Buchtipp: Transfusion von Jens Lubbadeh
Alzheimer ist heilbar, aber zu welchem Preis?

Als großer Fan von Marc Elsberg und seinen Büchern, bei denen der Übergang zwischen Realität und Fiktion kaum zu erkennen ist, war ich begeistert von "Transfusion" von Jens Lubbadeh. Und habe gleichzeitig mein erstes Buch aus dem Genre Pharmathriller gelesen..

Worum geht's?
Die aufstrebende Wissenschaftlerin Iliana Kornblum hat maßgeblich an der Entwicklung des Alzheimermedikaments Bimini beim Pharmakonzern Astrada mitgewirkt. Nicht nur Ilianas Vater, sondern Millionen von Patienten haben so ihre Demenz überwinden können. Blöd nur, dass eines Tages Kinderleichen in Hamburg auftauchen, die mit dem Konzern in Verbindung gebracht werden. Iliana wird stutzig und gewinnt erschreckende Erkenntnisse. Geht Astrada über Kinderleichen? Und wie stecken ihr Chef Mark und CEO Freimuth in der Sache drin und was ist eigentlich Projekt 150? Schnell wird klar, dass auch Ilianas Leben in Gefahr ist.

Wie war's?
Man muss kein Riesenfan der Thematik "Pharmaindustrie" sein, um leicht in dieses Buch hineinzukommen. Von Beginn an herrscht ein beklemmendes Gefühl vor und der Glaube an das Gute im Menschen verabschiedet sich schon vor der Hälfte des Buches. Iliana scheint die Einzige zu sein, die ethische Bedenken bei der Entwicklung und Produktion von Bimini hat. Erfolg und Gewinn stehen mal wieder über allem.

Die Geschichte ist sehr spannend und anschaulich geschrieben. Die Charaktere sind nicht immer leicht zu durchschauen. Neben Iliana ist der investigative Journalist Klaus Merten mein favorisierter Protagonist. So muss Pressearbeit sein. Auch gegen Widerstände unter jeden Stein schauen, um so die manchmal eben grausame Wahrheit ans Licht bringen.

Apropos grausam.. Die Darstellungen aus den Blutfarmen, besonders der in Russland sowie die Erklärung der Parabiose (übrigens in Deutschland 2007 in Niedersachsen aus ethischen Gründen abgelehnt, im Ausland aber möglich) ist nichts für Zartbesaitete. Zu verstörend und detailliert ist die Beschreibung des Autors.

Leider war ich vom Finale enttäuscht, ich hatte mir noch mehr Ausführungen gewünscht. Grundsätzlich finde ich Enden mit Spielraum für die Fantasie des Lesers nicht schlecht, aber nur das Interview einige Jahre später als Erklärung war doch sehr dünn. Macht euch selbst davon ein Bild, mir war es zu wenig!

Ansonsten habe ich diesen fiesen Thriller über Eitelkeit, Hochmut und Egoismus im Zusammenhang mit Medizin und Pharma sehr genossen und gerne gelesen und freue mich auf mehr von Jens Lubbadeh!

Das Buch ist im heyne-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-453-32008-6) und kostet 14,99 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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