„Günter und Michaela“ wollen wieder in‘ s Freie

Wo: Kleintierzuchtverein, 74746 Höpfingen auf Karte anzeigen

Manne Troll aus Gerichtstetten kämpft für die Lebensqualität seiner geflügelten Mitgeschöpfe!

Viele Schlagzeilen zum Thema“ Neue Vogelgrippewelle“ und Einstallfplicht für Geflügel er-reichen uns in den vergangen Tagen und Wochen. Die Bevölkerung und auch die einzelnen Kleintierzüchter, allesamt Hobbyzüchter, sind hochgradig verunsichert und frustriert, weil es so viele, auch widersprüchliche“ Meldungen zu der Vogelgrippe bzw. drastischer ausgedrückt, zur Geflügelpestwelle 2016, in allen Medien gibt.
Günter, Michaela sind reinrassige sehr seltene, vom Aussterben bedrohte Bourbon-Puten.
…Günter hat ein Größe von ca. 1,10 Meter Kopf bis zu den Füßen von und wiegt zur ca.10 kg. Michaela ist nur etwas kleiner und leichter. Das Putenpaar lebt derzeit mit 4 Nonnengän-sen zusammen in einem Stall mit ca. 8qm. Das ausschlaggebende aber ist: es sind Tiere die ihren gemauerten Stall nur zum Übernachten und zur Nahrungsaufnahme aufsuchen, sonst von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Freien leben. Die beiden kerngesunde Tiere und ich, Manne Troll, als deren Eigentümer sind alle „Mitglieder“ im Kleintierzuchtverein Höpfingen.
Seit 2 Wochen nun bin ich und alle anderen Höpfinger Kleintierzüchter als Halter durch eine Eilverordnung durch Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) dazu verpflichtet, sämtli-ches Rasse- und Ziergeflügel einzustallen. Es gibt zwar die theoretische Möglichkeit, die Ausläufe zu überdachen und mit engmaschigen Netzen zum Schutz vor dem Eindringen und dem Überfliegen von Wildvögeln (Sperlinge und andere Vogelarten) abzudichten, aber dies ist in den einzelnen Stallanlagen der Zuchtanlage Höpfingen aus baustatischen Gründen und auch aus arten- und tierschutzrechtlichen Gründen für Großgeflügel, wie Puten oder Ziergeflügel wie die prächtigen Pfauen, Wildgeflügel, wie seltene Fasane, und verschiedene Wildgänse nicht praktikabel und daher auch strikt abzulehnen. Die Ställe für das Rassege-flügel des Vereins sind schlichtweg zu klein, um für längere Zeit eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Schon nach wenigen Tagen beginnen Rangkämpfe, denn es ist bei vielen Arten bereits Balzzeit. Die Tiere können sich in den relativ kleinen Stallabteilen nicht ausweichen und es kommt zu unvermeidbaren dramatischen Verletzungen oder gar zu Todesfällen, weil sich die Tiere ihrer Art entsprechend aggressiv gegeneinander verhalten.
Wassergeflügel kann seinem Grundbedürfnis der Federpflege nicht nachgehen und es ent-stehen schnell Erkrankungen am Federkleid, es kommt unvermeidlich zu Hospitalismus und zu einer Immundepression bei den eingesperrten Geschöpfen. Die Verschmutzung durch die Ausscheidungen nimmt immens zu und das Reinigen stellt zusätzlich ein Problem dar, weil gerade Wildgeflügel beim Begehen der Ställe nicht, wie gewohnt ins Freie flüchten kann und dann im Fluchtreflex gegen Gitter, Stangen und Fenster fliegt, verletzt wird oder gar zu Tode kommen kann. Die Ausscheidungen der dicht miteinander lebenden Tiere erzeugen zudem zusätzlich vermehrt Keime, die für empfindliche Arten, wie z. B. Pfaue, Gold-, Diamant-, Kö-nigs- und sehr seltenen Ohrfasane sehr schnell zu schwersten Gesundheitsstörungen bis hin zum Tode der Tiere führen können.
Die arttypische Wasserversorgung von Wassergeflügel ist in den Ställen nur sehr einge-schränkt möglich. Zum einen, weil die Einstreu im kürzester Zeit von den Tieren durchnässt wird und zum zweiten dass keine Nassreinigungsmöglichkeit bei den derzeitigen winterlichen Temperaturen besteht.
Wo sich meine knapp 30 Tiere normalerweise auf der Anlage insgesamt eine Fläche von ca. 500 qm ihres Lebens erfreuen können, sich problemlos vermeheren und in ihrer individuellen Schönheit zeigen, müssen sie nun in ca. 30 qm kleiner Stallfläche ihr Dasein fristen.
Ich persönlich finde es nicht hinnehmbar, dass man alle seine Tiere in reiner Hobbyhaltung undifferenziert auf unbestimmte Zeit per Verordnung wegzusperren hat. Im ganzen Neckar-Odenwald-Kreis sind derzeit noch keine Fälle von Vogelgrippe bekannt geworden und somit zählt diese Region nicht zu den Hochrisikogebieten für den Vogelgrippe-Virus H 5 N 8.
Deshalb habe ich beim zuständigem Kreisveterinäramt einen Antrag zur Ausnahme von der Aufstallung (§13 Absatz 1 der Geflügelpestverordnung) gestellt und darüber hinaus einen Antrag auf Erteilung der Erlaubnis auf Sentinelhaltung gemäß GeflügelpestVerordnung i. d. F. v. 08. Mai 2013 (BGBl. I S. 1212) letzte Änderung v. 31.08.2015 und hoffe, dass ich bald Bescheid über das weitere Schicksal meiner Tiere bekomme.
© manne troll

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