Pflegebedürftige und Angehörige sollten sich auf ein Telefonat mit der Krankenkasse vorbereiten
Hausbesuche zur Begutachtung erneut ausgesetzt

Eine telefonische Begutachtung zur Erst-Einstufung ersetzt derzeit die Hausbesuche durch den MDK.
  • Eine telefonische Begutachtung zur Erst-Einstufung ersetzt derzeit die Hausbesuche durch den MDK.
  • Foto: Bild: Sabine van Erp auf Pixabay
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Laut einer Pressemitteilung des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) vom 6. November 2020 werden die persönlichen Begutachtungen in Form von Hausbesuchen zur Erst-Einstufung in einen Pflegegrad wieder eingestellt.

Um das Infektionsrisiko gerade bei gefährdeten Personengruppen zu minimieren hat sich der MDK zu dieser Maßnahme entschlossen. Er weicht wieder, wie auch in der ersten Welle der Pandemie, auf telefonische Begutachtungen aus. Da sich der Gutachter nun kein persönliches Bild vor Ort machen kann, ist es umso wichtiger, dass sich die Pflegebedürftigen und die Angehörigen gut auf das Telefonat vorbereiten. Dazu bekommen sie vom medizinischen Dienst einen Fragebogen zugeschickt und ein Zeitfenster, in dem sich der Gutachter oder die Gutachterin telefonisch melden wird. Was sollte nun also in der Vorbereitung und im Telefonat beachtet werden?

Gehen Sie den mitgeschickten Fragebogen gewissenhaft durch und füllen Sie ihn aus. Überlegen Sie sich Beispiele zu den einzelnen Punkten aus ihrem Alltag. So können Sie dem Gutachter ein Bild vermitteln, wie die Situation zuhause momentan aussieht. Verfolgen Sie während des Gesprächs genau, ob alle Themen auf ihrer Liste besprochen wurden. Sind am Schluss noch Themen offen, dann sprechen Sie sie von sich aus an. In dem Gutachten können nur Informationen aufgenommen werden,
die der Gutachter auch erhält. Auch im Telefoninterview haben pflegende Angehörige das Recht auf ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Gutachter oder der Gutachterin. Dieses dient dazu sensible Themen zu besprechen, die in Anwesenheit des Pflegebedürftigen unangenehm sein können.

Vor einem fremden Menschen am Telefon über eine Inkontinenz zu sprechen fällt oft schwer. Auch bei Menschen mit Demenz, bei denen häufig die Krankheitseinsicht fehlt,
ist das Vier-Augen-Gespräch eine gute Möglichkeit, die tatsächliche Situation zuhause zu schildern, ohne den Erkrankten vor den Kopf zu stoßen. Überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Hilfsmittel Ihnen den Alltag zuhause erleichtern können. Geben Sie diese in der Begutachtung mit an, gilt dies als Antrag und wird automatisch von der Pflegekasse weiter verfolgt.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige (BSA) unterstützen Sie in der Vorbereitung auf eine Begutachtung und auch im weiteren Verlauf.

In einem persönlichen Gespräch oder auch am Telefon wird die Systematik der Begutachtung und der Ablauf besprochen. Punkt für Punkt werden die individuellen Einschränkungen der Selbständigkeit durchgesprochen. Je besser Pflegebedürftige und pflegende Angehörige auf die Begutachtung vorbereitet sind, desto realistischer fallen die Gutachten aus.
Entspricht ein Gutachten nicht Ihrer Ein­schätzung, haben Sie die Möglichkeit innerhalb von vier Wochen Widerspruch einzulegen. Auch zu diesem Thema beraten wir gerne, schauen uns gemeinsam das Gutachten an und begleiten im Widerspruchsverfahren.sch

Beratungen bietet die BSA in Miltenberg, Erlenbach und Stadtprozelten an.

Sie erreichen die Mitarbeiter telefonisch
Montag von 10 – 12 Uhr, Dienstag von 15 – 17 Uhr und Donnerstag von 9 – 11 Uhr
in Miltenberg unter der 09371 6694920
oder Mittwoch von 10 – 12 und von 14 – 16 Uhr
in Erlenbach unter der Tel.-Nr. 09372 9400075

Eine Kontaktaufnahme ist auch per E-Mail möglich: info@seniorenberatung-mil.de
oder schauen Sie auf unserer Homepage vorbei: www.seniorenberatung-mil.de

Autor:

Blickpunkt MIL aus Miltenberg

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