Winterwanderung der Freien Wähler ins hessische Brunnthal

Laudenbach. Die alljährliche Winterwanderung der Freien Wähler im Landkreis Miltenberg führte am letzten Samstag 32 Teilnehmer in das hessische Brunnthal. Vom Mainparkplatz in Laudenbach wanderte die Gruppe unter der Führung von Bürgermeister Bernd Klein über den Mühlweinbergspfad am Bach entlang in das idyllische Tal im Odenwald. Am „Grenzübertritt ins Nachbarland“ zeigte Franz Hain den Teilnehmern den alten dreieckigen Grenzstein zwischen dem Königreich Bayern und dem Großherzogtum Hessen, der erst vor zwei Jahren renoviert wurde. Im Weiler Brunnthal wartete schon eine weitere Gruppe auf die Wanderer und nach der Stärkung durch Glühwein und Gebäck waren die Teilnehmer ganz Ohr, als Klaus Höfer über die Geschichte dieses Weilers informierte, der zwar von Laudenbach aus erschlossen ist (Telefon, Post) aber zu Vielbrunn und damit zur Stadt Michelstadt gehört.

Wer weiß schon, dass der Weiler Brunnthal von Haingrund aus (das früher Walderlenbach hieß) gegründet wurde und zur Herrschaft Breuberg gehörte, deren Herren die Reichsgrafen von Wertheim waren? Erstmals erwähnt werden die Güter „in dem Bronthale“ in einer Urkunde von 1410, in der festgelegt ist, dass die „Zehnt“ (Pacht) an die Wertheimer Grafen fällt. Deren Erben waren die Grafen von Erbach und die Grafen von Löwenstein. 1928 kam es zu einer „Realteilung“ der breubergischen Wälder. Dabei erhielten die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg den Wald um Vielbrunn. Den Löwensteinern gehört das Brunnthal mit dem reichen Waldbesitz und den beiden Gehöften auch heute noch.

1618, zum Beginn des 30-jährigen Krieges, bestand Brunnthal aus drei Höfen und einigen Waldarbeiterhütten. Nach dem verheerenden Pestjahr 1635 war Brunnthal, so kann angenommen werden, ausgestorben. In Laudenbach überlebten damals 4 – 6 Einwohner. Nach dem großen Krieg begann Graf Johann Dietrich von Löwenstein-Wertheim, 1621 zur katholischen Kirche übergetreten, die ausgestorbenen Gebiete wieder neu zu besiedeln. Die ersten Neuansiedler waren Schweizer, Wallonen, Thüringer und Schlesier. Die katholischen Brunnthaler gehörten zwar zum lutherischen Vielbrunn, kirchlich und kulturell wurden sie aber von dem katholischen Ort Laudenbach am Main betreut, der im Kurfürstentum Mainz und später in Bayern lag. Laudenbacher Namen wie z.B. Mathein sind eindeutig wallonischen Ursprungs.

Klaus Höfers Familie wohnt in einem ehemaligen Forsthaus. Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als er sehr anschaulich und humorvoll erzählte, wie er völlig autark in der Abgeschiedenheit lebt. Das über 200 Jahre alte Forsthaus entkernen und neu einrichten. Eigene stabile Stromversorgung aufbauen mittels eines dicken Akkus, gespeist von Photovoltaik, einer Wasserturbine und einer Brise Windrad, also völlig unabhängig von Energiekonzernen und umstrittenen Überland-Stromtrassen. Wasserversorgung aus eigener Quelle, Wassertank oben im Wald als Hochbehälter und Filteranlage. Das Wasser wird hochgepumpt durch einen so genannten Widder, der nach dem Impulsprinzip arbeitet und ohne Strom funktioniert, weil durch Wasserkraft angetrieben. Nicht umsonst heißt der Weiler ja Brunnthal.

Beeindruckt und ein Stück schlauer als vorher, machten sich die Wanderer auf den Rückweg nach Laudenbach in den Landgasthof „Zum Anker“, wo sie sich an einem reichhaltigen Buffet stärken konnten. Vergnüglich wurde es, als Franz Hain sein humoristisches Gedicht „Schötterl & Zöller, DIE 2 DIREKT“ vortrug. Bei angeregter Unterhaltung und guten Gesprächen klang ein rundum gelungener Nachmittag aus.

Franz Hain - Freie Wähler Laudenbach - fw-laudenbach.de

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