Rücksicht nehmen in der Natur auf Jungtiere - Landkreisweite Flursäuberung deshalb erst im Herbst 2021 geplant

Die Naturschutzbehörde am Landratsamt Miltenberg macht alle Bürger*innen, besonders aber Hundehalter*innen sowie Müllsammelnde auf die derzeitige Brut- und Setzzeit aufmerksam, in der Wildtiere ihre Jungen aufziehen. Dies erfordert beim Spazierengehen und Wandern besondere Rücksicht, weshalb auch die im Frühjahr wegen der Pandemie abgesagte landkreisweite Flursäuberungsaktion „Wir räumen unseren Landkreis auf“ voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober nachgeholt werden wird.

Die Setzzeit bezeichnet die Zeit, in der Wildtiere Junge bekommen und sie großziehen. Zurzeit werden die Wildtiere geboren: Hase und Reh legen ihre Jungen im Gras oder im Feld ab, bodenbrütende Vogelarten ihre Eier. Die meisten Tiere laufen nicht weg, wenn sich Mensch oder Hund nähern. Brutvögel hingegen verlassen das Gelege, sodass die Eier bei längerer Abwesenheit auskühlen und absterben.
Hundehalter*innen bemerken oft nicht, wenn ihr Hund mit einem Jungtier Kontakt hat. Auch wenn er es nicht verletzt, sondern nur beschnuppert, schreckt dieser Geruch die Mutter ab. Dabei besteht die Gefahr, dass sie das Jungtier möglicherweise nicht mehr annimmt. Wahre Tierfreunde halten deshalb ihren Hund direkt bei sich oder – noch besser – an der Leine. Wer ein gesund aussehendes, mutterloses Wildtier entdeckt, sollte es einfach nicht beachten. Bei Spaziergängen und Wanderungen ist es sinnvoll, Fuß- und Wanderwege nicht zu verlassen.

Rehkitze oder Junghasen werden zurückgelassen, während das Muttertier auf Nahrungssuche geht. Die Elterntiere würden ihren Nachwuchs verstoßen, wenn menschliche oder tierische Witterung an ihm haftet. Darüber hinaus ist es wichtig, Wildtiere keinesfalls zu füttern.

Aus Rücksichtnahme auf die Tierwelt soll die im Frühjahr wegen der Pandemie ausgefallene landkreisweite Flursäuberung unter dem Motto „Wir räumen unseren Landkreis auf“ deshalb erst im Herbst 2021 nachgeholt werden. Der genaue Termin wird in Abhängigkeit von der pandemischen Lage festgelegt, kann aber wegen der beschriebenen naturschutzrechtlichen Belange frühestens im September stattfinden. Aus diesem Grund sind aktuell konzertierte Aufräumaktionen nicht sinnvoll, da brütende Tiere und deren Jungtiere nachhaltig gestört werden.

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