Keine Chance den fiesen Viren!

Ausreichende Bewegung an der frischen Luft stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und schützt vor Krankheiten. (Foto: MEV)
 
Kinder sind häufiger erkältet als Erwachsene. Spielen im Freien und nach Herzenslust durch Regenpfützen toben stärkt ihr Immunsystem. (Foto: MEV)
 
Marlene Deß aus Miltenberg mit ihren Söhnen Theo (links) und Joscha (Foto: Marlene Deß)
 
Sonja Cremer, Kräuterexpertin aus Sulzbach (Foto: privat)
Landkreis Miltenberg: Landkreis Miltenberg |

Mit den richtigen Tipps halten Sie sich die Erreger vom Leib und kommen gesund und fit durch die kalte Jahreszeit

Nun hat uns der Herbst doch fest im Griff! Nasskaltes Schmuddelwetter, nur noch ab und zu lässt sich die Sonne blicken. Der Himmel ist oft grau und trüb. Gute Laune? Fehlanzeige! Und hoppla, hustet da nicht schon eine Kollegin am Schreibtisch nebenan?

„Mich hat es erwischt!“

Wie schnell ist es jetzt passiert und man hat eine fiese Erkältung oder liegt mit einer Grippe flach. Erkältung und Grippe sind aber nicht das Gleiche. Um eine Erkältung handelt es sich wahrscheinlich, wenn der Arzt einen „grippalen Infekt“ diagnostiziert. „Grippaler Infekt“ und „Erkältung“ sind also zwei unterschiedliche Namen für ein Krankheitsbild, das von einer Vielzahl verschiedener Erreger ausgelöst werden kann. In der Regel sind es Viren, die zu allem Übel aus vielen verschiedenen Familien stammen können. Dazu zählen beispielsweise Adeno-, Rhino- oder Enteroviren. Manchmal sind auch Bakterien schuld an der Erkältung.

Erkältung oder „echte“ Grippe?

Eine „echte“ Grippe oder auch Virusgrippe, in Fachkreisen auch Influenza genannt, wird durch eine bestimmte Art von Viren ausgelöst, die sogenannten Influenza- oder Grippeviren. Meist beginnt eine „echte“ Grippe plötzlich mit starken Kopf- und Gliederschmerzen. Man bekommt Fieber – oft über 38,5 ° Celsius – und fühlt sich müde und geschwächt. Während sich eine Erkältung meist innerhalb weniger Tage deutlich bessert, kann die „echte“ Grippe langwieriger verlaufen. Nicht selten müssen die Erkrankten für einige Tage das Bett hüten, denn sie sind richtig krank.

Viel Bewegung und gesunde Ernährung

Jeder Erwachsene ist durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Jahr erkältet. Bei Kindern ist das noch häufiger der Fall. Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie jetzt vorbeugen, um den fiesen Viren die Stirn zu bieten und sie in Schach zu halten. Es gibt zwar keinen hundertprozentigen Schutz, aber eine ganze Reihe guter und vor allem bewährter Möglichkeiten, eine Erkältung zu umgehen. Denn Vorbeugung ist das A und O!

Bewegung an der frischen Luft

Ganz wichtig ist ausreichende Bewegung. Wer viel Zeit an der frischen Luft verbringt und nicht nur bei sonnigem Wetter die Jacke überstreift, tut sich viel Gutes. Gehen Sie regelmäßig spazieren oder – noch besser – treiben Sie Sport. Das kann Nordic Walking, Joggen oder auch Radfahren sein. Erlaubt ist, was Ihnen gefällt. Wer körperlich aktiv ist, stärkt erwiesenermaßen seine Abwehrkräfte und ist damit weniger anfällig für krankmachende Keime.

Gesunde Ernährung

Es ist kein Geheimnis, dass eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse ein Übriges tut. Die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, Vitamine und Spurenelemente werden vom Körper für das Immunsystem benötigt. Es heißt nicht umsonst „An apple a day keeps the doctor away!” – „Täglich einen Apfel essen, und den Arzt kannst Du vergessen!“
Zur Stärkung des Immunsystems ist es außerdem wichtig, genug zu trinken, denn eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute fit. Gut geeignet dazu sind neben Wasser vor allem Tee. Salbeitee zum Beispiel ist gut bei Halsschmerzen, Thymiantee lindert Husten.

Gewürze – wahre Naturarzneien

Eine Vielzahl von wohlschmeckenden Gewürzen sind wahre Naturarzneien. Pfeffer beispielsweise hilft, schädliche Bakterien zu vernichten. Weil sich das Aroma beim Kochen aber schnell verflüchtigt, sollten Sie Pfeffer immer erst kurz vor dem Anrichten zugeben. Das Gewürz passt zu fast allem, so dass Sie es beliebig verwenden können. Deshalb heißt es heute noch im Englischen „Allspice“.

Hustensirup – ideal zum Vorbeugen

Bevor der nächste Husten Sie eiskalt erwischt, können Sie mit einem alten Hausmittel schon mal vorbeugen, dem Maiwipferl-Hustensirup. Vielleicht haben Sie ja noch ein Fläschchen davon im Schrank. Falls nicht können Sie ihn im gut sortierten Fachhandel kaufen. Fichten und Tannen bilden Ende April bis Anfang Juni ihre frischen hellgrünen Triebe. Diese „Maiwipferl“ enthalten wertvolle ätherische Öle, Harze, Tannine und sehr viel Vitamin C. Sie entfalten eine antiseptische Wirkung und hemmen so die Bildung von Bakterien. Einige Löffel des Sirups – der bei Kindern sehr beliebt ist – am Tag einfach so eingenommen wirken vorbeugend – übrigens nicht nur bei Husten!
Wenn Sie den Sirup selbst herstellen möchten, dann sammeln Sie im nächsten Frühjahr die Triebe von Fichten und Tannen. Sie können sie direkt nach der Ernte verarbeiten oder auch trocknen, um den Sirup später herzustellen. Sammeln Sie aber bitte immer sehr sparsam, um die Bäume nicht zu schädigen, also lieber von mehreren Bäumen nur wenig als von einem Baum zu viel zu ernten. Das Rezept zum Selbermachen finden Sie weiter unten.

Schlaf, Stress und Co. – auch das ist wichtig

Achten Sie auf einen regelmäßigen und vor allem ausreichenden Schlaf. So können Sie Ihr Immunsystem zusätzlich stärken und einer Erkältung vorbeugen. Viele Menschen schwören auch auf das Schwitzen und gehen in die Sauna. Die Temperaturwechsel von heiß zu kalt können hilfreich sein und eine Erkältung bereits im Keim ersticken. Ebenfalls ganz wichtig: Händewaschen! Regelmäßig und gründlich mit Seife! Dadurch können die Erkältungsviren gar nicht erst von den Händen in den Mund oder in die Nase gelangen. Last but not least: Gehen Sie gelassener mit Stress um! In einem gestressten Körper haben heimtückische Viren leichtes Spiel. Planen Sie Erholungspausen in Ihren Alltag ein und entspannen Sie sich regelmäßig.

Kürbis – gegen krank machende „Geister“

Und hier noch ein besonderer Tipp. Der Kürbis, der an Halloween eine große und gruselige Rolle spielte, kann nicht nur mit dem „Horroreffekt“ punkten. Das Fruchtgemüse ist ausgesprochen gesund, denn es ist reich an Nährstoffen, aber sehr kalorienarm. Das im Kürbis in großen Mengen enthaltene Vitamin C ist als Prophylaxe prima geeignet. Die tolle Farbe orange rührt vom vielen Betacarotin her, das in der Schale steckt. Der Körper stellt daraus Vitamin A her, das unserem Immunsystem guttut und die Abwehrkraft des Körpers stärkt. Obendrein sind im Fruchtfleisch wertvolle Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium enthalten, die Herz und Nerven stärken. So ist der Kürbis wahrhaftig ein Superfood, das krank machende „Geister“ und „Monster“ in Schach hält – nicht nur an Halloween!

Marlene Deß aus Miltenberg mit ihren Söhnen Theo (links) und Joscha: „Ich mochte den Herbst früher lieber. Raschelndes Laub, stürmischer Wind, Regentropfen am Fenster. Einkuschelzeit. Seit ich Kinder habe, haben sich die typischen Herbstgeräusche von romantischem Rascheln in hochziehende Rotznasen, Dauerräuspern, trockenen Husten und leidende Stimmchen verwandelt. Komplett vermeiden lassen sich Erkältungskrankheiten nicht, am besten hilft bekanntermaßen ein gutes Immunsystem. Gerade bei kleinen Kindern ist das noch nicht ausgereift und es dauert einfach, bis das Kind nach und nach gegen die vielen Erreger immun wird. Damit es sich bei uns zumindest nur jeder zweite Virus gemütlich macht, versuchen wir, uns so gesund wie möglich zu ernähren. Obst und Gemüse kommen so auf den Tisch, wie die Kinder es am liebsten mögen. Ob nun Gemüsepfanne mit Reis, Obstsalat mit Kokosmilch oder Möhrensticks mit Nugatcreme, jedem das seine. Wir gehen jeden Tag an die frische Luft, egal bei welchem Wetter, Hauptsache die Kleidung dazu ist passend und keiner bekommt nasse Füße. Spaziergänge, Sport, spielen und toben im Freien beugen der Austrocknung der Schleimhäute vor und halten den Kreislauf fit. Wir lüften außerdem viel, damit die Heizungsluft ausgetauscht wird. Meine Lieblingsmethode im Kampf gegen Erreger aller Art: Händewaschen mit Seife! Das ganze 20 bis 30 Sekunden lang, wer nicht auf die Uhr schauen mag, summt zweimal Happy Birthday. Das ist einfach, aber effektiv und man kann es auch schon den Kleinsten beibringen.“

Sonja Cremer, Kräuterexpertin aus Sulzbach: „Gegen Erkältung sind viele Heilpflanzen gewachsen. Mein Geheimtipp zur Vorbeugung und auch bei akuter Erkältung ist warmer Holunderbeerensaft mit Honig. Schmeckt lecker und stärkt durch den hohen Gehalt an Vitamin C das Immunsystem. Ist auch besonders für Kinder zu empfehlen.
Hier das Rezept:
Sie benötigen 100 ml Holunderbeerensaft, 50 ml heißes Wasser und 1 TL Honig. Holunderbeerensaft mit heißem Wasser auffüllen. Honig darin auflösen und gemütlich im Bett oder auf der Couch genießen.“

Zum Selbermachen: Maiwipferl-Hustensirup
• Geben Sie zwei große Hände voll junger (oder getrockneter) Fichtentriebe in einen kleinen Topf.
• Mit ca. 1 bis 1,5 Liter Wasser aufgießen.
• Die Mixtur aufkochen und danach noch 15 Minuten bei kleiner Flamme weiter köcheln lassen.
• Vom Herd nehmen und den Sud einen Tag ziehen lassen.
• Den Sud am nächsten Tag abseihen und 1 bis 1,5 kg Zucker hinzugeben. Lassen Sie das Ganze nochmals solange aufkochen, bis die Flüssigkeit eine sirupartige Konsistenz angenommen hat.
• Füllen Sie den so gewonnenen „Maiwipferl-Hustensaft“ in gründlich gereinigte Flaschen ab. Er ist bis zu einem Jahr haltbar.
Variante ohne Kochen:
• Befüllen Sie ein gut schließendes Twist-Off-Glas schichtweise mit Tannenspitzen und Zucker oder Honig. Die Schichten immer gut andrücken, sodass möglichst wenig Zwischenräume entstehen. Die letzte Schicht ist Zucker oder Honig.
• Das gut verschlossene Glas stellen Sie jetzt ein halbes Jahr an einen sonnigen Platz – ab und zu mal schütteln und umdrehen, damit sich alles gleichmäßig vermischt. Im Herbst die Tannenspitzen mit Hilfe eines Tuchs abpressen und den Sirup in kleine Flaschen abfüllen – danach kühl und dunkel lagern.
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