Elektrifizierung der Bahn braucht langen Atem – Förderantrag für Hebung der Potentiale beim heimischen Güterverkehr gestellt

Der Bund hat über die Förderungen im Rahmen des Bundesförderprogramms Güterverkehr entschieden. Nicht aufgenommen wird die Elektrifizierung der sog. Maintalbahn von Aschaffenburg nach Miltenberg. Grund für die Ablehnung ist die fehlende Wirtschaftlichkeit der Strecke. Diese ist mit circa acht Güterzügen pro Woche, geschätzten Kosten von 80 Mio. und einem Schwerpunkt auf dem Schienenpersonennahverkehr nicht für das auf den Güterverkehr zugeschnittene Förderprogramm des Bundes geeignet. Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums hatte der Bundestagsabgeordnete Alexander Hoffmann Landrat Jens Marco Scherf mitgeteilt.

Diese Entscheidung des Bundes ist nach Ansicht von Scherf zunächst enttäuschend für den Wirtschaftsraum Bayerischer Untermain, für seine Unternehmen und die Menschen.Sowohl für die bessere Erschließung der Güterverkehrspotentiale als auch für eine bessere Bahnanbindung des Bayerischen Untermains als Teil der Metropolregion FrankfurtRheinMain wäre die Elektrifizierung der Bahnstrecke Aschaffenburg – Miltenberg inklusive der Hafenbahn Nilkheim – Bayernhafen sinnvoll und wichtig.

Das Ziel des Landkreises Miltenberg bliebt weiterhin das umsteigefreie Reisen von Miltenberg nach Frankfurt sowie ein traktionsfreies Fahren der Güterzüge zu den Unternehmen im Landkreis Miltenberg. Für die Pendler*innen aus dem Landkreis Miltenberg muss der Nutzen eines umsteigefreien Zugfahrens nach Hanau, Frankfurt oder Darmstadt nicht erläutert werden, denn beim Umsteigen warten die Anschlusszüge in der Regel nicht mehr. „Wer meint, Umsteigen sei gleichwertig mit dem umsteigefreien Fahren, kennt leider nicht die Realität des täglichen Bahnfahrens“, hebt Jens Marco Scherf den Wert des umsteigefreien Fahrens hervor. Selbstverständlich können dabei auch neue technologische Entwicklungen wie der Einsatz von Dualantriebszügen oder -lokomotiven im Personen-und Güterverkehr untersucht werden.

Positiv ist dennoch, dass der Freistaat Bayern eine alternative Finanzierung über das sog. Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG) zugesagt hat. Auch positiv ist die Bekräftigung seitens des Freistaates Bayern, dass er die Elektrifizierung der Strecke als verkehrlich und ökologisch sinnvoll erachtet. Ebenso stimmt den Landrat die starke Unterstützung dieses Projekts durch unsere Abgeordneten im Bund positiv, weshalb erweiterhin zuversichtlich bleibe. Parallel zu den Bemühungen um eine Elektrifizierung der Maintalbahn läuft derzeit die Umsetzung des vom Kreistag beschlossenen Potentialgutachtens des Landkreises Miltenberg zur Verwirklichung der Potentiale zur Verlagerung von Güterverkehr im Landkreis Miltenberg von der Straße auf die Schiene. Auslöser dieses Projekts waren die Bemühungen mehrerer Unternehmen aus dem Landkreis Miltenberg, ihren Schwerlastverkehr auf die Schiene verlagern zu wollen. Der Förderantrag an den Freistaat Bayern wurde nun durch die Verwaltung im Februar gestellt.

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