„Von kleinen und großen Träumen“

Anne Hassel, Dr. Heinz Linduschka und Katharina Menne-Beck (von links) haben den Schreibwettbewerb initiiert und als Jury die Auswahl der Geschichten getroffen.
5Bilder
  • Anne Hassel, Dr. Heinz Linduschka und Katharina Menne-Beck (von links) haben den Schreibwettbewerb initiiert und als Jury die Auswahl der Geschichten getroffen.
  • hochgeladen von Andrea Kaller-Fichtmüller

Schreibwettbewerb für Schüler zeigt eine große Bandbreite des schriftstellerischen Schaffens junger Menschen

Zuerst war es nur eine Idee, die die Kinderbuch- und Krimiautorin Anne Hassel und die Deutschlehrerin Katharina Menne-Beck vom Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg ausgetüftelt haben. Mit Unterstützung von Dr. Heinz Linduschka, ebenfalls Lehrer aus Elsenfeld, wollten sie herausfinden, wie viel sprachliche Kreativität und literarische Phantasie in den Mädchen und Jungen zwischen 12 und 18 Jahren steckt und haben daher einen Schreibwettbewerb zum Thema „Von kleinen und großen Träumen“ initiiert.

Kreatives Schreiben fördern

„Der Landkreis Miltenberg ist in der bildenden und in der musischen Kunst sehr ausgeprägt. Die Jugendliteraturlesung der Sparkasse und das Kunstnetz haben in der Vergangenheit ebenfalls bereits mehrfach bewiesen, dass es viel Kreativität bei Kindern und Jugendlichen im Landkreis gibt“, sagen Anne Hassel, Katharina Menne-Beck und Dr. Heinz Linduschka übereinstimmend. „Es ist von großer Wichtigkeit, dass sich Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, kreativ betätigen. Das Schreiben ist ein kreativer Prozess, den man überwiegend alleine bewältigt. Schreiben ist eine gute Übung zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Zum Schreiben gehört schon eine Portion Mut, schließlich gibt man dabei ein Stück von sich preis. Doch gerade aus diesem Grund sollte das Schreiben, insbesondere das kreative Schreiben, in den Schulen stärker gefördert werden. Denn hat man erst einmal die Leidenschaft fürs Schreiben entdeckt, macht man oft weiter.“

Angefangen hat alles im Enrichmentkurs „Kreatives Schreiben“ des Johannes-Butzbach-Gymnasiums. „Wir haben sehr gute und besonders begabte Schülerinnen und Schüler der 8. und 9 Klassen zu diesem Kurs eingeladen“, erzählt Katharina Menne-Beck rückblickend. „Mit sieben Schülern, die von Alzenau bis Elsenfeld kamen, haben wir den Kurs durchgeführt. Anne Hassel hat während des Kurses Einblicke in ihre Arbeit als Schriftstellerin gewährt. Im Austausch mit den Schülern und der Kursleiterin ist dann die Idee zum Schreiben gekommen.“

Ein Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche

Einmal geboren, galt es nun, die Idee in die Tat umzusetzen. Ein Schreibwettbewerb sollte ins Leben gerufen werden. Dazu wurde zunächst einmal kräftig die Werbetrommel gerührt. „Die vier Gymnasien im Landkreis sind miteinander vernetzt, daher haben wir zunächst auf diesem Weg versucht, Lehrkräfte zu finden, die ihre Schülerinnen und Schüler zum Schreibwettbewerb ermutigen“, berichten Anne Hassel und Katharina Menne-Beck weiter. „Über direkte Kontakte haben wir darüber hinaus viele weitere Personen angesprochen sowie die Schulen des gesamten Landkreises Miltenberg kontaktiert. Dazu haben wir noch Plakate aufgehängt und Zeitungswerbung betrieben. Wir waren sehr optimistisch, dass sich junge Nachwuchsautoren für unseren Schreibwettbewerb begeistern würden.“

Motto mit breitem Spektrum

Ein Motto fanden die drei Initiatoren auch gleich. „Unser Schreibwettbewerb sollte von kleinen und großen Träumen handeln“, so Anne Hassel, Katharina Menne-Beck und Dr. Heinz Linduschka weiter. „Daher suchten wir Geschichten, Gedichte oder auch Tagebucheinträge zu diesem Motto. Diese sollten traurig, lustig, überraschend, nachdenklich oder auch alles zusammen sein. Wir wollten uns in jedem Fall überraschen lassen und nicht so sehr einschränken. Unser gewähltes Motto erlaubte ein breit gefächertes Spektrum und regte die Fantasie der Kinder an. So war bei der Themenwahl und der Ausgestaltung fast alles erlaubt. Ein paar formale Anforderungen mussten zwar erfüllt sein, aber das war es dann auch schon. Altersmäßig haben wir uns auf die 12- bis 18-Jährigen konzentriert.“

Gute Resonanz

Was dann auf die Jury zukam, hatte sie sich selbst nicht vorstellen können. „Wir haben 64 Einsendungen erhalten“, sind Anne Hassel, Katharina Menne-Beck und Dr. Heinz Linduschka begeistert, „von Pferdegeschichten über Geschichten zu Sport, sozialen Beziehungen, Freundschaft, historischen Themen und Liebe bis zu Schicksalsschlägen – es war fast alles dabei und alles war gut vorbereitet. Das hat unsere Erwartungen schon übertroffen und uns damit vor eine neue Herausforderung gestellt: Wir mussten eine Auswahl treffen!“

Veröffentlichung als Buch

Ziel war es, die Geschichten in gedruckter Form als Buch zu veröffentlichen. „Um einen vernünftigen Umfang zu erhalten, konnten wir nur 35 Geschichten abdrucken, also mussten wir auswählen“, führen die drei Jurymitglieder weiter aus. „Wir haben uns von der Originalität, der Sprachlichkeit und der Vielfalt leiten lassen. Auch das Alter der Jungautorin oder des Jungautors spielte natürlich eine Rolle. Wir drei haben unabhängig voneinander alle Geschichten gelesen und dann gemeinsam eine Auswahl getroffen. Dabei waren wir uns fast immer einig.“

Firma Oswald als Sponsor

Für den Druck des Buches brauchte das Trio finanzielle Unterstützung. „Mit Johannes Oswald und seinem Unternehmen Oswald Elektromotoren haben wir einen tollen Sponsor gefunden“, sind sich Anne Hassel, Katharina Menne-Beck und Dr. Heinz Linduschka einig. „Das Unternehmen hat den Druck des Buches finanziert und die drei Geldpreise gesponsert. Dafür bedanken wir uns sehr.“

Buchvorstellung am 30. November

Herausgekommen ist ein 180-Seiten starkes Buch mit einem Vorort von Dr. Heinz Linduschka, das im Wellhöfer-Verlag erschienen ist. Es wird bei einer Autorenlesung am 30. November um 19 Uhr in der Aula der Johannes-Butzbach-Gymnasiums Miltenberg der Öffentlichkeit vorgestellt. „Für die Kinder und Jugendlichen ist es ein tolles Gefühl, die eigene Geschichte in einem Buch gedruckt zu lesen“, so die Initiatoren. „Bei der Buchvorstellung werden einige unserer jungen Autorinnen und Autoren ihre Geschichte vorlesen. Im Anschluss daran werden durch die Entscheidung des Publikums die drei Preise vergeben. Und natürlich gibt es die Gelegenheit zu einer Autogrammstunde mit den Lieblingsautoren.“ Das Buch ist im örtlichen Buchhandel erhältlich. Und da ja schon bald Weihnachten ist noch ein Tipp: „Von kleinen und großen Träumen“ ist eine schöne Geschenkidee für kleine und große Leser!

„Von kleinen und großen Träumen“
Buch mit Geschichten junger Autoren aus dem Landkreis Miltenberg
180 Seiten, Wellhöfer Verlag, ISBN 978-3-95428-194-7
Preis: 9,80 Euro
Im örtlichen Buchhandel erhältlich

Buchvorstellung mit Preisverleihung:
Mittwoch, 30. November 2016, 19 Uhr, Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg, Aula
Lesung ausgewählter Texte durch die Autoren, anschließend Preisverleihung und Autogrammstunde. Herzliche Einladung an alle Interessierten!

Laura Ullrich, Schülerin am JBG Miltenberg, 15 Jahre, aus Collenberg: „Ich habe schon immer gern gelesen und Aufsätze geschrieben. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mit dem Schreiben begonnen und mich an eigene kleine Geschichten herangewagt. Vor allem schreibe ich, weil ich mich dabei ausleben kann, Gefühle zum Ausdruck bringen kann. Besonders gefällt mir, dass ich einfach alles ausdrücken kann, was ich will. Der Schreibwettbewerb war jetzt eine gute Gelegenheit, mir eine themenbezogene Geschichte auszudenken. Inspiriert wurde ich durch ein Buch aus der Zeit des zweiten Weltkriegs, das ich gelesen habe. Meine Geschichte handelt von einem Traum von Freiheit während dieser Zeit.“

Jan Schedel, Schüler am HSG Erlenbach, 13 Jahre, aus Großwallstadt: „Bisher hatte ich mit Schreiben eigentlich nichts am Hut. Als wir aber von unserem Deutschlehrer auf den Schreibwettbewerb hingewiesen wurden, habe ich mich spontan dazu entschlossen mitzumachen. Die Geschichte, die dabei entstanden ist, ist meine erste. Es ist eine kurze Liebesgeschichte von zwei Personen, die ungewiss in einem Traum endet. Angeregt dazu wurde ich durch Musik, die ich hörte. Ich fand es gut, beim Schreiben die Ideen, die ich im Kopf hatte, zu Papier zu bringen. So konnte ich meine Gedanken ordnen. Das war ein gutes Gefühl. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich jetzt öfters etwas schreibe.“

Autor:

Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen