Mode 4.0 – Die Kleidung der Zukunft

Noch vor 20 Jahren war es ganz normal, keine oder nur wenige Erfahrungen mit dem Internet gemacht zu haben. Einen privaten Computer hatten die wenigsten und Online Shopping war ein Thema, das noch in weiter Ferne lag. Seitdem ist viel passiert: Die Präsenz des Internets stieg rasant an, soziale Netzwerke etablierten sich und durch zahlreiche technische Neuerungen wachsen reale und virtuelle Welt immer mehr zusammen. Der technische Fortschritt hat große Auswirkungen auf das tägliche Leben, doch ist er auch im Modebereich zu spüren? Die Antwort auf diese Frage lautet ganz eindeutig: JA!

Kleidung aus dem Drucker

Was bis vor wenigen Jahren noch nach Zukunftsmusik klang, ist mittlerweile ein immer größer werdender Markt: Produkte aus dem 3D-Drucker lassen sich relativ schnell herstellen und können außerdem optimal auf die Wünsche des Kunden abgestimmt werden. Auch im Modebereich wird die 3D-Technologie langsam präsent. Einige bekannte Designer nutzten die Technik bereits für ihre Haute Couture Kollektionen. Ein Vorteil der Kleidung aus dem 3D-Drucker sehen die Modeschöpfer in der Möglichkeit, ihre Kreationen passgenau an den Körper des Kunden anzupassen, etwa mittels Körperscanning. Ein weiterer Pluspunkt: 3D-Drucker Mode lässt sich regionaler und somit auch nachhaltiger herstellen. Massenproduktionen unter schlechten Arbeitsbedingungen, wie man sie momentan häufig in Entwicklungs-oder Schwellenländern antrifft, könnten damit bald der Vergangenheit angehören – wichtig wäre es dann natürlich, alternative Beschäftigungen für die dort angestellten Arbeiterinnen und Arbeiter zu finden. Ein wenig Zeit wird zwar noch vergehen, bis Kleidung aus dem 3D-Drucker serienfähig wird, zukunftsfähig ist das Thema aber allemal.

Kleidung mit Köpfchen

Nicht nur Handys werden immer klüger, auch im Modebereich sind smarte Kleidungsstücke mittlerweile etabliert. Unter dem Begriff Wearables mag man sich zunächst Fitness-Armbänder oder ähnliche Pulsuhren zur digitalen Selbstvermessung vorstellen, inzwischen gibt es aber auch zahlreiche Kleidungs- und Schmuckstücke, die mit intelligenten Sensoren ausgestattet sind. So existieren beispielsweise smarte Messingarmbänder, die mit einer App verbunden sind und in einer Notsituation Signale und den GPS-Standort an einen zuvor ausgewählten Kontakt senden. Auch Menschen mit Beeinträchtigungen können von smarter Kleidung profitieren. So wurde ein sich selbstschnürender Schuh entwickelt, der sich über ein Kommando in der entsprechenden Smartphone-App steuern lässt. Für ältere Menschen gibt es Oberteile, die im Falle eines drohenden Herzinfarktes einen Notruf an einen zuständigen Arzt absetzen. Und Profifußballern kommt sensorisch vernetzte Funktionskleidung zugute, die die Geschwindigkeit der Spieler und die Anzahl der Ballkontakte registriert.

Das Kleid weiß, was man denkt

Damit nicht genug: Einige Kleidungsstücke sind sogar noch eine Spur intelligenter, sie können nämlich die Gefühle der Trägerin oder des Trägers erkennen. Richtig gelesen, denn diese Modeartikel besitzen spezielle Aufsätze, die über Sensoren mit dem Gehirn verbunden sind. Gefühle auszudrücken war noch nie so einfach: Wechselt sich die eigene Stimmungslage, so verändert sich auch die Farbe des Kleidungsstückes. Ob man seine Gemütslagen derart offen nach außen tragen möchte, ist eine andere Frage.

Personalisiertes Shoppingvergnügen

Stundenlanges Herumgesuche in Online-Shops könnte schon bald der Vergangenheit angehören – zumindest, wenn man auf die Virtual Reality in der Modewelt setzt. Die VR-Brillen werden im Gaming-Bereich schon mit Begeisterung getragen und kommen nun auch in der Modewelt an. Wer eine solche Brille trägt, kann sich auf eine virtuelle Shoppingtour begeben und die Brille als Einkaufshilfe nutzen. Auch im Marketing-Bereich rückt der einzelne Kunde zunehmend in den Fokus des Interesses. Neben dem Registrieren von Daten kann smarte Kleidung nämlich auch reagieren. Wird der Kunde dank dem ins Oberteil eingearbeitetem RFID-Tag beim Betreten des Geschäftes erkannt, können Infos über passende Produkte entsprechend der individuellen Kaufhistorie in Sekundenschnelle bereitgestellt werden. Das Ende der Fahnenstange ist hier noch lange nicht erreicht, dessen sind sich Mode- und Marketingexperten ebenso wie Technikfans sicher.

Autor:

Birte Sonnenhagen aus Miltenberg

2 Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.