Jetzt auch in Main-Spessart
Ökologischer Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V.
- Der Parking Day in Kitzingen, organisiert vom VCD Kreisverbands Mainfranken-Rhön e.V. könnte auch ein Vorbild für Main-Spessart sein
- Foto: Michael Hofmann
- hochgeladen von Ökologischer Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. - Kreisgruppe Main-Spessart
Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD e.V.) bekommt im Landkreis Main-Spessart Rückenwind: Bei einem gut besuchten Treffen mit 12 Engagierten wurde in Karlstadt der Grundstein für eine neue VCD-Kreisgruppe gelegt. Eingeladen hatte Jennifer Weidle, die seit neun Jahren autofrei lebt und sich zusammen mit anderen für eine nachhaltige Verkehrspolitik in MSP einsetzen will.
Vielfältige Themen – von der Stadtbahn bis zum Radverkehr
Im Fokus standen zahlreiche Themen: die Reaktivierung der Werntalbahn, die Zukunft des Stadtbahnhofs Lohr, der Radverkehr in Stadt und Land – und wie der VCD durch konkrete Aktionen die Verkehrswende im Flächenlandkreis vorantreiben kann.
Unterstützt wird die neue Gruppe vom VCD-Landesverband Bayern e.V., vertreten durch den Landesvorsitzenden Dr. Christian Loos aus Würzburg, der betonte: „Unsere Stärke ist die Überparteilichkeit. Wir arbeiten faktenbasiert und wissenschaftlich fundiert.“ Der VCD ist nicht parteipolitisch gebunden und offen für alle, die sich für nachhaltige und alternative Mobilität engagieren wollen – vom Schüler bis zur Stadträtin.
Engagement aus der Region – und Ideen, die wirken
Marita Schwab, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Mainfranken-Rhön e.V., schilderte, wie sie über die Initiative zur Reaktivierung der Steigerwaldbahn selbst zum VCD kam: „Man kann viel bewegen – unser Parking Day in Kitzingen, ein temporärer Park mit Rollrasen und Musik in Kitzingen hat gezeigt, wie einfach Bewusstseinswandel möglich ist.“ Ähnliche Aktionen kann man sich auch in MSP vorstellen.
Auch die Lokalpolitik war vertreten: Klemens Kracht, Fraktionsvorsitzender im Lohrer Stadtrat und Bürgermeisterkandidat, unterstrich sein Interesse an der Stadtbahn: „Wir müssen kämpfen und ich bin gespannt, wie der VCD hier unterstützen kann.“ Ebenso betonte Gerhard Kraft, früherer Kreisvorsitzender des VCD in den 1990ern, wie wichtig praxisnahe Vorschläge seien: „Viele Angebote im ÖPNV werden kaum wahrgenommen. Es braucht mehr Öffentlichkeitsarbeit.“
Bürgerstimmen und Perspektiven - Alltagserfahrung trifft Fachwissen
Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Landkreis waren gekommen: Von einem Teilnehmer, der als Bahnmitarbeiter die Bahn täglich zwar vorbeifahren sieht, von seinem Wohnort aber keine Möglichkeit hat zu partizipieren – bis zu einer Interessierten aus Karlstadt, die das Deutschlandticket begeistert nutzt: „Mit der Bahn komme ich entspannter an als mit dem Auto.“
Auch Ideen wie Carsharing mit Dienstfahrzeugen wurden diskutiert: „Landratsamt, Kommunen und Unternehmen könnten hier eine wichtige Vorbildfunktion einnehmen, wenn sie ihre Dienstwagen nach Feierabend zum Carsharing anbieten“, so Weidle. Außerdem sei die aktive Beteiligung am politischen Prozess – etwa mit Impulsen für Kreistagsentscheidungen – ein wichtiger Schritt, ergänzte Loos.
Nächste Schritte: Aktionen, Allianzen, Aufmerksamkeit
Geplant sind nun erste Aktionen: Informationsstände, Bahnhofsbesichtigungen und die Beteiligung am Aktionstag zur Stadtbahn Lohr am 13. September. „Wir müssen raus und vor Ort zeigen, was möglich ist“, so ein Teilnehmer. Eine Machbarkeitsstudie für die Stadtbahn Lohr liegt vor – über 1.500 potenzielle Fahrgäste täglich könnten damit zwischen Lohr und dem Umland mobil werden.
Viele wünschen sich außerdem eine direkte Verbindung am Main entlang mit allen Zwischenhalten. „Wenn man vom Bahnhalt Wernfeld nach Lohr möchte“, so Weidle, „steht man über 30 Minuten in Gemünden für den Anschluss – das ist nicht attraktiv.“
Der VCD freut sich über weitere Interessierte. Mitmachen kann jede und jeder, die sich für bessere, klimafreundliche Mobilität im Landkreis einsetzen möchten. Gerne melden bei msp@vcd.org oder auf instagam unter @vcd.msp.
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