Heimatwald Wettersdorf
Infoveranstaltung in Wettersdorf: Die geplanten Windkraftanlagen bei Walldürn stoßen auf breiten Widerstand.
Die Pläne für sechs geplante Windkraftanlagen zwischen Walldürn und Wettersdorf stoßen auf Widerstand der Bevölkerung. Dies wurde auf einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft Heimatwald Wettersdorf im voll besetzten örtlichen Bürgerhaus deutlich. Rund 80 Bürgerinnen und Bürger zeigten großes Interesse an den drohenden Auswirkungen und machten ihre deutliche Ablehnung der Vorhaben der Windenergie S&H GmbH kund.
Planung ohne Flächenausweisung und gegen den Willen der Bevölkerung
Bereits im vergangenen Jahr hatte eine umfangreiche Unterschriftenliste, die an Bürgermeister Meikel Dörr überreicht wurde, den lokalen Unmut gezeigt. Zudem hat sich der Ortschaftsrat bereits im März 2024 in einer zweiten Beschlussfassung klar gegen den Bau der Anlagen ausgesprochen. Die Ablehnung gründet auch darauf, dass das Gebiet vom Regionalverband Rhein-Neckar nicht als Windvorranggebiet ausgewiesen ist und das Regierungspräsidium Karlsruhe aus Naturschutzsicht von einer Ausweisung angrenzender Waldflächen dringend abgeraten hat.
Trotz dieser klaren Signale aus Bevölkerung und regionalen Planungsstellen hält die Windenergie S&H GmbH aus Buchen-Hettigenbeuern an ihren Plänen fest und will in Kürze den Genehmigungsantrag einreichen. Dieses Vorgehen, das den Willen der Bürger ignoriert, steht in krassem Widerspruch zur Behauptung des Unternehmens, nur dort bauen zu wollen, wo Anlagen „willkommen“ sind. In Wettersdorf sind sie es eindeutig nicht.
Ausmaße bedrohen Landschaftsbild und kulturelles Erbe
Ein zentraler Punkt der Informationsveranstaltung waren die Visualisierungen der geplanten Windkraftanlagen. Diese verdeutlichten auf erschreckende Weise die gigantischen Dimensionen der Anlagen, die die bereits existierenden in der Region weit überragen und gleichzeitig in deutlich geringeren Abständen zur Wohnbebauung errichtet werden sollen.
Die Interessengemeinschaft warnte eindringlich vor der massiven Zerstörung des Orts- und Landschaftsbildes von Wettersdorf, Glashofen, Walldürn und der umliegenden Gemeinden. Das Naherholungsgebiet am Limes wird nachhaltig verändert. Gerade Walldürn als Wallfahrtsort wird in seinem kulturellen Erbe wesentlich beeinträchtigt sein. Die Windkraftanlagen mit ihren rotierenden Flügeln werden die Basilika als Kulturdenkmal um mehr als das Vierfache überragen.
Industriealisierung eines wertvollen Waldgebietes
Zudem wurde die drohende „Industrialisierung eines wertvollen Waldgebietes“ scharf kritisiert. Der betroffene Wald, Teil des Geoparks Bergstraße-Odenwald und des Naturparks Neckartal-Odenwald, ist Lebensraum geschützter Arten und beherbergt Biotope sowie ein Wasserschutzgebiet. Die Errichtung der Anlagen würde dieses Ökosystem zerstören, Artenschutz und Naherholung gefährden und die wichtige Klimafunktion des Waldes beeinträchtigen – besonders in einem als Schwachwindgebiet geltenden Bereich.
Gravierende Auswirkungen auf Anwohner und Umwelt
Ein Fachreferent beleuchtete die konkreten Folgen der geplanten Windkraftanlagen: Erhebliche Lärmbelästigung, massive Störung der Nachtruhe, Wertverlust von Immobilien bis zur Unverkäuflichkeit, Gefährdung durch Havarien wie Brände und die Freisetzung giftiger Stoffe durch Erosion und Abrieb der Rotorblätter. Auch optische Bedrängung, Schattenwurf, Umzingelung der Ortschaften und der gesundheitsschädigende Infraschall wurden als weitere gravierende Belastungen genannt.
Appell an den Gemeinderat
Die Interessengemeinschaft Heimatwald Wettersdorf appelliert nachdrücklich an alle gewählten Vertreter im Gemeinderat und alle Entscheidungsträger, den Dialog mit den Bürgern zu suchen und deren ernste Bedenken zu berücksichtigen. Die geplante Windparkerrichtung sei ein beispielloser Eingriff in die Lebensgrundlagen der Menschen, Natur und Landschaft, der nicht im Eiltempo durchgesetzt werden dürfe.
Ausblick
Der Informationsabend und die vielen Gespräche mit den zahlreichen Besuchern haben die große Besorgnis und den starken Widerstand der Bevölkerung gegen die geplante Windkraftanlagen noch einmal deutlich gemacht. Gleichzeitig wurde im anschließenden Austausch aber auch Zuversicht geäußert, sich gemeinsam für den Erhalt des Waldes und des Natur- und Lebensraumes einzusetzen - auch für zukünftige Generationen.
Dieser Abend hat die große Nachfrage an einer Fortsetzung der Informationsarbeit im Rahmen einer Veranstaltungsreihe aufgezeigt.
Autor:Heimatwald Wettersdorf aus Wettersdorf |
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