Sparkasse Miltenberg-Obernburg ist mit Finanzjahr 2016 zufrieden

Von einem zufriedenstellenden Jahr 2016 hat der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, Thomas Feußner, am Montag im Kreistag gesprochen. Erfreulich sei vor allem, dass das Kundengeschäft sehr erfreulich verlaufen sei.

Trotz der weltwirtschaftlichen Herausforderungen sei das globale Wachstum robust, sagte Feußner, die deutsche Wirtschaft laufe weiterhin sehr gut. Auch die Sparkasse habe trotz vieler Widrigkeiten gute Zahlen zu vermelden: Bilanzsumme + 3,3 Prozent, Eigenkapitalquote + 1,7 Prozent, Kundenvermögen + 3,5 Prozent, Ausleihungen + 6,3 Prozent jeweils gegenüber dem Vorjahr. Der Bilanzgewinn dagegen sei um 1,6 Prozent auf 2,64 Millionen Euro zurückgegangen, blickte Feußner zurück. „Wir stehen sehr solide da und haben die Risiken im Griff“, sagte er. Die Digitalisierung habe auch bei der Sparkasse an Gewicht zugenommen, wies er unter anderem auf 35.000 Online-Girokonten hin – über die Hälfte aller Girokonten. Die Sparkasse müsse sowohl im stationären wie auch im digitalen Geschäft Geld verdienen, stellte der Vorstandsvorsitzende fest. Besonders freute er sich über die Auszeichnung zum „Förderprofi“ der BayernLB für das höchste Förderkreditgeschäft in Unterfranken, zudem habe man im Qualitäts-Audit des Instituts für Vermögensaufbau fünf von fünf Sternen erreicht. Beide Auszeichnungen sind für den Sparkassen-Chef „ein Beweis für hohe Qualität in Beratung der Kundinnen und Kunden.“ Die Sparkasse begleite ihre Kunden umfänglich, wies er etwa auf Fördermittelberatung hin sowie auf Informationen zur Unternehmensnachfolge. Es sei aber immer schwerer, trotz wachsenden Umsatzes dauerhaft auskömmliche Gewinne zu erzielen. Er machte hierfür vor allem das seit Jahren niedrige Zinsniveau verantwortlich. Aber auch die regulatorischen Vorschriften würden kleinere Kreditinstitute überdurchschnittlich stark belasten, stellte er fest. Deshalb forderte er ein Gegensteuern bei den Zinsen und mehr Verhältnismäßigkeit in der Regulierung. Für Landrat Jens Marco Scherf, der dem Verwaltungsrat der Sparkasse vorsitzt, hat die Sparkasse in einem extrem schwierigen Umfeld sehr gute Arbeit geleistet. Wie sehr die Kreisrätinnen und Kreisräte Anteil an der Sparkasse nehmen, bewiesen zahlreiche Fragen, die sie an den Vorstandsvorsitzenden stellten.

Ebenfalls mit großem Interesse wurde der Bericht von Dr. Gerald Heimann, dem Geschäftsführer des ZENTEC, aufgenommen. Im Gründerzentrum in Großwallstadt hätten sich zahlreiche internationale Firmen angesiedelt, erklärte er, zurzeit sei man vollständig ausgebucht. „Unser Haus ist ein Dienstleistungszentrum“, machte er an einigen Beispielen klar. Mit der Gründerakademie unterstütze man Gründungswillige, wies er unter anderem auf ein Seminar für Gründerinnen hin. In der Folge ging Heimann auf die Kompetenznetze ein, die von Großwallstadt aus mit Leben erfüllt werden. So kündigte er den Aktionstag zur Elektromobilität an, der am 20. September von 13 Uhr an auf dem ZENTEC-Gelände stattfinden wird. Die Industrie 4.0 sei ein Thema innerhalb des Kompetenznetzwerks Mechatronik & Automation, erklärt er und wies auf eine Veranstaltung zum 3D-Druck am 13. September hin. Heimann erwähnte das Bundesprojekt Ko-HAF, das sich mit kooperativem hochautomatisiertem Fahren beschäftigt. Bei diesem 36-Millionen-Euro-Projekt habe das ZENTEC das Projektmanagement inne, erklärte der Geschäftsführer und blickte auf die Projekt-Zwischenpräsentation am 17. und 18. Mai in Aschaffenburg zurück, die auf große Resonanz gestoßen sei. Im Fokus habe die Initiative Bayerischer Untermain darüber hinaus die Fachkräftesicherung, in deren Rahmen unter anderem die regionale Fachkräfteallianz arbeitet. Die Förderung des MINT-Nachwuchses gehöre auch dazu, so Heimann. Zurzeit sei der Strategieprozess in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main im Gang. Ziel sei es, die von der Region erarbeiteten Wünsche zur künftigen Zusammenarbeit in ein gemeinsames Strategiepapier einzuarbeiten.

Einstimmig Ja sagte der Kreistag zum Positionspapier „Weichenstellung 2017“, mit dem die Bayerische Eisenbahngesellschaft aufgefordert wird, zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und des Fahrplanangebots umzusetzen. Grundlage sind Erkenntnisse des Fahrgastbeirats der Westfrankenbahn, die ergänzt wurden. Dabei geht es unter anderem in Sachen Infrastruktur um die Prüfung des Ausbaus zweigleisiger Abschnitte als Grundlage für eine Taktverdichtung, die Reduzierung von Verspätungen und die Erhöhung der Kapazitäten des zunehmenden Güterverkehrs – unter anderem auf den Abschnitten zwischen Nilkheim und Kleinwallstadt, zwischen Klingenberg und Kleinheubach, zwischen Miltenberg und Stadtprozelten sowie zwischen Miltenberg und Amorbach. Im Fahrplanangebot soll unter anderem darauf hingewirkt werden, Lücken im Taktverkehr zu schließen (etwa in Aschaffenburg um 21.40 Uhr sowie vormittags auf der Madonnenlandbahn), den Takt montags bis freitags zwischen Aschaffenburg und Miltenberg (Verbindungen alle halbe Stunde) zu verdichten, die Übergänge aus Richtung Miltenberg in Aschaffenburg zu optimieren sowie Verbesserungen am Wochenende und zur Sicherstellung der touristisch bedeutungsvollen Fahrradmitnahme in Zügen umzusetzen. Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetags und Kreisrat Günther Oettinger kündigte an, dass auch der Gemeindetag über die Unterzeichnung dieses Positionspapier diskutieren werde.

Einstimmig sprach sich der Kreistag für die Änderung der Satzung für die Allgemeine Wohltätigkeitsstiftung des Landkreises aus, so wie vom Kreisausschuss empfohlen.

Nach dem Willen des Kreistags soll der Agenda-21-Preis wieder ausgeschrieben werden – allerdings im zweijährigen Rhythmus mit fokussierten Themen. Die nächste Ausschreibung soll den nachhaltigen Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen in den Mittelpunkt stellen.

Zur Kenntnis nahm das Gremium eine Änderung des Fraktionsvorsitzes von Bündnis 90/Die Grünen: Ansgar Stich übernimmt den Posten zur Halbzeit der Legislaturperiode von Petra Münzel. Damit einhergehen auch Änderungen in den Ausschüssen.

Nicht behandelt wurde der Antrag von FDP, ÖDP, SPD und Grünen für einen Bürgerentscheid im Landkreis zum Nationalpark Spessart. Laut Landrat Jens Marco Scherf sei dieser Antrag mit der jüngsten Entscheidung des Ministerrats hinfällig. Gegen die Entscheidung sei auch keine rechtliche Einflussnahme möglich. Die Nichtzulässigkeit eines solchen Entscheids habe die Staatsregierung zudem erst kürzlich gegenüber dem Landkreis Aschaffenburg verdeutlicht. Beim Gespräch mit seinen Landratskollegen aus Aschaffenburg und Main-Spessart in München sei der Region aber signalisiert worden, dass die Staatsregierung offen sei für ein alternatives, regional entwickeltes Konzept zum Natur-, Landschafts- und Artenschutz im Naturpark Spessart. Die Naturpark-Versammlung sei sich einig, diesen Ball aufzunehmen, so Scherf.
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