Pressebericht der PI Miltenberg vom 20.08.2014

Kontobetrug mit Prepaid-Kreditkarte

Bereits Ende Juli stellte eine Geschädigte auf ihrem Kontoauszug fest, daß unrechtmäßig eine Überweisung in Höhe von 350,- Euro auf ein polnisches Konto verfügt worden war. Der Überweisungsträger, welcher mit gefäschter Unterschrift, jedoch mit den korrekten Kontodaten der Geschädigten, händisch ausgefüllt war, wurde bei der Bank-Filiale in Collenberg in den dortigen Briefkasten eingeworfen.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß es sich bei dem polnischen Konto, welches bei einer Bank in Warschau geführt wird, nicht um ein "klassisches" Konto handelt. Vielmehr handelt es sich in diesem Fall um eine Prepaid-Kreditkarte.

Prepaid-Kreditkarten sind vollwertige Kreditkarten, welche zum Online-Handel, an der Kasse im Einzelhandel oder zur Bargeldauszahlung an Geldautomaten verwendet werden können. Der Unterschied zu einer herkömmlichen Kreditkarte besteht darin, daß diese Karten zuvor mit Guthaben aufgeladen werden müssen, sprich, man kann lediglich Guthaben verbrauchen. Ein "Überziehen" der Karte ist nicht möglich. Außerdem gibt es ein jährliches Transaktionslimit von 2500,- Euro. Eine Aufladung der Prepaid-Kreditkarten kann, wie in vorliegendem Fall, durch Überweisungen getätigt werden. Das Transaktionslimit erklärt die Überweisungsbeträge von nur wenigen hundert Euro. Außerdem erschweren diese "kleineren" Beträge den Banken, eine betrügerische Absicht zu erkennen.

In Polen ist es offensichtlich möglich, diese Prepaid-Kreditkarten online zu beantragen, eine Legitimation, wie in Deutschland, ist nicht nötig. Die Online-Kontoeröffnung erfolgt offenbar mit polnischen Identifikationsnummern, die aber keiner natürlichen Person zuzuordnen sind. Als Zahlungsempfänger wird meist ein erfundener Name verwendet. Hier kann es sich auch um deutsche Namen handeln. Diese sogenannten "Polen Debits" besitzen eine eigene polnische IBAN, die auf der Karte aufgedruckt ist. Aufgrund des jährlichen Transaktionslimits werden diese Karten nur wenige Tage genutzt und anschließend einfach durch eine andere Karte mit neuer polnischer IBAN ersetzt.

Die Täter machen sich den Umstand der anonymisierten Kontoeröffnung nicht nur bei Überweisungsbetrug, sondern auch bei betrügerischen Verkäufen von Waren z.B. über ebay oder ebay-Kleinanzeigen zu Nutze. Der Käufer soll den Kaufpreis auf ein Empfängerkonto überweisen, bei dem die IBAN mit PL beginnt. Da der Empfängername in Fällen des "ebay-Betruges" oft deutsch klingt, wird bei den Käufern kein Misstrauen erregt.

Nach Zahlungseingang wird das Geld mit der Prepaid-Kreditkarte entweder in bar an Geldautomaten abgehoben oder mit dem Guthaben Einkäufe (online oder Einzelhandel) getätigt.
Die Betrüger können nicht ermittelt werden, da die Kontonummer keiner Person zugeordnet werden kann. Somit sind diese für die Strafverfolgungsbehörden nicht greifbar.

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