Begleitung durch umfangreiche Förderprogramme und mehr Beratung
Gesetzesänderung bringt mehr Artenschutz

Streuobstwiesen ab 2500 m² aus Bäumen mit einem Kronenansatz ab 1,80 m sind gesetzlich geschützt.
2Bilder
  • Streuobstwiesen ab 2500 m² aus Bäumen mit einem Kronenansatz ab 1,80 m sind gesetzlich geschützt.
  • Foto: Foto: S. Hartlaub
  • hochgeladen von Blickpunkt MIL

Um den dramatischen Verlust an Artenvielfalt zu stoppen, hat am 17. Juli 2019 der Bayerische Landtag das Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern“ sowie das zugehörige Begleitgesetz beschlossen.

Die neuen gesetzlichen Regelungen, die am 1. August 2019 in Kraft getreten sind, werden durch umfangreiche Förderprogramme und mehr Beratung begleitet. Hier die wesentlichen Änderungen des Naturschutzrechts:
Landwirtschaft:
• Die landwirtschaftlichen Flächen in Bayern sollen bis 2030 zu mindestens 30 Prozent nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden.

• Schutz des Dauergrünlands bei der landwirtschaftlichen Nutzung: Um Wiesen und Weiden zu erhalten, ist die Umwandlung von Dauergrünland und Dauergrünlandbrachen nicht mehr möglich. Weiter wird das Ziel festgelegt, dass ab dem Jahr 2020 auf bayernweit zehn Prozent aller Grünlandflächen die erste Mahd nicht vor dem 15. Juni erfolgen soll. Die Wiesenmahd von außen nach innen ist bei Grünlandflächen ab einem Hektar nicht zulässig.

• Bei der landwirtschaftlichen Nutzung dürfen Feldgehölze, Hecken, Säume, Baumreihen, Lesesteinhaufen, Natursteinmauern, natürliche Totholzansammlungen, Feldraine und Kleingewässer nicht beeinträchtigt werden. Bodensenken dürfen nicht verfüllt werden. Die Beseitigung oder Beeinträchtigung von Alleen an Verkehrsflächen und Wirtschaftswegen ist verboten.

• Verbot von Pflanzenschutzmitteln: In Naturschutzgebieten, in geschützten Landschaftsbestandteilen und gesetzlich geschützten Biotopen ist die Anwendung von Pestiziden auf extensiv genutzten Flächen verboten. Dasselbe gilt ab dem Jahr 2022 für den flächenhaften Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der landwirtschaftlichen Nutzung von Dauergrünland.

• Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm, das Vertragsnaturschutzprogramm Wald und das Landschaftspflegeprogramm werden gesetzlich verankert, inhaltlich ausgeweitet und verstärkt, um die Ziele des Artenschutzes zu erreichen.
Schutz bestimmter Landschafts­bestandteile und Biotopschutz:
• Streuobstbestände und arten- und strukturreiches Dauergrünland: Streuobstbestände und arten- und strukturreiches Dauergrünland werden unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich geschützte Biotope. Welche Bestände genau erfasst werden, wird in einer Rechtsverordnung der Staatsregierung noch festgelegt. Unterhaltungsmaßnahmen für die Streuobstbestände sind weiterhin möglich, so wie eine extensive Bewirtschaftung der Wiesen.

• Entlang natürlicher oder naturnaher Bereiche fließender oder stehender Gewässer, in einer Breite von mindestens fünf Metern von der Uferlinie ist es verboten, diese garten- oder ackerbaulich zu nutzen.

• Einstellung von Biodiversitätsberatern an den unteren Naturschutzbehörden, um die neuen Aufgaben zu bewältigen zu können. mü

Info: Weitere Informationen (z.B. zum Wasserrecht, Baurecht, Wald- und Immissionsschutzgesetz) im Internet unter https://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/biodiversitaet/
volksbegehren_artenschutz/index.htm

Streuobstwiesen ab 2500 m² aus Bäumen mit einem Kronenansatz ab 1,80 m sind gesetzlich geschützt.
Artenreiches Dauergrünland ist ebenfalls gesetzlich geschützt.
Autor:

Blickpunkt MIL aus Miltenberg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen