„Tag der Jugendblasmusik“ - Nach zwei intensiven Probetagen begeisterten die jungen Musiker aus Schweinberg, Bretzingen, Höpfingen, Walldürn und Waldstetten
Bei Abschlusskonzert alle Register gezogen

Schweinberg. Fünf Ensembles, zwei intensive Probetage und zahlreiche Zuhörer: Das sind die Eckdaten des durch die Arnold-Hollerbach-Stiftung unterstützten „Tags der Jugendblasmusik“.

Auf Initiative von Hans Sieber und Holger Dörr zur Förderung musikalischen Brauchtums in und um Hardheim aus der Taufe gehoben, fand der „Tag der Jugendmusik“ am Wochenende bereits zum siebten Mal statt. Alle Register gezogen wurden beim Abschlusskonzert in der Schweinberger Turnhalle.

Dort begrüßte Dorothée Kaufmann als Vorsitzende des gastgebenden Musikvereins Schweinberg die Besucher und räumte mit gängigen Klischees auf: Blasmusik müsse längst nicht nur klassisch oder volkstümlich klingen und von ernsten Erwachsenen dargeboten werden, um ihre Wirkung zu entfalten.
Kaufmanns Dank galt allen Mitwirkenden, ehe sie das Wort an Moderatorin Maren Greß übergab. Diese unterhielt das Publikum mit Informationen zu den einzelnen Stücken, von denen die „Mouthpiece Mania“ die Erkennungsmelodie von Angela Bechtold dirigierten Jugendkapelle Höpfingen war: Das Werk sorgte für beste Laune, während das Medley „Music From Wicked“ auf mitreißende Art einige Melodien des beliebten Musicals bündelte.

Umjubelte Darbietung
Auf die umjubelte Darbietung folgten in ihren leuchtend blauen T-Shirts die Gäste aus Walldürn: Mit seiner schwungvollen Adaption des Taylor-Swift-Erfolgs „Shake It Off“ und dem vergnüglichen, locker-leicht arrangierten „Cup-Song“ vermochte das „Junge Odenwälder Blasorchester“, kurz JOBO, unter der Leitung seines Dirigenten Alexander Mackert zu begeistern.

Dirigiert von Simon Blau, konnte die vor 60 Jahren gegründete – natürlich immer wieder neu formierte – Jugendkapelle Waldstetten den bisherigen Standard mühelos halten, um in nur zwei Stücken die ganze Bandbreite der Blasmusik aufzuzeigen: Während der bekannte volkstümliche Schlager „Rock Me“ das Bild ausgelassenen Feierns in bunt dekorierten Festzelten oder getreu des Originaltexts rund um geschmückte Maibäume und damit das traditionelle Einsatzgebiet der Blasmusik vermittelte, schuf die 1998 von „Liquido“ veröffentlichte Rock-Hymne „Narcotic“ im Bläsersound eine neue wie interessante „Klangwelt“. So konnten sowohl die Freunde der Volksmusik als auch Rockliebhaber erfreut werden, ohne Elemente beider Stilrichtungen auf eine mitunter grotesk anmutende Weise miteinander verschmelzen zu lassen: Ein musikalischer Funkenschlag – mit dem zweifelsohne auch die Gastgeber ihr Publikum beschenkten.

Unter dem Taktstock von Kevin Nied wusste das Ensemble der Schweinberger „MiniBand“ zunächst mit der sanften, gefühlvoll gespielten Musical-Ode „I Dreamed A Dream“ aus „Lés Miserables“ zu gefallen. Sehr ansprechend geriet danach das mit erstklassiger Perkussion veredelte Potpourri „Selections From Tarzan“ mit dem Besten aus Phil Collins’ Soundtrack.

Nach kurzer Pause begann das gemeinsame Programm aller Akteure – nunmehr verstärkt durch das „Bretzlis Orchester“ der Musikkapelle Bretzingen – mit einer berührenden Hommage an den im Sommer verstorbenen Stiftungsgründer Arnold Hollerbach: Die Komposition „Highland Cathedral“ ging gerade durch ihren getragene bis leicht schwermütigen Charakter unter die Haut. Drei um den Globus gegangene Stücke wurden schließlich im kraftvollen Medley „The Best Of Queen“ präsentiert: Bei „We Will Rock You“, „Another One Bites The Dust“ und „We Are The Champions“ wackelten schier die Wände. Ruhiger wurde es beim James-Bond-Hit „Skyfall“ aus dem Jahr 2012, während mit „Frozen“ ein weiteres Medley den Film „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ in Erinnerung rief und das allen Zuschauern des „Eurovision Song Contest 2006“ noch bestens bekannte „Hard Rock Hallelujah“ stimmungsträchtige Akzente setzte. Dirigiert wurden die Jungmusiker von Kevin Nied, der auch die Gesamtproben geleitet hatte.

Auf die Spitze getrieben wurde der Abend mit dem obligatorischen Badnerlied, bei dem nicht wenige der Besucher aus vollem Halse ihre Stimmen erhoben. Davor allerdings wichen die Töne und Takte den gehaltvollen Ansprachen von Bundestagsabgeordnetem Alois Gerig, Bürgermeister Volker Rohm, MVS-Vorsitzender Dorothée Kaufmann und Hans Sieber, der als Geschäftsführer der Arnold-Hollerbach-Stiftung auch finanzielle Zuwendungen für die Jugendarbeit der einzelnen Orchester verteilte.

Unisono beriefen sie sich auf den hohen Wert gemeinsamen Musizierens und den nicht nur im musikalischen, sondern auch im menschlichen Sinne als sehr hoch zu bewertenden Wert des „Tags der Jugendblasmusik“, der bisher in jeder Neuauflage ein noch besseres Können der Beteiligten an den Tag gelegt habe. (Adrian Brosch)

Autor:

Marc Reinhart aus Schweinberg

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