Schwierige Bergung mit Seilwinde und Motorsäge

Die Einsatzkräfte bei der Ersten-Hilfe-Leistung, Bergung und Betreuung einer verletzten Person.
 
Die Einsatzkräfte beim Abtransport einer verletzten Person.
Große Rettungsübung des Roten Kreuz SEG Süd, der Feuerwehr Amorbach und des THW Miltenberg im Wald bei Amorbach.

Laute Sirenen und Blaulicht durchdringen den Wald zwischen Kirchzell und Boxbrunn. Kurz zuvor ging bei den Hilfskräften der Feuerwehr Amorbach, der SEG Süd und dem THW Miltenberg das Alarmierungsstichwort: »Fahrzeug in Wandergruppe, verletzte Personen in schwierigemt im Gelände«, so die Annahme des Übungsszenarios, welche gespickt war mit schwierigen Aufgaben.

Über 60 Helfer der SEG Süd, der Feuerwehr Amorbach und des THW Miltenberg, waren an der Übung beteiligt.

Kurze Zeit nach dem oben beschriebenen Funkruf sind die ersten Einsatzkräfte von Feuerwehr und SEG am Einsatzort. Es gilt sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, erste Lagemeldungen abzusetzen und Einsatzabschnitte zu bilden. Aufgrund des Lagebildes werden auch die Einheiten des THW nachalarmiert.

Während sich die Sanitäter des Roten Kreuzes um die im Auto eingeklemmten Verletzten und die im Gelände verteilten Betroffenen kümmern, beginnt die Feuerwehr mit der Stabilisierung des Fahrzeuges und der aufwendigen Technischen Rettung der im Fahrzeug eingeklemmten Personen. Die Helfer des Technischen Hilfswerkes beginnen damit den Abtransport aus dem unwegsamen Gelände vorzubereiten. Hierzu muss eine kleine Schneise angelegt und der Weg mit Steckleiterteilen und Halteleinen gesichert werden.

Die Feuerwehr-Einsatzkräfte indessen retten den Verletzten aus dem Fahrzeug, welcher mit vereinten Kräften im Anschluss den Steilhang nach oben gebracht und dem Rettungsdienst übergeben wurde. Auch ein zweiter Verletztendarsteller wird auf diese Weise gerettet.

Die Rettung der im Fahrzeug eingeklemmten Personen war aber nur ein Teil der groß angelegten, gut vierstündigen Kooperationsübung im Wald zwischen Kirchzell und Amorbach.

Nach Abschluss der Personenrettung galt es das Unfallfahrzeug aus dem schwer zugänglichen Terrain zu bergen. Hierzu bauten THW und Feuerwehr eine lange Seilwindenstrecke auf. Hierzu kam die Fahrzeugseilwinde des Hilfeleistungslöschfahrzeuges von Amorbach zum Einsatz.

Um das Fahrzeug an dieser Windenstrecke befestigen zu können musste es aber mittels Mehrzweckzügen aufgerichtet und an den Fuß des Steilhanges verbracht werden. Dort angekommen konnte es dann mit der Seilwinde in Etappen auf den befestigten Waldweg verbracht werden. Hierzu mussten Zwischensicherungen gesetzt und das Fahrzeug immer wieder ausgerichtet werden.

Übungsziele waren an diesem Nachmittag die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachdienste (Rettungs- und Betreuungsdienst, Feuerwehr und THW), die Orientierung in unbekanntem Gelände, sowie die Versorgung und den Transport von Verletzten im unwegsamen Gelände, die Schnittstellen auszuloten, wie auch die Bergung mit technischem Gerät. So die Übungsleiter Thorsten Fritz Feuerwehr Amorbach, Johannes Roth SEG Süd und Thomas Frieß THW Miltenberg.

Das Gelände war ideal für die Übung. Auf einer Fläche von über einem halben Quadratkilometer waren die 15 Verletzten in teilweise schwer zugänglichem Terrain verteilt. An den steilen Abhängen des Amorbacher Waldes konnte das Unfallfahrzeug am Fuße eines Steilhanges positioniert werden. Auch die Verletzungsmuster der Verunglückten – vom Schädelhirntrauma, über diverse Knochenbrüche bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand – passten gut in die Übungslage.

Die betroffene Wandergruppe wurde dargestellt von den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, der Rot-Kreuz-Jugend und der THW Jugend. Auch die Darsteller hatten sichtlich Spaß an der Übungsaktion und waren Beeindruckt vom Können der Aktiven.

Bevor aber die Übungseinheit im freien Gelände auf dem Ausbildungsplan stand, übten die Einsatzkräfte in den Vormittagsstunden via Stationsausbildung in Amorbach den Umgang in Erster Hilfe und mit dem Feuerlöscher, das Bewegen von Lasten und die Absturzsicherung bei Sicherungsarbeiten an Gebäuden.

Auch ein gemeinsames Mittagessen im Rot-Kreuzheim in Kirchzell stand auf dem Programm. Gut gestärkt und gut gelaunt ging es dann an die Abschlussübung.

Die Jugendgruppen von Feuerwehr, Rotem Kreuz und THW durften ebenfalls bereits am Vormittag ein kleineres Szenario im Wald abarbeiten und die Übungslage mit vorbereiten. Anschließend bauten Sie am Rot-Kreuzheim Kirchzell gemeinsam einen Rettungsmittelplatz auf.

Am Ende des Übungstages lobten die Einsatzleiter, der jeweiligen Organisationen die Zusammenarbeit und den Ausbildungseffekt der gemeinsamen Übung. Neben dem Spaß und der Kameradschaft konnte die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. Unter dem Motto „Katastrophenschutz ist bunt“ wurde vereinbart auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam zu üben.
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