Neue Technologie: Mit Lösch-Druckern die Umwelt schonen

Wer kennt nicht die immensen Papierberge, die sich in kürzester Zeit in fast jedem Büro und Haushalt anhäufen? Tatsache ist: Heute verbraucht bei uns jeder Menschen durchschnittlich mehrere hundert bis tausend Seiten Drucker- und Kopierpapier pro Jahr - bei steigender Tendenz. Aber nicht nur das: 40 Prozent davon wandern noch am selben Tag in den Müll; Sogar 80 Prozent innerhalb nur einer Woche. Ein Grund mehr, sich Gedanken über den Papierverbraucht zu machen.

Schier endlose Papierflut in Büros und Studierstuben

Das papierlose Büro ist zwar nach wie vor in aller Munde, doch die traurige Realität sieht gänzlich anders aus: Es wird nach wie vor gedruckt, was das Zeug hält. Die immensen dabei anfallenden Papierfluten sind in großen Büros nicht nur ein echtes Problem für die Archivierung, sondern zudem ein ernstzunehmender Kostenfaktor. Umso ärgerlicher ist es deshalb, dass knapp die Hälfte dieses Papiers umgehend wieder weggeworfen wird.

Doch das Problem betrifft nicht nur Büromitarbeiter: Jeder, der seine Zeit mit Lernen verbringt - egal, ob für die Schule, im Studium oder im Rahmen einer beruflichen Weiterbildung - kennt ebenfalls die Unmengen an Papier, die hierbei verbraucht werden. Ärgerlich sind insbesondere die vielen Papierseiten, die sich dabei - beispielsweise beim Kopieren von Unterrichtsmaterial - als Fehlausdrucke anhäufen.

Ganze Wälder wandern erst in den Drucker und dann in den Müll

Auch für Schüler und Studenten sind deshalb die vielen Pakete an Druckerpapier, die ihren Drucker am Laufen halten, ein ernsthafter Kostenfaktor, der leicht übersehen wird. Darüber hinaus stellt dieser hohe Papierverbrauch eine immense Umweltbelastung dar. Bei angenommenen 1.000 verbrauchten Blättern pro Person im Jahr kann sich jeder ausmalen, dass hierbei ganze Bäume und Wälder erst zu Druckpapier und dann zu Altpapier werden. Aber was kann man dagegen tun?

Eine sehr unorthodoxe und zugleich sehr smarte Lösung stellte kürzlich der Mexikaner David Leal vor: Wenn man schon nicht auf Dokumente in gedruckter Form verzichten kann, dann wäre es doch schön, wenn man dafür wenigstens das Druckpapier selbst mehrfach verwenden kann. Mit diesem Ziel entwickelte der 33-jährige Mechatronik-Ingenieur zusammen mit einem Team den "Unprinter", der Gedrucktes wieder vom Papier „löschen“ kann.

Ein Laser bringt den Druckertoner zum „Explodieren“ und zum Verdampfen

Die von Leal entwickelte Technik klingt, als stamme sie aus einem Science-Fiction-Film: Zuerst erhitzt ein Laser den Druckertoner mittels kurzer Energiestöße. Das im Toner enthaltene Harz verdampft, wobei kleinste Explosionen erzeugt werden. Dies führt dazu, dass der Toner brüchig wird und sich vom Papier ablöst. Nun werden die verbliebenen Tonerreste abgesaugt und die dabei in die Luft gewirbelten Teilchen herausgefiltert. Am Ende bleiben als Ausstoßprodukte lediglich Wasserdampf sowie kleine Mengen von CO2 übrig.

Da die Energiestöße nur wenige Nanosekunden andauern, bleibt die Papieroberfläche bei diesem Vorgang unbeschädigt. Zum Schluss überprüft das Gerät das Papier. War die Reinigung erfolgreich, kann es wieder verwendet werden. Diese Technik lässt sich sogar mehrfach wiederholen und funktioniert mit Tonern sämtlicher Farben.

Zwei Probleme gilt es noch zu lösen, bevor der "Unprinter" in Serie gehen kann

Zur Vermarktung seines futuristisch erscheinenden Lösch-Druckers hat Leal in Großbritannien bereits die Firma Reduse Ltd. gegründet. Diese soll das bisher nur im Labor getestete Verfahren zu einem eigenständigen Gerät weiterentwickeln. Doch bevor diese Funktion in Kopierern und in große Bürodruckern eingebaut werden kann, hat das Team noch zwei Probleme zu lösen: Der im Labor verwendete Laser kostet aktuell 10.000 Euro. Leal will diese Kosten auf 2.000 Euro senken. Zudem nimmt das Löschen eines Blattes bisher satte sieben Minuten in Anspruch. Leal will diese Zeit auf 30 Sekunden senken. Dann könnte das Gerät langsam praxistauglich werden.

Wenn es Leal gelingt, diese beiden Probleme in den Griff zu bekommen, dann könnte der Unprinter in einem Großbüro innerhalb von zwei Jahren 40 Prozent der Papierkosten einsparen und dabei dafür sorgen, dass sich das Gerät in dieser Zeit amortisiert hat. Und auch die Umwelt würde dadurch deutlich geschont werden.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen