Private Wetterstation Kirschfurt/Main
Und das kann der Oktober...

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Nach dem trüben & eher kühlen August gab es im September einen kräftigen Sommer-Nachschlag. Mit 11 Sommertagen (über 25°C) und viel Sonne herrschte oft Spätsommerwetter. Ein ruhiger & unspektakulärer Monat: Sonnig & warm, aber auch trocken.
Nach neun von zwölf Monaten ergibt sich für das laufende Jahr sogar ein leicht negativer Temperaturschnitt, was so ganz anders ist, als in warmen Vorjahren. Das letzte Quartal wird entscheiden, ob es tatsächlich das erste kühle Jahr seit über 10 Jahren sein wird...

Der September in Zahlen:
Durchschnittstemperatur: 16,3°C (+1,5°C Abweichung vom langjährigen Mittelwert)
Niederschlagsmenge: 27 Liter/Quadratmeter (55% vom langj. Mittelwert)
Sonnenscheindauer: 215 Stunden (130% vom langj. Mittelwert)

Der Oktober ist geprägt vom sinkendem Sonnenstand und immer längeren Nächten. Erstmals sind die Gewässer und speziell die Meere wieder wärmer als die schneller auskühlende Luft. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit, die sich durch immer länger anhaltenden Nebel in den Morgenstunden zeigt. Schafft es die Sonne noch den Morgennebel aufzulösen, dann leuchtet der Wald in rot-braunen Farben. Kurz vor dem Absterben gibt die Natur farblich noch mal alles und der Volksmund nennt es „Goldener Oktober“.

Nur selten wird Anfang Oktober nochmal die Sommermarke von 25°C erreicht, dafür muss aber in der zweiten Oktoberhälfte schon mit dem 1. Frost gerechnet werden. Ende Oktober vermag die immer schwächere Sonne die zähen Nebelfelder in den Tälern nicht mehr aufzulösen, so dass leider das typische November-Grau Einzug hält.
Nach derzeitigem Stand (28. September) erwartet uns ein ziemlich normaler Oktober mit wechselhaftem Wetter. Neben zeitweiligen Regenfällen wird wohl auch das „Gold“ nicht zu kurz kommen.
Und wie wird der Winter?
Bereits seit längerer Zeit berechnen die Langzeitmodelle einen durchaus kalten und schneereichen Winter – vielleicht sogar so kalt wie zuletzt in den 80er Jahren…

Die folgenden Zahlen gelten für das Maintal um Miltenberg & stammen aus meiner eigenen Messreihe (seit 1985), sowie aus interpolierten Messreihen (z. B. Frankfurt), die bis ins Jahr 1706 zurückreichen. Sie zeigen immer wieder, dass es auch schon vor der menschengemachten Klimaerwärmung Wetter-Extreme gab…

Höchste Temperatur: 28,1°C am 4. Oktober 1985
Tiefste Temperatur: -3,8°C am 19. Oktober 1972
Niederschlagsreichster Monat: 174 Liter/Quadratmeter im Jahr 1880
Trockenster Monat: 0 Liter/Quadratmeter im Jahr 1943

Aus dem Wetterarchiv:
Starkregen: Am 6. & 7. Oktober 1982 kam es in der Region zu heftigen Regenfällen (VB-Tief wie bei der Eifel-Flut im Sommer). In Miltenberg fielen knapp 100 l/m²! Im Odenwald schüttete es bis zu 180 l/m² (!) mit Flutschäden in einigen Tälern.

Frühwinter:
Der Oktober 1708 gilt mit einem Schnitt von 4,4°C (Abw. -6°C) als kältester Oktober seit Aufzeichnungsbeginn. Es kam bereits in diesem Monat zu einer Einwinterung und es folgte einer der kältesten Winter der letzten 300 Jahre, in dem der Ärmelkanal mit Pferdegespannen überquert werden konnte!

Autor:

Guido Mayer aus Kirschfurt

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