Stehende Ovationen für die jungen Künstlerinnen und Künstler

Stilbruch, hier mit Florian Brettschneider (Gitarre) als Gastmusiker, brachten das Bürgerzentrum zum Beben.
 
Eine perfekte Kombination: Ausnahmepianistin Margarita Shlyakhetko und Sopranistin Laura Brettschneider.
Mit stehenden Ovationen sind am frühen Sonntagabend die „Ovationen 2018“ im Bürgerzentrum Elsenfeld zu Ende gegangen. Ziel erreicht, hieß es nach über zwei Stunden bester Unterhaltung: Junge Künstlerinnen und Künstler präsentierten sich dem Publikum und musizierten gemeinsam in verschiedenen Formationen.

Die Förderung von Kindern und Jugendlichen sei dem Landkreis Miltenberg ein besonderes Anliegen, sagte Landrat Jens Marco Scherf zu Beginn der Veranstaltung und freute sich auf viele bekannte Gesichter auf der Bühne. Dazu gehörte nicht nur Moderator Florian Brettschneider, der sein Talent nicht nur als lockerer Moderator im Gespräch mit allen Künstlerinnen und Künstlern zeigte, sondern auch auf seiner Gitarre begeisterte. Nach zwei Etüden Brettschneiders für klassische Gitarre zu Beginn des Abends zeigte Margarita Shlyakhetko ihr Können auf dem Klavier. Die aus Usbekistan stammende und seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland lebende Pianistin ist im Landkreis Miltenberg schon seit einigen Jahren keine Unbekannte mehr und verzauberte das Publikum mit ihren präzisen und emotionalen Tastenanschlägen. Wie sie verriet, ist sie in zwei weiteren Bandprojekten aktiv, die gar nichts mit Klassik zu tun haben: Zum einen geht es um symphonischen Metal, in einer anderen Band spielt sie eine Melange aus Jazz, Grunge und Funk. Man darf also gespannt darauf sein, was die junge Künstlerin demnächst noch abliefert. Mitreißend präsentierte sie unter anderem ein neues Arrangement des bekannten Liedes „Asturias“, im Original von Isaac Albéniz.

Wie viele Talente aus dem Erlenbacher Hermann-Staudinger-Gymnasium kommen, ist mittlerweile über Erlenbach hinaus bekannt. Das achtköpfige Mädchenensemble Les Chouettes, übersetzt „Die Eulen“, riss die Gäste im Bürgerzentrum zunächst mit Brahms‘ „Die Meere“ hin, anschließend mit „At Twilight“. Erstaunlich, was aus diesem Gesangsensemble geworden ist, das zunächst mit nur drei Mädchen gestartet war. Das Repertoire von Marina Bonn, Amelie Noß, Luise Vollmer, Maria Lorenz, Lea Wießler, Elena Zengel, Klara Wöber und Anna Geißler ist mittlerweile breit gefächert und reicht von Chorliedern aus der romantischen Epoche bis hin zu Pop und Rock. Begleitet wurden sie von Musiklehrer Florian Reuthner und Amadeus Lorenz am Klavier.

Doch damit nicht genug in Sachen HSG-Talente: Die Band Soundcontainer brachte das Publikum zunächst mit dem Simon & Garfunkel-Klassiker „Cecilia“ zum Mitwippen, ehe sie „Oft gefragt“ von der deutschen Popformation AnnenMayKantereit interpretierten. Florian Brettschneider entlockte Sasha Lemberger, Simon Bruhm, Louis Markert, Louis Hornung und Emil Spilger unter anderem das Geheimnis, wie die Band zu ihrem Namen kam. Kleiner Hinweis: Es hat mit den Bauarbeiten am HSG zu tun...

Am Beispiel der Sopranistin Laura Brettschneider konnte man sehen, welche großartige Entwicklung sie in den letzten Jahren genommen hat. Selbstbewusst auf der Bühne mit ausdrucksstarker Gestik und einer unverwechselbaren Stimme, machte sie dem Publikum Lust auf Musicals. Die 16-Jährige, die im Alter von sieben Jahren erstmals öffentlich aufgetreten ist, wurde nicht umsonst in diesem Jahr mit der Maximalzahl von 25 Punkten beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet. Vor allem ihr Vortrag von „Wer bin ich, Gott“ aus „Die Päpstin“ war ganz große Sangeskunst. Begleitet wurde sie von Margarita Shlyakhetko am Klavier. „Musicals haben für mich das gewisse Etwas“, antwortete sie auf eine Frage ihres Bruders Florian, denn man könne sich dabei sehr gut in andere Menschen hineinversetzen. Nächstes Jahr wird sie übrigens die Hauptrolle im Main-Musical-Stück „Peter Pan“ spielen.

Das deutschlandweit bekannt Trio Stilbruch, das mittlerweile aber in ganz Europa unterwegs ist, brachte auch in Elsenfeld das Bürgerzentrum zum Beben und animierte die Gäste zum Mitklatschen. Wer noch nicht überzeugt war, dass man mit klassischen Instrumenten wie Cello und Geige packende Pop- und Rockmusik machen kann, wurde spätestens am Sonntagabend eines Besseren belehrt. Sebastian Maul (Cello), Philippe Amadé Polyak (Geige) und Stan Neufeld (Schlagzeug) brachten mit ihren deutschen Texten und einer ordentlichen Bühnenshow das Bürgerzentrum in Stimmung. Mit lautem Klatschen honorierten die Gäste die energiegeladene Darbietung des Trios, das aber auch in der Lage ist, leise Töne anzuschlagen. Im nächsten Jahr soll eine neue CD kommen, verriet Sebastian Maul und würde sich darüber freuen, wenn der ein oder andere Musiker der Ovationen als Gastmusiker dabei sein könnte.

Im zweiten Teil des Konzerts zeigte sich die ganze Klasse der beteiligten Künstlerinnen und Künstler des Abends. Einen nach dem anderen holten sich Stilbruch auf die Bühne und musizierten gemeinsam. Nur eine einzige Probe hatten sie vorher absolviert und dennoch klappte das Zusammenspiel perfekt. Egal ob im Duo Florian Brettschneider (Gitarre) mit Stan Neufeld (Schlagzeug) beim treibenden „The Tall Fiddler“, im Stilbruch-Duett mit Laura Brettschneider („Leg deinen Kopf in meine Hände“) oder beim großen Finale mit allen Beteiligten auf der Bühne – dieser Abend machte Lust auf die nächsten Ovationen. Kulturreferat und Armin Hupp (Konzept/Planung/Organisation) haben wieder einmal einen Abend gestaltet, der lange in Erinnerung bleiben wird.
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