Jugendarbeit
Junge „Piraten“ bauen aus Holz Schiffe, ein Verlies und vieles mehr

Diese vier Kinder haben beim Abenteuerspielplatz in Dorfprozelten ein hölzernes Verlies gebastelt, in das die „Piraten“ später ihre Gefangenen verbrachten.  | Foto: Winfried Zang
  • Diese vier Kinder haben beim Abenteuerspielplatz in Dorfprozelten ein hölzernes Verlies gebastelt, in das die „Piraten“ später ihre Gefangenen verbrachten.
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Fünf Tage lang hatten 70 Kinder sowie 28 Betreuerinnen und Betreuer beim Abenteuerspielplatz der kommunalen und präventiven Jugendarbeit des Landkreises Miltenberg und der Gemeinde Dorfprozelten viel Spaß. Am Dorfplatz bauten sie mit Holz viele Gegenstände, alle passend zum Motto „Piraten“.
Nach dem Abenteuerspielplatz in der Vorwoche in Hausen (Thema „Märchen“) war diesmal die Südspessartgemeinde Dorfprozelten an der Reihe und der Andrang auf die zur Verfügung stehenden 70 Plätze war so groß, dass die Warteliste vorzeitig geschlossen werden musste. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren wurden morgens zwischen 8 und 9 Uhr gebracht, hatten Essen und Trinken dabei und wurden am späten Nachmittag wieder von ihren Eltern geholt. Dazwischen wurde gewerkelt, was das Zeug hielt. Im großen Kreis wurden aber auch kleine Theaterszenen gespielt.
An Material und Werkzeug herrschte kein Mangel: Die Gemeinde Dorfprozelten stellte das Holz, der Landkreis steuerte die Werkzeuge und sonstige Utensilien bei. In sieben Gruppen mit je zehn Kindern zeigten die jungen Handwerkerinnen und Handwerker unter Anleitung des Betreuungspersonals ihre kreative Ader. So entstanden beispielsweise Bug und Heck eines Schiffswracks, ein Ausguck, ein Verlies und einiges mehr. Viele Kinder brachten bereits handwerkliche Fähigkeiten mit, andere tasteten sich unter Beachtung der Regeln langsam an den Umgang mit Hammer, Nagel und Zange heran. Am Mittwoch färbten die Kinder auch Kleidung im Batik-Verfahren. Am Ende war jedes Kind beschäftigt und am Abend wollten einige überhaupt nicht nach Hause gehen, so gut gefiel ihnen der Tag.
Ohne die vielen Betreuerinnen und Betreuer – es gibt über die Jahre einen festen Stamm von 25 bis 30 –, wäre ein solcher Abenteuerspielplatz nicht möglich. „Eine bunte Mischung“ sei es, erzählte Emma Grimm (kommunale und präventive Jugendarbeit), die mit ihrer Kollegin Theresa Dauber vor Ort war. Dazu zählen Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, aber auch Erzieherinnen und Erzieher, die fünf Tage lang ihre Freizeit opfern, um gegen eine geringe Aufwandsentschädigung dabei sein zu können. Das Geld spiele für sie Grimm zufolge aber keine Rolle, für sie zähle die Gemeinschaft und das Miteinander. Im Gegensatz zu den Kindern übernachteten sie in Zelten – was bei Nachttemperaturen zu Beginn der Woche von nur fünf Grad nicht vergnügungssteuerpflichtig war. Überhaupt das Wetter: War es in den ersten beiden Tagen morgens nach der Ankunft der Kinder bei 10 bis 12 Grad recht kühl, wurde am Nachmittag kräftig geschwitzt. Und für Mitte bis Ende der Woche wurden sogar Regengüsse angekündigt. Aber für diesen Fall war man am Dorfplatz bestens gerüstet und konnte die große Halle als Regenschutz nutzen.
Dass der Spielplatz ein so großer Erfolg wurde, ist auch der Gemeinde Dorfprozelten zu verdanken, wie Emma Grimm herausstellt: Immer, wenn man die Kommune gebraucht habe, sei sie zur Stelle gewesen, lobt sie. Für den stellvertretenden Bürgermeister Albert Steffl, der zurzeit die urlaubende Bürgermeisterin Lisa Steger vertritt, war es Ehrensache, den Abenteuerspielplatz an jedem Tag zu besuchen und ins Gespräch zu kommen.
Als großer Abschluss des Abenteuerspielplatzes war am Freitag eine große Runde mit den Eltern geplant, in der die Kinder stolz zeigen wollten, was sie in fünf Tagen geschaffen haben. Das Zusammensein sei aber am Ende mehr gewesen als nur die Entwicklung handwerklicher Fähigkeiten, so Emma Grimm: Die Kinder übten sich in gutem sozialem Verhalten und dem wertschätzenden Umgang miteinander. Und das erfolgreich, wie sich herausstellte, denn Emma Grimm zufolge gab es kaum Reibereien oder Streitigkeiten.

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