Volkstrauertag: Stilles Gedenken für den Frieden.
Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es am Volkstrauertag keine großen Feierstunden.

Der November kennt viele stille Tage: Allerheilgen, Allerseelen, Vorkstrauertag und Totensonntag. Zum Verweilen, zur Besinnung und inneren Einkehr lädt dieses altehrwürdige Kreuz ein zwischen Glashofen und Wettersdorf im Odenwald  bei Walldürn.
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  • Der November kennt viele stille Tage: Allerheilgen, Allerseelen, Vorkstrauertag und Totensonntag. Zum Verweilen, zur Besinnung und inneren Einkehr lädt dieses altehrwürdige Kreuz ein zwischen Glashofen und Wettersdorf im Odenwald  bei Walldürn.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Stiller Feiertag unter staatlichem Schutz

Bedeutung und Brauchtum

Der Volkstrauertag im November gilt in Deutschland als ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den sogenannten stillen Tagen.

Seit fast siebzig Jahren, seit 1952, wird er zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen: er erinnert an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Als stiller Feiertag genießt der Volkstrauertag besonderen gesetzlichen Schutz und bietet Gelegenheit zu Einkehr und Besinnung.

Doch das war nicht immer so.

An welchem Tag ist Volkstrauertag?

Volkstrauertag ist jedes Jahr am zweitletzten Sonntag vor dem Ersten Advent. Er fällt damit immer in die zweite Novemberhälfte. Der diesjährige Volkstrauertag ist am Sonntag, 15. November 2020

Genau eine Woche nach dem Volkstrauertag wird bei den evangelischen Christen der Totensonntag begangen.

Bedeutung des Volkstrauertags

Der Volkstrauertag ist heute ein bundesweiter Gedenktag für die Opfer von Gewaltherrschaft auf der ganzen Welt und der Kriegstoten.

In den meisten deutschen Bundesländern sind seine Inhalte gesetzlich allerdings nicht festgelegt, so dass sich der Fokus bei den Feierlichkeiten über die Jahre immer wieder verändert hat.

Volkstrauertag: Totengedenken

So wurde in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre, vor allem um die gefallenen deutschen Soldaten getrauert.

In der Folgezeit rückten dann die Opfer des Nationalsozialismus in den Mittelpunkt.

Heute wird allgemein der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror gedacht. Verstärkt nimmt man auch Bezug zu aktuellen Entwicklungen und der gegenwärtigen Corona-Pandemie.

Feierlichkeiten am Volkstrauertag

Nach alter Tradition findet am Volkstrauertag eine zentrale Gedenkstunde im Bundestag statt. Zu dieser Gedenkstunde sind der Bundespräsident, der Bundeskanzler, das Kabinett und das Diplomatische Corps anwesend.

Der Bundespräsident spricht ein offizielles Totengedenken und kann dabei durch Bezugnahme auf aktuelle Entwicklungen eigene Schwerpunkte setzen. Die Nationalhymne wird gespielt.

Volkstrauertag: Flagge auf Halbmast

Parallel dazu fanden bis 2019 an diesem Feiertag eigene Gedenkstunden und Kranzniederlegungen in vielen Städten und Gemeinden statt. Das dürfte im Pandemie-Jahr 2020 aufgrund der Schutzmaßnahmen wohl nicht möglich sein.

Dennoch werden Flaggen an öffentlichen Plätzen und Gebäuden auf Halbmast wehen und der Toten mahnen.

Angehörige gefallener Soldaten und anderer Opfer von Kriegshandlungen und Terror werden heuer einzeln am Volkstrauertag Blumen und Kränze an den Gräbern der Gefallenen und Verstorbenen ablegen.

Der Volkstrauertag ist ein stiller Feiertag

Laut Gesetz war in der Vergangenheit an den sogenannten stillen Feiertagen  öffentliche Tanz- und Sportveranstaltungen verboten – man sprach deswegen auch vom „Tanzverbot“ für stille Feiertage.
Das gilt erst recht für 2020.

Der Volkstrauertag aus historischer Sicht

Die Bedeutung des Volkstrauertages hat sich im Lauf der Jahrzehnte stark gewandelt.

Ursprünglich hatte er einen ganz anderen Charakter als heute: Im Jahr 1922 wurde der Volkstrauertag durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. eingeführt.

Begangen wurde er zunächst als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs.

Umwidmung zum Heldengedenktag

Nach seiner Einführung in der Weimarer Republik wurde der Volkstrauertag im Nationalsozialismus offiziell zum „Heldengedenktag“ umgenannt.

Statt des stillen Totengedenkens standen im Nationalsozialismus der Stolz und die Heldenverehrung an diesem Feiertag im Mittelpunkt.

Es gab Militärparaden und Flaggen wurden wieder voll gehisst.

Wechselndes Datum des Volkstrauertages

Auch das genaue Datum für den Gedenktag war nicht immer gleich gewesen:

Bei der Einführung des Feiertags in der Weimarer Republik wurde entschieden, den Volkstrauertag am fünften Sonntag vor Ostern zu begehen. Dies führte allerdings zu Meinungsverschiedenheiten mit der Kirche, da der Termin in die Fastenzeit fiel.

Als „Heldengedenktag“ im Nationalsozialismus wurde der Tag zunächst am zweiten Fastensonntag und ab 1939 jedes Jahr am 16. März (wenn es ein Sonntag war) beziehungsweise am Sonntag vor dem 16. März gefeiert.

Der Grund dafür war, dass die Wehrpflicht an diesem Tag im Jahr 1935 wiedereingeführt worden war

Mahnung an uns

Gedenktage wie der Volkstrauertag erinnern nicht nur an Verstorbene, sondern mahnen auch an unsere eigene Sterblichkeit.

Ein persönlicher Besuch auf Friedhöfen und zu Erinnerungsstätten ist angesichts
der gegenwärtigen Corona-Pandemie dennoch angebracht.

Am Volkstrauertag gedenken die Menschen der Opfer der vergangenen Kriege, zugleich ist er ein Symbol für Frieden und Versöhnung.

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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