Amorbacher Klosterchor tritt am 2.2.2018 bei Fastnacht in Franken auf

 
Die Sänger:von links) Bruder Mal-du‘s (Michael Friedel), Bruder Musicus (Wolfgang Jach), Bruder Justus (Franz Richter), Bruder Printus (Egid Ballweg), Bruder Omnibus (Gerhard Ewald), Bruder AOK-us (Walter Berberich), Bruder Qualitus (Thorsten Roth), Bruder Styroporus (Roland Setzer), Bruder Amadeus (Ulli Etzel), Bruder Pinselus (Klaus Weintz) und Bruder Blechmann (Oliver Neuberger). Es fehlen Bruder Kopfnuss (Dominik Neuberger), Bruder Luftikus (Michael Picard) sowie sowie Bruder Caravanus (Alfred Roth).

Der Amorbacher Klosterchor, seitüber 30 Jahren Bestandteil der Amorbacher Faschelnacht, steht vor seinem wichtigsten Auftritt:die Teilnahme bei „Fastnacht in Franken“ am Freitag, 2. Februar ab 19 Uhr live im Bayerischen Fernsehen! Auch Schlagzeuger Volker Krug, „Bruder Rhythmus“ hatte sich sehr auf diesen Auftritt gefreut. Der plötzliche Tod des Musikers am 19. Januar änderte zunächst alles. Weiter Fasching feiern? Eine Absage aller Auftritte wurde in Erwägung gezogen. Der entscheidende Anstoß, weiterzumachen, kam aus der Familie des Verstorbenen: „Volker hätte das so gewollt. Für ihn wäre es das Größte gewesen.“

Männer in Weinrot

Die Brüder sind eine illustre Truppe – viele davon Elferräte des Carneval Club Amorbach 1954 e. V. – mit eigener musikalischer Begleitung. Der Name „Klosterchor“ ist eine Reminiszenz an das historische Kloster der Barockstadt. Charakteristisch für einen
Klosterbruder sind die weinrote Kutte mit Kapuze, das Käppchen und der einfache Strick als Gürtel, dazu kommt noch das Textbuch in Psalter-Optik. Man legt auch großen Wert darauf, dass die Kirche bei Auftritten nie lächerlich gemacht oder diskriminiert wird. Diesen Schutz genießen andere Institutionen oder prominente Personen nicht! 

Keine zahmen Klosterbrüder

Bei ihren Auftritten nehmen die Klosterbrüder kaum ein Blatt vor den Mund: kritisch und  humorvoll werden aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufs Korn  genommen, verpackt in gängige Melodien, Evergreens und Chart-Hits. Diese Mischung
kommt nicht nur beim heimischen Publikum an,sie gefiel auch den Verantwortlichen des Bayerischen Fernsehens. Ulli Etzel alias Bruder Amadeus ist gleichzeitig Sitzungspräsident des CCA und kümmert sich um Auftrittstermine und das Marketing:

 „Um allen Gerüchten vorzubeugen:Wir haben an keinem Casting oder Faschingswettbewerb teilgenommen. Der Kontakt zum BR entstand durch den Präsidenten des Fastnacht-Verbandes Franken, Bernhard Schlereth, nachdem er uns gehört hatte. Er arrangierte einen Auftritt bei der Sitzung des TSG Veitshöchheim und lud dazu auch die für ,Fastnacht in Franken‘ zuständigen Verantwortlichen des Bayerischen Rundfunks ein, um uns zu ,begutachten‘. Unser Auftritt
sorgte für Stimmung, und so kam der Klosterchor ins Spiel.“


Oliver Neuberger alias Bruder Blechmann ergänzt:
„Wir haben dann vom BR einen ganzen Sack voller Hausaufgaben gekriegt. Das neue Programm, Gesang und Choreo sollten natürlich besonders gut werden. Dafür proben wir schon seit September zweimal pro Woche.Wir haben eine Demoaufnahme eingeschickt und schließlich kam im Dezember die feste Zusage.“

Bibe, ora et labora – bierernste Proben, Spaß und Fleiß

Oliver Neuberger ist von Anfang an beim Klosterchor dabei. Was gefällt ihm am Klosterleben“?

„Ich habe Spaß am Gesang und der Geselligkeit und an der Art der Lieder. Die Auftritte sind toll und die Proben lustig ohne Ende. Wir lachen viel, sind aber trotzdem fleißig.“ 
Er kümmert sich um Organisatorisches, stellt auf seinem Firmengelände den Proberaum „Kloster Neuberger“ und das technische Equipment zur Verfügung.  Gemeinsam mit seiner Frau Marlene, Ulli Etzel, Thorsten Roth, Gerd Rindsfüsser und Wolfgang Jach bildet er das „Orga-Team“, das die Bühnenprogramme kreiert. 

„Wir fangen immer nach den Sommerferien an und überlegen uns die Themen: Was ist aktuell, was könnte auch im Fasching noch interessierenund wie setzen wir das musikalisch um? Für das aktuelle Programm hat diesmal Gerd viele Lieder getextet. Wir feilen dann solange an den Entwürfen bis hin zu einzelnen Silben, bis es passt.“

Eine neue musikalischeHerausforderung

„Njanjanjanjanja,FAFAFAFAFA, DIWADUWA“: Konzentriert üben die Männer in den weinroten Mönchskutten Tonleitern und modulieren Laute wie Schauspielschüler beim 
Sprechtraining. Wolfgang Jach wurdevor vier Jahren vom Klosterchor „um ein paar musikalische Tipps“ gebeten. Heute gehört er als Bruder Musicus fest dazu und coacht den Chor gesanglich. 

„Nach meiner Zeit als Musiklehrer am Amorbacher Gymnasium und
nach dem Motettenchor Miltenberg,den ich 25 Jahre geleitet habe, ist dies nun gleichsam meine dritte ,Karriere‘. Vergleichbar mit einem klassischen Chor und Orchester ist natürlich, dass melodisch und rhythmisch möglichst korrekt gesungen werden muss. Aber
komplizierte Mehrstimmigkeit ist hier nicht gegeben. Dafür kommt es sehr stark auf eine  perfekte Textverständlichkeit an. Der Witz und manchmal auch hintergründige Humor unserer Texte soll ja von den Zuhörern schnell erfasst werden können. Auch das  musikalische Zusammenspiel muss reibungslos funktionieren. Zum Glück haben wir hervorragende Instrumentalisten, die nicht nur alle möglichen Stile beherrschen, sondern auch eine fetzige Musik darbieten. Freilich wissen wir auch, dass es wesentlich  schwieriger ist, den Zuhörer zu Hause auf der Couch zu erreichen, als das Publikum live bei einer fröhlichen Faschingssitzung. 
Wir hoffen, dass uns die Menschen hier aus der Region bei unserem Auftritt vor den Fernsehkameras die Daumen drücken. Wir singen und spielen auch im Gedenken an Volker, der so gerne mit dabei gewesen wäre.“
 

Website: www.klosterchor.de
„Fastnacht in Franken“ im Bayerischen
Fernsehen: LIVE am Freitag, 02.02. um 19.00 Uhr,
am Samstag, 03.02. um 20.15 Uhr und am
Faschingsdienstag,13.02. um 12.30 Uhr.
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