Bauausschuss nimmt Baustellen in Augenschein

In den Herbstferien werden Verwaltung und Lehrkörper des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach in diese Übergangsräume umziehen.
 
Fast eine Million Euro hat der Landkreis in die Sanierung des Oberbaus der Kreisstraße MIL 7 investiert. Otto Kern (Kreisbauamt, Dritter von rechts) ging auf die Arbeiten ein.
Einen halben Tag Zeit nahmen sich Landrat Jens Marco Scherf und die Mitglieder des Bauausschusses, um Bauprojekte des Landkreises anzuschauen. Vor Ort informierten Kreisbaumeister Andreas Wosnik und Mitarbeiter des Kreisbauamts über die Vorhaben.

Erste Station war das Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasium, das derzeit generalsaniert wird. Der zweite Bauabschnitt wurde vor wenigen Tagen der Schule übergeben. Er war der größte der vier Abschnitte und ist mit 15.000 Kubikmeter umbauten Raums rund dreimal so groß wie der erste Bauabschnitt. Rudi Bretzigheimer (Kreisbauamt) ging auf den Bau ein und stellte vor allem die neue, lichtdurchflutete Aula in den Mittelpunkt, das Herzstück der Schule. Es sei ein schwieriger Bauabschnitt gewesen, blickte Bretzigheimer zurück, da mehrere bauliche und konstruktive Veränderungen notwendig gewesen seien. Man habe auch gemerkt, dass die ein oder andere Firma Probleme habe, ihre Fachkräfte zu halten. Auch hätten lange Lieferzeiten von Bauteilen zu Verzögerungen geführt. Kreisbaumeister Andreas Wosnik lobte die gesamte Schulfamilie für die mit Geduld ertragenen Belastungen durch die Baustelle. Beim kurzen Rundgang durch die Schule erklärte der Kreisbaumeister auch die akustischen Besonderheiten im großen Musiklehrsaal. Auf dem Gelände der Johannes-Hartung-Realschule zeigte Roman Kempf (Kreisbauamt) das Areal, auf dem in Kürze mit dem Bau eines Beachvolleyballfeldes begonnen werden soll. Das tieferliegende Gelände könne mit Aushub, der beim Bau der Nahwärmeversorgung anfiel, aufgefüllt werden. Mit dem Feld erfülle man einen Wunsch der Schule, sagte er und nannte Kosten von rund 46.000 Euro für die Bauarbeiten und die Errichtung des Ballfangzauns.

Dass die rund 950.000 Euro für die Oberbauerneuerung der Kreisstraße MIL 7 von Watterbach nach Breitenbuch gut angelegtes Geld sind, erfuhr der Bauausschuss bei der Busfahrt in den Kirchzeller Höhenortsteil. Ohne Unebenheiten gelangte der Bus bequem auf der rund 3,2 Kilometer langen Straße auf die Höhe. Laut Otto Kern (Kreisbauamt) und Klaus Gernhart (Staatliches Bauamt) sei die alte Fahrbahn belassen und mit zwei darauf aufgebrachten Asphaltschichten saniert worden. Dieser sogenannte Hocheinbau sei angesichts der Straßenlänge recht preisgünstig gewesen, fand Gernhart. Nun werde die Straße hoffentlich wieder 30 Jahre lang halten. Die Straße sei zwar recht schmal, aber man habe die Kurvenbereiche aufgeweitet und mehrere Ausweichstellen geschaffen. Die Gemeinde Kirchzell sei mit den Arbeiten sehr zufrieden, bestätigte Bürgermeister Stefan Schwab. Die gewünschte Verlängerung der Leitplanke am oberen Ausbauende der Straße um einige Meter sagte ihm Klaus Gernhart zu.

Im Hermann-Staudinger-Gymnasium Erlenbach, wo der zweite Bauabschnitt der Gene-ralsanierung auf der Zielgerade ist, legte Claudius Deboy (Kreisbauamt) die Arbeiten dar. Am 15. Oktober soll das eingelagerte Klassenzimmermobiliar ans HSG gebracht werden, am 19. Oktober sollen die „normalen“ Klassen umziehen, gefolgt von den Fachklassen Musik, Kunst, EDV und Physik. In den Herbstferien werde die Verwaltung samt Lehrerbereich in Interimsräume umziehen, kündigte er an. Damit die Verpflegung solange wie möglich in den bisherigen Räumen bleiben kann, soll der Mensabereich erst mit Beginn der Osterferien 2019 verlagert werden. Idealerweise sollen die Küchenräume bis zum Ende der Sommerferien saniert werden. Deboy berichtet von einigen unangenehmen Überraschungen im Baukörper, die nach Beginn der Entkernungsarbeiten ans Tageslicht kamen. Auch die Insolvenz der Fassadenbaufirma habe man glücklicherweise meistern können. Auch sei die beauftragte Rohbaufirma nicht gekommen, so dass man eine zweimonatige Bauzeitverzögerung habe in Kauf nehmen müssen. All dies habe zu Mehrkosten geführt, stellte er fest. Im aktuellen Bauabschnitt würden unter anderem 18 Klassen- und Seminarräume errichtet sowie elf Fachklassen. Geplant sei zudem ein Werkhof vor dem Werkraum im Untergeschoss, ergänzte Andreas Wosnik, auch die vier Innenhöfe sollen bis zum Sanierungsende des HSG fertig gestaltet sein. Auch sollen bis zum Ende des zweiten Bauabschnitts die Außensportanlagen saniert werden. Das betrifft die 100-Meter-Laufbahn, den Allwetterplatz und das Beachvolleyballfeld.

In der Berufsschule Obernburg werden zurzeit die Kantine und der Küchenbereich um-gebaut. Der Landkreis investiert laut Andreas Wosnik rund eine Million Euro in eine topmoderne Schulkantine, die Regierung von Unterfranken trage mit Fördergeld dazu bei. Durch den Wegfall der kaum genutzten Toiletten könnten 30 zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden,
sagte der Kreisbaumeister, zudem schaffe man einen barrierefreien Zugang zur Kantine. In der Kantine sollen künftig nicht nur die Berufsschüler, sondern auch die Realschüler verpflegt werden, so Wosnik. Im Außenbereich der Main-Limes-Realschule Obernburg zeigte er, dass die neue Zweifachsporthalle auf dem Gelände des derzeitigen Allwetterplatzes entstehen soll. Darunter könnte ein Parkdeck mit über 40 Stellplätzen die Parkplatznot lindern.
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