Weihnachtsbrief des Landrats Dr. Achim Brötel

Landrat Dr. Achim Brötel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Corona hält uns schon das zweite Jahr fest im Griff. Dass uns so etwas jemals zustoßen würde, hätte ich vorher nie gedacht. Trotzdem müssen wir jetzt lernen, damit umzugehen. Das Tröstliche ist aber: Selbst das fiese kleine Virus kann nicht verhindern, dass es Weihnachten wird.

Weihnachten - das ist der geschmückte Baum. Das sind Lichter, Lieder und Geschenke. Weihnachten ist aber auch das Fest der leuchtenden Kinderaugen und der Geschichten. Für mich eine der schönsten hat uns Astrid Lindgren geschenkt: „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“. Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf, rettet dort drei Kindern das eigentlich schon total verdorbene Weihnachtsfest. Mit Geschenken, mit jeder Menge Humor und mit anderen unkonventionellen Methoden. Vielleicht sollten wir dieses kleine selbstbewusste Mädchen mit den roten Zöpfen und den Sommersprossen, das auch viele von uns durch die Kindheit begleitet hat, wieder mehr zum Maßstab nehmen. Gerade jetzt am Ende eines Jahres, das erneut völlig anders verlaufen ist, als wir das erhofft hatten.

Fast 13.000 Menschen haben sich auch bei uns bislang mit dem Virus infiziert. Mehr als 160 von ihnen sind sogar an oder mit COVID-19 verstorben. Unsere Gedanken sind deshalb auch in dieser Stunde bei all denen, die um einen lieben Menschen trauern oder noch immer unter den Folgen ihrer Erkrankung leiden.

Aber: Es gibt erfreulicherweise auch ganz viele Fortschritte zu verzeichnen. Der wichtigste ist zweifelsohne das Impfen. Ich würde das in Anlehnung an den legendären Satz des amerikanischen Mondfahrers Neil Armstrong ganz einfach so formulieren: „Es ist nur ein kleiner Piks für den einzelnen Menschen, aber ein großer Fortschritt für die gesamte Menschheit“. Sicher: Auch die Spritze bietet keinen absoluten Schutz. Aber es ist offenkundig, dass die Impfung weitere Infektionen, vor allem aber schwere Krankheitsverläufe wirksam zu verhindern hilft. Rund zwei Drittel der Menschen im Neckar-Odenwald-Kreis haben mindestens zwei Impfungen erhalten. Ein Fünftel ist bereits geboostert. Das hat aber noch Luft nach oben. Ich will deshalb einmal mehr an Sie alle appellieren: Lassen Sie sich bitte impfen! An Angeboten dafür mangelt es nicht. Anders als vor nicht allzu langer Zeit stehen momentan sogar mehr Termine zur Verfügung als nachgefragt werden. Wer sich impfen lassen will, bekommt problemlos und zeitnah eine Gelegenheit dazu. Es kann doch nicht unser Ziel sein, dass das Leben künftig jedes Mal erneut erhebliche Einschränkungen erfährt, wenn wieder einmal eine Welle auf uns zurollt.

Viele kämpfen in diesen Tagen und Wochen auf wirklich bewundernswerte Weise gegen das Virus. Dafür sind wir allen, die sich so in den Dienst der Mitmenschlichkeit stellen, zu tiefem Dank verpflichtet. Zugleich müssen wir aber auch feststellen, dass wir zunehmend an Belastungsgrenzen stoßen. Immer mehr sind erschöpft, manche sogar regelrecht ausgebrannt. Unser System wird dem permanenten Dauerdruck deshalb nicht mehr unbegrenzt lang standhalten.

Und: Die Zündschnüre werden spürbar kürzer. Der alte Kindervers „Bist Du zornig, zähl bis vier. Hilft auch das nichts, explodier“ mag für den Moment zwar eine befreiende Wirkung haben. Auf Dauer hilft er jedoch nicht weiter. Trotzdem müssen viele, die es doch nur gut meinen, momentan als Blitzableiter für den allgemeinen Frust herhalten. Wir sollten deshalb auch wieder mehr darüber nachdenken, wie wir anderen begegnen. Selbstgerecht ist nämlich meistens ungerecht.

Es gibt aber auch immer mehr, die leise leiden. Das ist besonders tückisch. Ich denke dabei vor allem an Kinder und Jugendliche, aber auch an ältere Menschen. Die Pandemie trifft bestimmte Bevölkerungsgruppen einfach härter als andere - und sie birgt gerade dort im Übrigen auch die Gefahr von Langzeitfolgen, die wir heute noch gar nicht übersehen können.

Deshalb brauchen wir jetzt erst recht einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Virus legt es doch ganz bewusst auf Ausgrenzung an. Dem dürfen wir uns aber nicht beugen. Ich will dazu noch einmal auf Pippi Langstrumpf zurückkommen. An einer Stelle gibt es da nämlich einen wunderbaren Dialog zwischen Pippi und ihren beiden Freunden Tommy und Annika. Tommy und Annika blicken sorgenvoll zum Himmel und sagen: „Der Sturm wird immer stärker“. Darauf Pippi Langstrumpf: „Macht nichts. Ich auch“. Diese Einstellung wünsche ich mir auch für uns. Wir werden das Virus nämlich nur gemeinsam besiegen.

Ach ja, quasi nebenbei gibt es natürlich auch noch wichtige Zukunftsthemen für unseren Kreis: der Kampf gegen den Klimawandel, der Glasfaserausbau, die nachhaltige Sicherung des sozialen Zusammenhalts, die Unterbringung von wieder deutlich mehr geflüchteten Menschen, der im Frühjahr beginnende Ersatzneubau des Ganztagsgymnasiums Osterburken, die Digitalisierung, der Ausbau des ÖPNV und und und . . .

Jetzt darf, jetzt soll und jetzt muss es aber erst einmal Weihnachten werden. Man kann das Fest der Geburt Jesu Christi durchaus auch in kleinerer Runde als sonst genießen. Die unerschrockene Pippi Langstrumpf macht es uns vor: „Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet“. Will sagen: Für die guten und unvergesslichen Momente im Leben müssen wir schon selbst aktiv werden. Auch die Hirten und Könige haben damals große Mühen auf sich genommen, um zur Krippe zu kommen. Weihnachten wird zwar auch dieses Mal wieder anders sein. Sein Kern bleibt aber unberührt. Und: das allein ist entscheidend.

In diesem Sinne: Gehen wir das neue Jahr trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gemeinsam voller Hoffnung und Zuversicht an. Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes Weihnachtsfest und uns allen dann natürlich von Herzen ein besseres, insbesondere aber ein glückliches, friedvolles und vor allem gesundes neues Jahr 2022.

Auf Weihnachtskarten oder Geschenke haben wir erneut verzichtet und den entsprechenden Betrag stattdessen dem DRK-Kreisverband Mosbach für die Wohnungslosenhilfe zur Verfügung gestellt. Trotz aller Corona-Einschränkungen dürfen wir nämlich nicht vergessen, dass andere und gerade obdachlose Menschen von der andauernden Krise noch sehr viel härter betroffen sind als wir.

Ihr

Dr. Achim Brötel
Landrat

Autor:

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald

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