10 Jahre WeiberG'schrey

Jubiläumskonzert des Obernburger Frauenchors begeistert das Publikum

Obernburg. Der Saal vollbesetzt, die Temperaturen an der Grenze zum Erträglichen, die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet – doch den 20 Sängerinnen vom WeiberG'schrey und ihrer Dirigentin Andrea Hermes-Neumann sieht man die Aufregung und die Konzentration nicht an. Lange haben sie für diesen Abend geprobt, dazu noch das Drehbuch für das Bühnenprogramm geschrieben, Kostüme genäht, Werbemittel gestaltet, Sponsoren akquiriert und immer und immer wieder an den Stücken gefeilt. Am vergangenen Samstag endlich konnte der Chor Freunden, Familien und Interessierten zeigen, dass sich all der Aufwand gelohnt hat.

18 Lieder aus dem vielseitigen Repertoire umfasste das Programm. Doch wer dachte, dass ihn ein reine Abfolge von Gesangsstücken erwartet, hatte sich getäuscht. Nicht umsonst hieß das Veranstaltungsprogramm „Die Generalprobe“. Schon beim Ankündigen der Sängerinnen durch Moderatorin Marion Meixner und Moderator Fabian Milde wurde deutlich, ein Konzert sieht anders aus. Es folgte nämlich zunächst eine richtige WeiberG'schrey-Probe, bei welcher die Damen auf der Bühne zeigten, dass sie nicht nur sängerisches, sondern auch schauspielerisches Talent vorzuweisen haben.
Schnell war klar: Ein reiner Frauenchor bringt schon auch seine Herausforderungen mit sich. Denn es wird durchaus gerne getratscht, gelacht und diskutiert – vor allem über die Auswahl des Bühneoutfits. Auf die Nachfrage des Moderators an die Chorleiterin, wie sie das mit so einem Hühnerhaufen denn nur aushalte, antwortete diese etwas kleinlaut: „Naja, ich gehöre ja auch dazu.“
Passend zu den Gesprächen während der Probe wurden die Stücke eingeflochten. Manche mit einem Augenzwinkern, wie „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, „Lollipop“ oder „Fein sein“, andere, wie zum Beispiel „Natural woman“ oder „Raining men“ mit Bezug auf die Besonderheiten eines Frauenchors. In die Pause wurde das Publikum mit einem kleinen Rap geschickt und anschließend mit selbstgemachten Häppchen verköstigt.

Dass der zweite Teil festlicher werden würde, machte schon die Abendgarderobe der Moderatoren bei der Ankündigung des folgenden Jubiläumskonzerts deutlich. Mit „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ begrüßten die Sängerinnen das Publikum. Ganz in schwarz und pink gekleidet und natürlich – typisch für WeiberG'schrey – barfuß. Denn der Chor ist vieles, aber nicht gewöhnlich oder altbacken. Dass er es mit außergewöhnlichen Frauen zu tun hat, betonte auch Herrmann Arnold, Präsident des Maintal Sängerbundes, in seiner anschließenden Rede. Seinem Aufruf: „Schreit weiter, liebe Weiber!“ dürften die so Angesprochenen gerne nachkommen.
Das anschließende Programm führte das Publikum durch WeiberG'schrey-Klassiker wie „Tuxedo Junction“, „Friends“ und dem berührenden „Can you feel the love tonight“ sowie neu einstudierten Stücken wie „Let it be“ oder die „Vogelhochzeit“. Besonders begeistert zeigte sich das Publikum von der Interpretation des Rammstein-Songs „Engel“. Helmut Kaltenhauser, ebenfalls vom Präsidium des Maintal Sängerbundes, formulierte es anschließend auf facebook wie folgt: „Vor allem 'Engel', das vor ein paar Jahren ein Pflichtstück beim Deutschen Chorwettbewerb war, in dieser Präzision in Ton und Rhythmus hinzukriegen, hatte ich nicht erwartet. Meine Hochachtung.“
Aber auch die sanften Klänge gelangen: Mit „Die Blümelein, sie schlafen“ verabschiedete sich der Chor beim Publikum. Mit stehendem Applaus und zwei Zugaben endete schließlich für alle Beteiligten ein durchweg gelungener Abend.

Für die kommenden zehn Jahre wünschen sich die Sängerinnen und die Chorleiterin von WeiberG'schrey stimmliche Unterstützung und laden alle Interessierten am 18. September, um 19.30 Uhr zu einer Schnupperstunde in die Stadtbücherei Obernburg ein.

Alle Informationen zum Chor gibt es auch im Internet auf www.weibergschrey.de.
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