„Wohnen bleiben zu Hause“ bleibt erklärter Wunsch der älteren Bevölkerung
Seniorenpolitisches Gesamtkonzept aktualisiert

Der Anteil der zu Hause gepflegten Menschen ist derzeit hoch.
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Nach langer Vorarbeit ist es endlich geschafft: Der Kreistag hat in seiner Juli-Sitzung die aktualisierte Fassung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes (SPGK) für den Landkreis Miltenberg mit dem Untertitel „Älter werden mit und ohne Behinderung“ mit integrierter Pflegebedarfsplanung beschlossen.

Professor Dr. Dieter Kulke (Würzburg) überprüfte und schrieb das 2009 erstmals erstellte Konzept fort, das Institut MODUS (Bamberg) erstellte die Bevölkerungsentwicklung und die Pflegebedarfsplanung.
Dem SPGK liegt auch eine Analyse der Versorgungssituation älterer Menschen im Landkreis zugrunde. Dazu wurden unter anderem die Seniorinnen und Senioren über 60 Jahre befragt. Sie nahmen diese Gelegenheit gerne wahr und so freuten sich die Fachleute über eine hohe Rücklaufquote der Fragebögen.

In Professor Kulkes Fazit spiegelte sich die Tatsache wider, dass seit 2009 im Landkreis Miltenberg viel erreicht wurde. So seien nahezu flächendeckend Nachbarschaftshilfen und damit verbunden deutlich mehr Fahrdienste entstanden. Freizeit-, Sport- und Bildungsangebote seien vielfältig vorhanden und das bürgerschaftliche Engagement sei weiterhin sehr hoch. Auch gebe es positive Entwicklungen in der Hospiz- und Palliativversorgung.

Strukturen zu schaffen, die den Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Lebensqualität auch im Alter und bei Behinderung ermöglichen, ist jedoch weiterhin eine wichtige kommunale Aufgabe. Das belegt auch die Bevölkerungsprognose: Im günstigsten Fall rechnet man im Jahr 2037 mit einer Bevölkerung von etwa 130.000 Personen. Davon werden rund 8.000 Menschen zwischen 75 und 79 Jahren alt sein, mehr als 11.000 Personen werden zur Gruppe der sehr alten Menschen über 80 Jahre gehören. Damit steigt auch der Anteil der Menschen, die auf Hilfsmittel und Unterstützung angewiesen sind.
Das SPGK enthält, aufgeteilt nach elf Handlungsfeldern, 72 Handlungsempfehlungen für den Landkreis, die Kommunen und weitere Akteure. Hauptaugenmerk bei der weiteren Umsetzung sollte laut Professor Kulke auf den Handlungsfeldern „Wohnen zu Hause“ sowie „Integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“ liegen. Diesen Feldern wurden durch die befragten Kommunen, Seniorenvertretungen und Anbieter der Offenen Seniorenarbeit die größte Priorität zugewiesen.
Auch die Ergebnisse der Bürgerbefragung untermauern diese Ergebnisse: Wohnen in den eigenen Räumen bis ins hohe Alter ist weiterhin erklärter Wunsch der Seniorinnen und Senioren. Denn, so die Erkenntnis: Das Wohnen im gewohnten Umfeld trägt erheblich zum körperlichen und seelischen Wohl bei. Um möglichst lange zuhause leben zu können, ist es laut dem Professor wichtig, dass die Wohnungen barrierefrei gestaltet sind und möglichst wenige Treppen vorhanden sind. Denn, so zeigt es die Befragung, mit dem Alter nehmen die Schwierigkeit beim Meistern der Treppen zu. Aber auch in den Bädern wurden in der Befragung Hindernisse aufgezeigt. Wohnberatung und Wohnungsanpassung könnten hier einen entscheidenden Beitrag zur Ermöglichung des Wohnens zuhause beitragen, so Professor Kulke. Ergänzend sei eine gute, ortsnahe und mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbare Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, ärztlich-therapeutischen Angeboten und Begegnungsstätten notwendig.

Der überdurchschnittlich hohe Anteil der zu Hause gepflegten Menschen sei nur mit Hilfe der Angehörigen zu halten, die dafür vielfältige Unterstützung benötigen. Aus Sicht der Pflegebedarfsplanung gibt es dafür gute Voraussetzungen: Der Landkreis ist im Hinblick auf ambulante Pflegedienstleistungen derzeit noch gut, im Bereich der Tagespflege sogar für die nächsten Jahre schon jetzt sehr gut aufgestellt. Auch der Bedarf an stationären Pflegeplätzen ist für die nächsten Jahre gedeckt. Handlungsbedarf gebe es bei der Kurzzeitpflege. Es gelte den Zugang zu freien Plätzen zu erleichtern und Anreize für die Schaffung von weiteren Plätzen zu prüfen.
Die Arbeit an der Umsetzung des SPGK wird weiterhin durch Fachleute in den Einrichtungen der Altenhilfe und der Landkreis- und Gemeindeverwaltung in enger Zusammenarbeit mit den vielen Engagierten in der kommunalen, kirchlichen und offenen Seniorenarbeit erfolgen. jun

Info:
Ausführliche Informationen:
www.landkreis-miltenberg.de unter der Rubrik Bildung,Soziales & Gesundheit/Senioren, Pflege & Betreuung
Kontakt: Christina Jung, E-Mail: christina.jung@lra-mil.de

Der Anteil der zu Hause gepflegten Menschen ist derzeit hoch.
Viele Senioren möchten gerne in der eigenen Wohnung bleiben.
Autor:

Blickpunkt MIL aus Miltenberg

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