SPD-Ortsverein Obernburg kümmert sich
Unwürdige Zustände in der Obdachlosenunterkunft

Schon von außen ist das Gebäude der Obdachlosenunterkunft in Obernburg keine Zierde.
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  • Schon von außen ist das Gebäude der Obdachlosenunterkunft in Obernburg keine Zierde.
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Am Mittwoch, 4. November 2020, war am frühen Nachmittag eine kleine Delegation der Obernburger SPD in und an der Obdachlosenunterkunft mit gebührendem Abstand voneinander und mit Mund-Nasenschutz. Gerrit Kröning vom Sozialverein Cafe fifty, der sich um die Koordination der Hilfsmaßnahmen kümmert, wurde von den Sozialdemokrat*innen Sylvia Rachor, Ruth Weitz, Hermann Rachor und Ferdinand Kern begleitet. Ziel war, den jetzigen Zustand in Augenschein zu nehmen, die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Sozialcafés bei ihren Bemühungen zu unterstützen und dem derzeitigen Bewohner zu helfen.

Eine Nachbarin hat am Mittwoch spontan eine Kühl-Gefrierkombination, eine Waschmaschine und einen Lattenrost mit Matratze gespendet. Es geht zwar jetzt akut um die Hilfe für den Bewohner der Unterkunft, aber es muss auch eine mittel- und langfristige Lösung gefunden werden, um Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, menschenwürdig unterzubringen. Dies ist die Meinung der Mitglieder des SPD-Ortsvereins, die sich auf die Pflichtaufgabe der Stadt berufen. »Dieser Zustand kann unmöglich Standard für eine Obdachlosenunterkunft sein«, stellte SPD-Vorsitzende Ruth Weitz fest.
Der ehemalige SPD-Stadtrat und im Verein Cafe fifty engagierte Ferdinand Kern fasste zusammen, dass aktuell die Ausstattung und Reparatur der maroden Unterkunft im Vordergrund stehe und dem derzeitigen Bewohner bei Behördengängen geholfen werden müsse. Der Wohnungslose selbst sei allein nicht in der Lage, dies in die Hand zu nehmen.

Menschenunwürdige Unterbringung

Ferdinand Kern: »Eine preiswerte Wohnung für den Obdachlosen zu finden, ist erst der dritte Schritt. »Auch hier sei es nötig, ihn weiter zu betreuen. Es müsse überzeugt werden, eine amtliche Betreuung über das Betreuungsgericht anzunehmen, damit seine Angelegenheiten kontinuierlich geregelt werden können. Gerrit Kröning berichtete von einer großen Spendenbereitschaft, nachdem die menschenunwürdige Unterbringung in der Obdachlosenunterkunft der Römerstadt öffentlich bekannt gemacht worden sei. Mittlerweile ist auch ein Teil des Unrats entfernt worden. Wie die SPD-Mitglieder festgestellt haben, ist aber immer noch nicht alles entfernt. Gerrit Kröning zeigte sich bestürzt darüber, dass der obdachlose Rentner 250 Euro für die Unterkunft zahlen muss. Er beziehe ein sehr niedriges Altersruhegeld. Zwar könne er Wohngeld beantragen, wenn die entsprechenden Anträge gestellt würden, aber die Mietkosten seien für den Zustand der Räume definitiv zu hoch.

Stadt ist gefordert

Die Delegation war sich einig, dass die Stadt gefordert sei, das Haus regelmäßig zu kontrollieren und nach dem Auszug von vormals Untergebrachten Zerstörungen und Müll zu beseitigen.
Stadträtin Ruth Weitz versicherte, dass sie die bisher gewonnenen Erkenntnisse in die Fraktion FW/SPD einbringen wird, deren Mitglieder sich des Themas im Stadtrat annehmen wollen. »Blinder Aktionismus ist nicht angebracht, wir müssen überlegen, wie wir sinnvoll vorgehen, um nicht nur in diesem Einzelfall zu helfen, sondern eine Lösung zu finden, die eine menschenwürdige Unterbringung von Obdachlosen sichert. 
Geldspenden können auf das Konto des Sozialvereins Cafe fifty überwiesen oder direkt in der Römerstraße 72 am unteren Tor in Obernburg persönlich abgegeben werden. Da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, können auch Spendenquittungen ausgestellt werden.
Wer Sachspenden zur Verfügung stellen kann, wendet sich direkt an Gerrit Kröning übers Cafe fifty unter Telefon 06022 / 611 302, das von Montag bis Freitag von 10 Uhr  bis 16 Uhr geöffnet ist. Durch den Teil-Lockdown finden dort zurzeit nur Beratungsgespräche nach den Vorgaben der Abstands- und Hygieneregeln statt. Das Mittagessensangebot gibt es »to go« nach Vorbestellung.

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