frei bewegen.

Lieder sind nicht alle Landkreise in Baden-Württemberg von der Stallpflicht befreit! Trotz der Lockerung der Stallpflichtsituation in Baden-Württemberg gilt sie in vielen Teilen der BRD noch weiter und es werden immer wieder tausende gesunde Tiere sinnlos getötet! Sogar Küken, die derzeit nicht vermarktet werden können, werden sinnlos getötet!

Die Mitglieder der Geflügelzüchtervereine, alle Halter, die ihre Tiere als Mitgeschöpfe wertschätzen und weiterhin betroffen sind, sollen mutig weiter kämpfen und für Ihre Tiere Ausnahmegenehmigungen beantragen!

Nachdem ich beobachten musste, wie meine eingesperrten Tiere unter der Enge leiden, hatte ich mich doch entschlossen, eine Ausnahmegenehmigung von der Stallpflicht zu beantragen. Nach einem Vorort-Termin mit dem Veterinäramt wurde mir empfohlen, dass ich mit Planen und engmaschigen Netzen die Gehege abdichten soll. Dies war jedoch auch statischen Gründen nicht durchführbar und der erforderliche bauliche Aufwand wäre für mich in keinem Fall zu tragen gewesen. Mein Antrag wurde leider abgelehnt und somit kam es zu einem Widerspruchsverfahren, weil ich nicht einsehen konnte, dass eine Stallpflicht in einem Gebiet verhängt wurde, das kein Risikogebiet darstellt.

Ich freue mich sehr, dass mir im Zusammenhang meines Antrages auf Ausnahmegenehmigung für meine Puten und Gänse (Bericht der FN Anfang Dezember) die seit 2006 bundesweit agierende Arbeitsgemeinschaft Vogelfrei Cimbria mit juristischer und auch moralischer Unterstützung zur Seite stand. Alle Informationen zu diesem Verfahren finden Sie auch auf http://ktzv-höpfingen.de
Danken möchte ich, trotz der angespannten Auseinandersetzung mit dem Veterinäramt Buchen, für die sachliche und stets freundliche Beratung durch Dr. U. Bennemann und seinen Mitarbeitern!

So kam es, auch im Zusammenhang meines Verfahrens, zur Veränderung und Neubewertung des Risikos der Situation und die Tiere dürfen nun nach fast drei Monaten „Zwangshaft“ wieder frei laufen. Strenge Biosicherheitsmaßnahmen müssen aber zunächst bis einschließlich 15. März 2017 von den Geflügelhaltern eingehalten werden.

Letztendlich konnte durch juristische Interventionen, durch viele Briefe und persönlich geführten Gesprächen zwischen dem Ministerium und engagierten Geflügelhaltern erreicht werden, dass beim Ministerium für Landwirtschaft Baden-Württemberg eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde, die ab März 2017 folgende Punkte bearbeiten wird:
• Allgemeine Verfügungen der Kreise zur Stallpflicht nur auf Basis konkreter Risikobewertung (wie in §13 GeflPestVO vorgesehen).
• Nach Möglichkeit großzügige Gewährung von Ausnahmen und nicht länger "restriktive Handhabung"!
• Leitfäden für praktikable Lösungen / Alternativen zur konventionellen Aufstallung
• Anstelle der virologischen Untersuchung die Sentinelhaltung zuzulassen
• Wegfall der Betupfung des Geflügels alle 21 Tage
• Ergänzende Aufzeichnungspflichten für jeden Geflügelhalter. (auch Schutzimpfungen)
• Überprüfung, ob Netze oder Maschendrähte als obere Abdichtung ausreichend sind http://efsa.europa.eu/sites/default/files/4687.pdf --- Netze wie im Weinbau oder ähnliche als obere Abdichtung.

Auch der BDRG (Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter) setzt sich inzwischen erfolgreich für eine Änderung der gültigen Geflügelpestverordnung ein! Besonders der Tierarzt Dr.Michael Götz, Tierschutzbeauftragter des BDRG mit seinem kompetenten Einsatz ist zu nennen! Er zeigt in vielen Abhandlungen die Gefahren der Stallpflicht für Nutz-, Rasse-, Wasser- und Ziergeflügel auf.

Ich würde mir sehr wünschen, dass endlich alle Kleintierzuchtvereine in unserer Region und darüber hinaus ihr bisheriges zurückhaltendes Schweigen beenden und aktiv im Interesse ihrer Tiere handeln. Ich selbst habe in meiner Verzweiflung über das Leid meiner Tiere sehr eindringlich unseren Kreisverband für die Kleintierzüchter Neckar-Odenwald-Tauber und meinen Ortsverein um Unterstützung für meinen Weg gebeten - leider erfolglos, ohne jegliche Reaktion bis zum heutigen Tag! Wenigstens eine moralische Unterstützung hatte ich mir erhofft.

Unseren Landesverband Baden für Rassegeflügelzüchter sehe ich dazu in der Pflicht, die Mitglieder durch umfassende Informationen und Schulungen zum Thema in die Lage zu versetzen, sich mit Entschlossenheit für eine dauerhafte Veränderung der Geflügelpestverordnung einzusetzen und auch die entsprechenden juristischen Wege bei Bedarf nicht zu scheuen. Viele Züchter haben in den vergangenen Monaten wegen Platzmangel viele wertvolle Zuchttiere schlachten müssen oder haben die Zucht und Haltung ganz aufgegeben, weil sie ihre Tiere nicht grundlos einsperren, damit quälen und damit gegen das Tierschutzgesetzt verstoßen wollen!

Für mich traurig aber leider wahr:
Ich werde zum kommenden Sommeranfang, oder auch schon früher, meine Tiere aus der Zuchtanlage des KTZV Höpfingen entfernen und zuhause halten.
Die Mitgliedschaft gebe ich zum Jahresende nach fast vier Jahren auf. Mit der Einstellung des Vereins zum Tierschutz und zum Tierwohl, vertreten durch seine Vorstandschaft, kann ich mich leider nicht weiterhin identifizieren und distanziere mich davon explizit. Aktuelle Informationen zum Thema Vogelgrippe finden Sie auf http://ktzv-höpfingen.de

Registrierungs- und Impfplicht für Geflügel und Rassekaninchen ist ein unbedingtes Muss in unserer modernen Zeit….dazu gebe ich Informationen bei meinem nächsten Bericht.
© manne troll
Bildrechte bei manne troll

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