Fachkräftemangel
Bedarf an Fachkräften in Bayern wächst

Der Fachkräftemangel ist eine Folge des demografischen Wandels und ein echtes Problem für viele Unternehmen. Vor allem in Bayern und speziell in unserer der Region Unterfranken macht sich die Entwicklung schon heute gravierende bemerkbar. Doch wie groß ist der Fachkräftemangel im Süden Deutschlands eigentlich genau und welche Folgen hat das für Unternehmen in der Region?

Wirtschaftsstandort bayrisches Land: Insbesondere bei Start-Ups attraktiv

Wer sich den Branchenmix Bayerns einmal genau anschaut, wird schnell feststellen, dass neben klassischen Industrieunternehmen überproportional viele Start-Ups in der Region ansässig sind. Besonders hoch ist die Dichte an jungen Unternehmen dabei in Szenestädten wie München oder Würzburg. Neben dem zentralen Standort im Herzen von Europa profitieren die Start-Ups massiv von der vielfältigen Wirtschaftslandschaft und der gut ausgebauten Infrastruktur. So arbeiten im Freistaat marktführende Unternehmen Tür an Tür mit klein- und mittelständischen Betrieben. Auch die gute Mischung aus klassischen und modernen Branchen bietet Start-Ups hervorragende Wachstumsbedingungen. Ein weiteres Argument für den Standort ist die große Nähe zu süd- und osteuropäischen Wirtschaftsräumen. Egal ob Frankreich, Schweiz, Österreich oder Tschechien: Von der bayrischen Landesgrenze aus sind es nur wenige hundert Kilometer bis zu kaufkräftigen Märkten in ganz Südeuropa.

Wie sieht die Situation rund um den Fachkräftemangel aktuell aus?

Laut dem Fachkräftereport 2018 der IHK München und Oberbayern zieht sich der Mangel an gut ausgebildetem Personal aktuell durch alle Branchen der bayrischen Wirtschaft. Insgesamt beläuft sich der Fachkräftemangel derzeit auf knapp 260.000 Stellen. Im Gesamtdurchschnitt heißt dies, dass schon heute rund 5 % der Nachfrage nicht gedeckt werden kann. Noch dramatischer fallen die Prognosen für die Zukunft aus. Bleibt die Entwicklung so wie bisher, wird die Zahl fehlender Fachkräfte über die nächsten zehn Jahre hinweg auf 542.000 anwachsen. Dies hieße im Umkehrschluss, dass fast 12 Prozent der Fachkräftenachfrage im Jahr 2030 nicht mehr gedeckt werden können.

Welche Branchen sind besonders stark betroffen?

Egal ob Oberbayern, Unterfranken oder Oberpfalz: Der Fachkräftemangel betrifft das gesamte Bundesland flächendeckend. Am stärksten ist der Mangel dabei in den Anforderungsniveaus "Fachkraft" und "Spezialist". Unter diese Bezeichnungen fallen zum Beispiel Menschen mit abgeschlossener, beruflicher Ausbildung oder Personen mit Meister-, Master- oder Bachelorgrad. Was die Branchen betrifft, ist der IT-Fachkräftemangel in Bayern sehr stark. Weiterhin fehlt auch im beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungssektor passendes Personal. Bis zum Jahr 2030 wird Schätzungen zur Folge ebenfalls das Sozial- und Gesundheitswesen stark vom Mangel betroffen sein.

Wie können Unternehmen dem Fachkräftemangel entgegenwirken?

Der Mangel an Fachkräften führt in der Praxis zu signifikanten Wertschöpfungsverlusten. Allein für die bayrische Wirtschaft beläuft sich dieser Schaden bis 2030 auf knapp 325 Milliarden Euro. Da die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Zukunft kaum Besserung verspricht, müssen Unternehmen hier selbst aktiv werden. So gilt es zum Beispiel vorhandene Potenziale in Unternehmen zu fördern. Vor allem Fort- und Weiterbildungen sind in diesem Zusammenhang effektive Hilfsmittel. Auch beim Recruiting zwingt der Fachkräftemangel Unternehmen zu einem Umdenken. Beispielsweise gewinnen findige Betriebe vermehrt qualifiziertes Personal aus Quereinsteigern. Auch hier werden die Mitarbeiter durch Maßnahmen der Eigeninitiative vom Arbeitgeber letztendlich ausgebildet. Insbesondere junge Unternehmen können sich mit Verfahren dieser Art effektiv für die Zukunft wappnen.

Fazit: Was gibt es abschließend zum Thema Fachkräftemangel zu sagen?

Wie sich zeigt, ist der Fachkräftemangel schon heute ein großes Problem für die bayrische Wirtschaft. Da im Prinzip alle Unternehmen von dieser Problematik betroffen sind, ist hier kaum Besserung in der Sicht. Unternehmen, die nicht unter den Folgen leiden wollen, sollten deshalb ihr Glück selbst in die Hand nehmen und dem Mangel aktiv entgegenwirken.

Autor:

Sabine Krüger aus Miltenberg

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