Menschen und Firmen spenden und helfen vor Ort, Hilfsorganisationen im Einsatz in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen
Auch der Landkreis Miltenberg hilft in den Flutgebieten

151 Hilfskräfte der Landkreis-Feuerwehr waren mit Fahrzeugen und Gerätschaften in Rheinland-Pfalz im Einsatz.
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  • 151 Hilfskräfte der Landkreis-Feuerwehr waren mit Fahrzeugen und Gerätschaften in Rheinland-Pfalz im Einsatz.
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Die Flutkatastrophen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben in ganz Deutschland eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Hunderte Millionen Euro wurden bereits gespendet, zahlreiche Firmen und Privatpersonen packten in den Flutgebieten an. Eine entscheidende Rolle bei der Entsorgung und der Wiederherstellung der Infrastruktur spielen die Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk. Auch aus dem Landkreis Miltenberg wurden viele Einsatzkräfte mit Fahrzeugen und Material in die Flutgebiete geschickt, wo sie ihren Beitrag leisteten und auf dankbare Menschen trafen. Wir haben den Kreisverband des Roten Kreuzes, die Kreisbrandinspektion sowie die Ortsgruppen Miltenberg und Obernburg des Technischen Hilfswerks gebeten, eine Bilanz ihres Einsatzes zu ziehen.

Kreisbrandinspektion
Im Einsatz in Rheinland-Pfalz waren auch die Feuerwehr-Hilfeleistungskontingente Hochwasser/Pumpen und Ölwehr Bayern. Vom 19. bis 24. Juli war das Hilfskontingent Hochwasser/Pumpen unter Führung von Kreisbrandmeister Albert Klug in erster Linie mit Räumungsarbeiten, aber auch mit Vermisstensuche auf einem Campingplatz beschäftigt. 151 Hilfskräfte waren mit 22 Fahrzeugen sowie Anhängern vor Ort und packten an. Im Bereitstellungsraum Nürburgring hätten sich über 5000 Helfer*innen befunden, deren Einsätze koordiniert werden müssen, so Kreisbrandinspektor Hauke Muders – eine schwierige Aufgabe angesichts unterschiedlicher Strukturen in den Hilfsorganisationen der Bundesländer. Der Einsatz für das Hilfeleistungskontingent Ölwehr dauerte vom 29. Juli bis zum 15. August. Rund 2,5 Millionen Liter Öl-Wasser-Gemisch seien abgepumpt und entsorgt worden, so Muders, der mit Kreisbrandrat Meinrad Lebold und Kreisbrandinspektor Thomas Zimmermann die Einsätze koordinierte. „Selbst erfahrene Feuerwehrleute haben geweint“, beschreibt Muders die Gefühlslage nach dem Einsatz, deshalb sei eine Nachbearbeitung notwendig. Kreisbrandmeister Martin Spilger führte das unterfränkische Ölwehrkontingent und wechselte sich mit Joao Meira und Manuel Ullrich sowie Josef Vornberger ab. Alle Führungskräfte hätten sich bewährt, lobt Muders. Sein Dank gilt allen am Einsatz Beteiligten, aber auch den Unternehmen, die ihr Personal für die Einsätze freigestellt hatten.

BRK-Kreisverband Miltenberg-Obernburg
Über 70 Einsatzkräfte des BRK-Kreisverbandes Miltenberg-Obernburg aus den Bereitschaften sowie der Berg- und Wasserwacht waren laut dem BRK-Katastrophenschutzbeauftragten Alois Klemm und Kreisbereitschaftsleiter Thomas Kling in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Die ersten Einsatzkräfte wurden bereits am Samstag nach den Unwetterereignissen mit dem Hilfeleistungskontingent Standard der Regierung von Unterfranken in den Einsatz geschickt und leisteten im gesamten Ahrtal Sanitäts- und Betreuungsdienst. Weitere Einsatzkräfte waren dann mit dem Betreuungskontingent zur Versorgung und Verpflegung der Bevölkerung, aber auch der dort eingesetzten Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen und der freiwilligen Helfer in Ahrweiler und dem Ahrtal sowie anschließend am Betreuungsplatz 10.000 in Grafschaft tätig.
Ebenso waren Einsatzkräfte zur Psychosozialen Notfallversorgung für die Betreuung der Betroffenen, LKW-Fahrer für Logistiktransporte, Motorradfahrer als Kradmelder und Krankenkraftwagen zur Unterstützung des dortigen Rettungsdienstes im Einsatz.
Im September waren noch einzelne Einsatzkräfte für Sonderaufgaben im Bereich der Führung und für Technik- und Sicherheit, speziell zur Notstromversorgung und den Betrieb der Feldküchen, eingesetzt. Alle Einsatzkräfte kamen nach erfolgreichem Einsatz unversehrt, aber doch mit den gesehenen Schadensbildern belastet, aus den Einsatzgebieten zurück.

Technisches Hilfswerk Miltenberg
Das THW entsandte zunächst einen gemischten Technischen Zug aus Miltenberg und Würzburg in die Region um Bad Münstereifel. Für 20 Einsatzkräfte ging es ab dem 25. Juli in den Bereitstellungsraum in Brühl und nach Bad Münstereifel. Bis zum 31. Juli wurden Keller ausgepumpt, Gebäude gesichert und mit dem Teleskoplader Schwemmgut beseitigt und Bachläufe gesäubert.
Keine zwei Wochen später ging es für das THW Miltenberg an den Nürburgring, um die Verlagerung des Bereitstellungsraums mit zu unterstützen, sodass das Gelände am 15. August wieder dem Betreiber übergeben werden konnte. Genutzt wurde der Bereitstellungsraum von THW, Bundeswehr, Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen. Um Einsatzkräfte in unmittelbarer Nähe des Schadensgebiets versorgen zu können, zog der Bereitstellungsraum auf den Parkplatz B5 des Nürburgrings. Am 10. August zogen die ersten Einsatzkräfte in die neue Zeltstadt ein. Noch bis zum 28. August war die Fachgruppe N (Notversorgung und Notinstandsetzung) in Grafschaft (Ahrtal) tätig. Die Einsatzkräfte waren vor allem mit dem behelfsmäßigen Wiederaufbau der Infrastruktur beschäftigt und unterstützten die Versorgung mit Trinkwasser, installierten Abwasserleitungen und Elektroversorgung. Insgesamt waren 45 Einsatzkräften, manche Helfer auch mehrfach, im Einsatz.

Technisches Hilfswerk Obernburg

Mit den extremen Unwettern im Juli 2021 in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen startete der größte Einsatzauftrag für das THW seit seiner Gründung vor 60 Jahren – von Anfang an dabei: das THW Obernburg. Zunächst wurde die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen mit 16 Einsatzkräften über sechs Tage in Leverkusen eingesetzt, um Tiefgaragen, Schulen und Kellerräume von den Wassermassen zu befreien. Viele Millionen Liter wurden abgepumpt, bis der Einsatz beendet wurde. Die Pause war allerdings nur von kurzer Dauer.
Bereits am 15. Juli entsandte das THW Obernburg einen Fachberater nach Ahrweiler in die Technische Einsatzleitung der Landesregierung Rheinland-Pfalz, die den Gesamteinsatz Ahrtal koordiniert. Um eine zusätzliche Umweltkatastrophe zu verhindern, wurde am 30. Juli die Fachgruppe Ölschaden mit 18 THW-Kräften aus Obernburg alarmiert. Die Einsatzkräfte richteten einen Entsorgungsplatz mit leistungsfähigem Ölseparator (Leistung: 40 Kubikmeter pro Stunde) mitsamt Infrastruktur ein. Vor Ort wurde zudem ein Behälter-Sammelplatz vom Zugtrupp des THW Obernburg mit betreut, über den die Anlieferung der Öl-Wassergemische in IBC-Behältern koordiniert und bis zur Separation zwischengelagert wurden. Zunächst ging man davon aus, 1,5 Millionen Liter Heizöl und Diesel aus beschädigten Tanks abpumpen, separieren und entsorgen zu müssen. Später wurde die Schätzung aber deutlich überschritten. Zuletzt wurden rund 6,5 Millionen Liter verunreinigtes Schmutzwasser separiert – zum Schutz von Flora, Fauna, aber auch der Wirtschaftsregion. Insgesamt war die Fachgruppe Ölschaden bis zum 21. August 2021 im Einsatz.

Dank des Landrats

Einen Dank an alle Helfer*innen stattet Landrat Jens Marco Scherf ab und zeigt sich beeindruckt von der Welle der Solidarität. In diesem Zusammenhang danken Landrat wie auch alle Hilfsorganisationen ihren Einsatzkräften, aber auch den Arbeitgebern, die die Helferinnen und Helfern für ihre Einsätze freistellten.
Aus dem Landkreis Miltenberg kam auch finanzielle Hilfe: Ende August überwies die Kreisverwaltung eine Summe von 4.000 Euro (nicht ausbezahlte Sitzungsgelder) und 50.000 Euro (Spende des Landkreises) in den Landkreis Ahrweiler, der mit am stärksten betroffen ist. Die Idee für diese Spenden war zuvor aus Reihen des Kreistags gekommen und von Landrat Jens Marco Scherf mit großer Zustimmung aufgenommen worden. Gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden war die Entscheidung getroffen worden, den Landkreis Ahrweiler als Empfänger der Spende auszuwählen. wiz

Autor:

Blickpunkt MIL aus Miltenberg

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