Urkunden für 30 Eingebürgerte

Die Eingebürgerten mit Landrat Jens Marco Scherf (vorne links) und dem Kreisvorsitzen-den des Gemeindetags, Bürgermeister Günther Oettinger (vorne rechts).
Erneut sind im Landratsamt Miltenberg 30 Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshinter-grund zu deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern geworden. Aus den Händen von Landrat Jens Marco Scherf nahmen sie am Mittwochabend die Einbürgerungsurkun-den entgegen, im Namen der Gemeinden gratulierte der Kreisvorsitzende des Gemeinde-tags, Bürgermeister Günther Oettinger.

Der große Sitzungssaal war bestens gefüllt, als Landrat Jens Marco Scherf den Eingebürgerten und ihren Familien in Anwesenheit vieler Bürgermeister und Kreistagsmitglieder den wichtigen Schritt zur deutschen Staatsbürgerschaft herausstellte. Die Eingebürgerten seien nicht nur Deutsche, sondern auch Europäer, sagte der Landrat. Sie könnten damit Teil haben an einer einzigarten Epoche des Wohlergehens und einem seit 73 Jahren andauernden Frieden in Europa. Es liege nun an Jedem, täglich seinen Beitrag zu leisten, „dass dieses Staatswesen, dass unser Miteinander funktioniert und seine freiheitlich und demokratisch geprägten Werte gestärkt werden.“

Das Miteinander verglich Scherf mit dem Sport: Sowohl ein Team wie auch die Gesell-schaft funktionierten nur, wenn alle Beteiligten ihre Talente und Fähigkeiten in den Dienst Aller stellen, die die Freiheit zu schätzen wissen und daraus Verantwortung erkennen, Leidenschaft und Einsatz für die gemeinsamen Werte zeigen und sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Hass habe dabei nichts zu suchen, verwies der Landrat auf eine Begebenheit während der Fußball-WM.


Da habe sich ein sogenannter Shitstorm gegen den schwedischen Spieler gerichtet, der das Foul beging, in dessen Folge Deutschland das Spiel gewonnen habe. Das schwedi-sche Team habe sich daraufhin ausdrücklich vor den Spieler gestellt, dessen türkische Wurzeln Grund für die Anfeindungen waren. „So kann uns eine Fußballmannschaft zeigen, was es bedeutet, die Verantwortung aus der Freiheit wahrzunehmen, die Kraft aus der Vielfalt unterschiedlicher Persönlichkeiten und Menschen unterschiedlicher Wurzeln und Prägungen zu spüren, wenn sie sich auf ein gemeinsames Fundament wie die freiheitlich-demokratische Grundordnung bezieht“, sagte Scherf. „Übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für Freiheit, Frieden und Demokratie“, appellierte er an alle Gäste und forderte die Eingebürgerten auf, sich in Vereinen, Verbänden, Initiativen und demokratischen Parteien zu engagieren. Nach dem gemeinsamen Bekenntnis der neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern überreichte Scherf die Einbürgerungsurkunden. Die Eingebürgerten kommen aus folgenden Ländern: Türkei (elf), Brasilien, Griechenland, Polen, Rumänien und Thailand (jeweils zwei) sowie aus Bangladesch, Costa Rica, Italien, Jemen, Kasachstan, Philippinen, Ukraine, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten von Amerika (jeweils einer). Zwei Eingebürgerte hatten im Einbürgerungstest laut Moderator Rudolf Elbert jeweils die Höchstpunktzahl erreicht: Beata Kusber und Ratchada Blaser.

Für die Eingebürgerten berichtete die in Deutschland geborene Jülide Ön von ihrem Wunsch, im Medienbereich zu arbeiten. Die Tochter einer italienischen Mutter und eines türkischen Vaters ist in Deutschland zur Schule gegangen und studiert hier. Für sie ist es gleichgültig, wie ein Mensch aussieht, welche Nationalität er hat oder welche Hautfarbe. „Persönlichkeit und Charakter sorgen dafür, dass sich Menschen verstehen“, sagte sie. Sie stellte auch mehrere Vorzüge des Daseins als deutsche Staatsbürgerin heraus wie etwa den deutschen Pass, einen der mächtigsten Pässe weltweit, der problemloses Reisen in 162 Länder ermöglicht. Sie dankte Landrat Scherf, dass Einbürgerungsfeiern zustande kommen und drückte ihre Freude mit dem Lied „Ein schöner Tag“ aus.

Für die Bürgermeister des Landkreises stellte Michael Schüssler heraus, dass die Einge-bürgerten schon seit vielen Jahren Nachbarn, Kollegen bei der Arbeit, Kameraden im Sport und in den Vereinen seien. „Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und bereichern diese mit ihrer kulturellen Vielfalt“, sagte er. Nun seien sie Teil einer freiheitlichen, demokratischen Grundordnung und einer Gesellschaft, die stark durch ehrenamtliches Wirken und politische Mitbestimmung geprägt ist. Er ermutigte die Eingebürgerten, ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung zu nutzen und ein öffentliches Amt anzustreben – etwa in Stadt- und Gemeinderäten.


„Das ist Ihr Land, gestalten Sie es mit“, so Schüssler, ehe die Feier mit dem Singen des Deutschlandliedes endete und mit einem Empfang ausklang.

Die Einbürgerungsfeier war erneut vom Team des Sachgebiets Personenstandswesen unter Leitung von Rudolf Elbert perfekt organisiert worden. Musikalisch umrahmt wurde sie vom Leidersbacher Trompetenduo Noah Krug und Elias Hein.
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