Buchempfehlung: Das Versprechen des Buchhändlers von Jillian Cantor
Eine über weite Strecken berührende Geschichte mit einer seltsamen Wendung

Geschichten, egal, ob nun fiktiv oder auf wahren Begebenheiten beruhend, rund um den 2. Weltkrieg finde ich sehr interessant und spannend. Für mich ist es eine weitere Art mich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen. Autor/innen, die die damalige Stimmung gelungen einfangen können, gibt es nicht allzu viele, aber der Klappentext bei "Das Versprechen des Buchhändlers" ließ mich hellhörig werden.

Worum geht's?

In zwei verschiedenen Zeitsträngen wird nach und nach die (Liebes-) Geschichte von Max und Hanna erzählt. Dabei ist Max Geschichte in den 30er Jahren und Hannas Geschichte erst nach dem Ende des Krieges. Dazu kommt, dass Hanna sich an große Teile dazwischen gar nicht erinnert und sich erstmal ihres Traumas und ihres Gedächtnisverlustes stellen muss. Die beiden lernen sich über Musik, Bücher und ihre Neugier am anderen kennen und schnell entwickelt sich eine besondere Beziehung trotz aller Widrigkeiten die den beiden in Nazi-Deutschland begegnen.

Wie war's?

Besonders durch die Komponente der Musik hatte mich das Buch angesprochen und ich hatte viel Spaß an den ersten Kapiteln. Die noch junge Verliebtheit auf der einen Seite und die Hilflosigkeit Hannas nach dem Krieg, die nahelegt, dass etwas Dramatisches in der Zwischenzeit passiert sein muss. Natürlich ist es ein Buch mit viel Romantik und einer im Vordergrund stehenden Liebesgeschichte, aber Jillian Cantor beweist viel Fingerspitzengefühl bei der Einordnung in zeitgeschichtliche Abschnitte und Begebenheiten.

Dennoch fand ich einige Passagen im zweiten Drittel etwas langatmig und mir ging die Spannung etwas abhanden. Zwar kann die Geschichte durch die zwei Zeitstränge mitunter zwei Spannungsbögen aufrechterhalten, aber wenn dann beide Geschichten etwas vor sich hindümpeln, zieht sich so ein Buch auch mal.

Grundsätzlich bin ich auch ein Freund von genre-übergreifenden Momenten, aber ich muss sagen in einem "historischen Liebesroman" wie ich dieses Buch eigentlich eingestuft hätte, war die plötzliche Kehrtwendung Richtung SciFi und Fantasy doch sehr unerwartet. Nach kurzer Überlegung fand ich es leider auch störend. Natürlich strafft sich dadurch der Spannungsbogen, aber für mich war das so nicht stimmig.

Vielleicht bin ich da doch nicht so offen wie gedacht und dem ein oder anderen gefällt diese besondere Komponente sicher, aber ich vergebe hier nur drei Sterne für die sympathischen Charaktere, das gelungene Setting, das schöne Cover und den angenehmen Schreibstil. Abzug gibt es von mir für die "Genre-Wendung" und die Längen im Mittelteil.

Für Fans von romantischen Geschichten mit Bezug zu WWII ist es auf alle Fälle eine Lektüre wert.

Das Buch ist im heyne-Verlag (ISBN: 978-3-453-42341-1) erschienen und kostet 12,99 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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