Erhöhung der Abfallgebühren – was jetzt zu beachten ist Kosten für Abfallentsorgung gestiegen, Erlöse für Altpapier deutlich gesunken
Abfallgebühren müssen steigen

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In der Presse wurde bereits mehrfach berichtet, dass wie in den benachbarten Landkreisen Aschaffenburg und Main-Tauber auch auf die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Miltenberg von Januar 2020 an steigende Gebühren für die Abfallentsorgung zukommen werden.

Dass zum jetzigen Zeitpunkt die Erhöhung der Gebühren nötig wird, hat mehrere Gründe:

• Die Kosten für die Entsorgung der Abfälle sind spürbar gestiegen.

• Die Einnahmesituation hat sich durch niedrigere Erlöse aus der Verwertung von Altpapier und von Elektronikschrott erheblich verschlechtert. Diese Entwicklung wird auch in den kommenden Jahren anhalten.

• Die Investitionen für die Erweiterung der Deponieklasse-II-Deponie in Guggenberg, die Bildung der Rückstellung für die Nachsorge dieses neuen Deponieabschnitts, die Errichtung des Wertstoffhofes Süd in Bürgstadt, notwendige Ersatzbeschaffungen sowie höhere Personalkosten, insbesondere durch tarifliche Steigerungen, schlagen ebenfalls zu Buche.

• Hinzu kommt, dass die Gebühren bereits seit 2014 nicht mehr kostendeckend sind und gemäß der gesetzlichen Vorgaben zunächst Überschüsse durch eine Senkung abgebaut werden mussten. Diese Überschüsse aus den Vorjahren stehen von 2020 an nicht mehr zur Verfügung.

Die Gebühren werden sich aber nicht einheitlich erhöhen, da insbesondere zwischen dem sogenannten Mülltonnenmanagement und den Selbstanlieferern bei den Wertstoffhöfen unterschieden werden muss.

Die Mülltonnengebühren, die jeden an die Abfallentsorgung angeschlossenen Haushalt betreffen, fallen dabei vergleichsweise moderat aus. Die konkreten Zahlen können Sie der oben stehenden Tabelle entnehmen:
Deutlichere Erhöhungen kommen auf die Selbstanlieferer bei den Wertstoffhöfen und Deponien zu.
So kosten künftig
• Altreifen (bis 70 Zentimeter Durchmesser) 5 Euro pro Reifen (bisher: 3 Euro),
• ungefährliche brennbare Abfälle 188 Euro je Tonne (bisher: 125 Euro),
• verwertbares Altholz 144,50 Euro je Tonne (bisher: 80 Euro),
• festgebundenes Asbest 187,90 Euro (bisher 105 Euro).

Bestehende Freimengen werden jedoch weiterhin anerkannt – so bleibt beispielsweise die Anlieferung von Altholz, Bauschutt, Erd­aushub oder Flachglas bis 200 Kilogramm gebührenfrei.
Wie geht es nun weiter? Anfang Januar 2020 erhalten die Eigentümer aller an die Abfall­entsorgung des Landkreises Miltenberg angeschlossenen Anwesen neue Gebührenbescheide für ihre Mülltonnen – alles in allem werden rund 40.000 Verwaltungsakte versandt. Mit dem Jahreswechsel treten zudem die neuen Gebühren für die Selbstanlieferer in Kraft.

Sicher sind Gebührenerhöhungen nie populär – es ist aber zu bedenken, dass seit 1995 die Gebühren mehrfach gesenkt werden konnten. Durch die notwendige Anhebung erreichen die Müllgebühren nun wieder das Niveau des Jahres 2009 und sind immer noch spürbar geringer als in den Jahren davor. br

Vergleich der monatlichen Müllgebühren (mit Biotonne) seit 1995.
Autor:

Blickpunkt MIL aus Miltenberg

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