Erfolgsgeschichte Burglandschaft

Mildenburg
Welche eine Erfolgsgeschichte: Der Verein Burglandschaft, hervorgegangen aus dem europäischen Förderprojekt LEADER, hat mittlerweile ein stattliches Burgennetzwerk geknüpft. Und es werden immer mehr Burgen und Schlösser, wie sich bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend erwies.

Die Burglandschaft habe sich sehr positiv entwickelt, stellte Vorsitzender Landrat Jens Marco Scherf im alten Rathaus von Stadtprozelten fest. Dieser Ort sei ein Zeichen für die Bewahrung der Vergangenheit, aber auch für das Ermöglichen von neuem. Die Sanierung des aus dem Jahr 1520 stammenden alten Rathauses sei Bürgermeisterin Claudia Kappes zufolge nur dank sechs Fördergebern und dem Gewinn eines Wettbewerbs möglich geworden.

Dank mehrerer zu Beginn des Jahres eingegangener Zuwendungsbescheide sei nicht nur die Nachverdichtung des Netzwerks im Main4Eck möglich (Gesamtkosten von 34.322 Euro, davon 17.535 Euro Förderung), sagte Geschäftsführer Jürgen Jung, auch werde die Burglandschaft durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Spessart erweitert (Projektträger ist die Burglandschaft; von den Gesamtkosten von 136.219 Euro sind 69.439 Euro Förderung). Zahlreiche interessante Burgen – unter anderem in Alzenau, Gemünden, Rieneck, Lohr – würden damit einbezogen, kündigte Jung an. Mit EU-Mitteln gefördert werde zudem das Kooperationsprojekt „Touristisches Gesamtkonzept Burglandschaft“, sagte Jung. Hier fließen dank LEADER rund 150.000 Euro in die Kassen, dazu kommen Eigenmittel von Burglandschaft und Projektpartnern sowie diverse andere Zuwendungen.

Mit dem Gesamtbudget von 222.526 Euro wird unter anderem das Projektmanagement finanziert, aber auch die Erstellung von Informationsmaterial.

Zu den 56 in der Burglandschaft vertretenen historischen Schätzen zählen mittlerweile auch fünf im Naturpark Neckartal-Odenwald, fasste Jung zusammen. Doch damit nicht genug, denn die Burglandschaft zieht auch in Hessen und Baden-Württemberg Kreise. Laut Geschäftsführer spreche man zurzeit mit mehreren Kommunen im hessischen Spessart, ebenso gebe es Interessenten aus der Burglandschaft im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. Kontakte gebe es weiterhin zur Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessens.

Die Burglandschaft habe zudem gute Chancen auf Förderung durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, wies der Geschäftsführer auf eine Bewerbung für das Projekt „LandKULTUR – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe im ländlichen Raum“ hin. Man sei in der zweiten Auswahlrunde, eine Entscheidung falle im November 2018.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Burglandschaft seien häufig vor Ort, um den Verein vorzustellen, blickte Jung auf eine Vielzahl von Informationsständen und Vorträge zurück, zudem sei man an vielen Aktionstagen unterwegs. Die Internetseite www.burglandschaft.de habe man neu konzipiert, die mittlerweile vergriffene Gesamtbroschüre werde man in neuem Format auflegen, ebenso Faltblätter.

Neu im Team seien seit 1. Juni 2018 die Kunsthistorikerin Regine Hörl und der Archäologe David Enders, jeweils mit halben Stellen, befristet auf drei Jahre. Ihre Aufgabe besteht in der Entwicklung und Umsetzung eines touristischen Gesamtkonzepts für die Burgen und Schlösser der Burglandschaft. Unterstützt wird der Geschäftsführer zudem Thomas Hönle, der im Bereich Erlebnis- und Umweltpädagogik tätig ist. „Ein Netzwerk von dieser Dichte ist einzigartig in Deutschland“, kommentierte Jürgen Jung, nun müsse man daran arbeiten, dies der Öffentlichkeit zu verdeutlichen.

Peter Hünerth stellte Einnahmen und Ausgaben des Vereins sowie die Jahresplanung 2018 vor. In diesem Jahr plane man eine Kreditaufnahme von 50.000 Euro ein, sagte er. Damit stelle man sicher, dass man alle Ausgaben rechtzeitig bezahlen könne. Grund für den Kredit sei, dass aufgrund der Förderrichtlinien die Zuschüsse erst mit Verspätung gezahlt würden.

Die Kassenprüfer Rüdiger Stenger und Herold Pfeifer bescheinigten dem Kassier eine ordnungsgemäße Kassenführung, so dass einstimmig Entlastung erteilt wurde. „Eine mehr als beeindruckende Bilanz“, konstatierte Vorsitzender Jens Marco Scherf am Ende der Versammlung.
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