Kulturkommode Osterburken stellt Jahresprogramm 2021 vor

Suchtpotenzial, Gewinnerinnen des Deutschen Kleinkunstpreises 2020 kommen nach Osterburken
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  • Suchtpotenzial, Gewinnerinnen des Deutschen Kleinkunstpreises 2020 kommen nach Osterburken
  • Foto: Torsten Goltz
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- Abwechslungsreiche Veranstaltungsreihe mit Kabarett, Songs und Musik-Comedy geplant -

Die Pandemie verlangt unserer Gesellschaft bisher einiges ab. Dazu gehören unter anderem auch die völlig veränderten Voraussetzungen für die liebgewonnenen Besuche von Theatern, Konzerten und Kinos, sofern überhaupt möglich. Wie alle Veranstalter stand auch die Kulturkommode Osterburken zum einen vor der neuen Aufgabe, Konzerte mit entsprechendem Hygienekonzept und enormem Mehraufwand durchzuführen und zum anderen auch vor dem schweren Schritt, Veranstaltungen leider absagen zu müssen. Neben Publikum und Veranstaltern sind aber hauptsächlich die Künstler von der Pandemie betroffen: Musiker und Kabarettisten, die Kleinkunstbühnen bespielen, den unmittelbaren Kontakt zum Publikum suchen und so den Zuschauern unvergessliche Abende ermöglichen. Auch wenn vielleicht ein weiteres Jahr voller Ungewissheit bevorsteht, ist es den Verantwortlichen der Kulturkommode doch ein Anliegen, auch 2021 einen vielseitigen Programm-Mix aus Musik und Kabarett für alle Kulturfreunde zu präsentieren. Unter Einhaltung der jeweils geltenden Hygienevorschriften und mit der Option auf eventuelle Verlegung in größere Räumlichkeiten darf man sich also in der mittlerweile vierundzwanzigsten Kulturkommode-Saison hoffnungsvoll auf folgende sechs Veranstaltungen freuen:

Den musikalischen Auftakt des Jahresprogramms macht der Liedermacher Lüül am Samstag, 13. März. Lutz Graf-Ulbrich, so Lüüls bürgerlicher Name, fasst Beziehungskisten, Zeitkritisches und Alltägliches in Worte und setzt sie mit Gitarre oder Ukulele ausdrucksstark in Szene. Das hat einen guten Schuss Nachdenklichkeit und Melancholie, ist meist lässig, lädt oft aber auch zum Träumen ein. Eine Lebensweise in Liedern. Begleitet von Kerstin Kaernbach an so exotischen Instrumenten wie Theremin und Singender Säge entfalten Lüüls Songs einen skurrilen Charme. Das ist eigenwillig und authentisch, mit Berliner Chuzpe präsentiert. Souverän und gelassen gelingt dem Lüül-Duo der Spagat zwischen Tiefgang und Humor, Alltags-Wahnsinn und bewegenden Momenten.

Am Samstag, 8. Mai, bringt der Kabarettist HG.Butzko bereits zum zweiten Mal seine brüllend komische und bisweilen besinnliche Mischung aus Infotainment, schnoddrigen Gags, Frontalunterricht und pointierter Nachdenklichkeit nach Osterburken. Getreu dem Motto: "logisch statt ideologisch" hat Butzko dabei einen ganz eigenen, preisgekrönten Stil entwickelt, den die Presse mal als "Kumpelkabarett" bezeichnet hat, und mit dem er in Hinter- und Abgründe blickt und die großen Themen der Welt so beleuchtet, als würden sie "umme Ecke" stattfinden. In seinem inzwischen elften Programm "aber witzig" spürt Butzko dem Irrsinn nach, der mit der postfaktischen Zeitenwende einhergeht. Und dabei stellen sich interessante Fragen: Was ist ein Computervirus gegen eine echte Pandemie? Was nützt die künstliche Intelligenz, wenn die menschliche Dummheit zeitgleich mitwächst? HG.Butzko wird es erklären, „aber witzig“!

Die Songs von Deutschlands bekanntestem Liedermacher begleiten den Musiker und Kabarettisten Stefan Eichner schon seit Jugendtagen. Deshalb hat er sich einen großen Wunsch erfüllt und ein abendfüllendes Reinhard-Mey-Chanson-Bühnenprogramm zusammengestellt, das er neben seinen eigenen Programmen mit großem Erfolg spielt. Der Künstler selbst beschreibt den Abend so: „Reinhard ist einzigartig, nicht zu kopieren und darum soll es an diesem Liederabend auch nicht gehen. Vielmehr wird es eine Hommage, ein Streifzug durch mehr als vier Jahrzehnte seines Schaffens.“ Das Publikum darf also am Samstag,12. Juni, rund zwei Dutzend Lieder und Chansons von Reinhard Mey wieder oder auch neu entdecken – gespielt und interpretiert von Stefan Eichner.

Scherben bringen Glück, heißt es. Doch wer auf eine richtige Portion Glück aus ist, lässt die Flaschen ganz. Und macht damit Musik. Dazu brauchen die Vollbiermusiker von „GlasBlasSing“ am Samstag, 18. September, nur einen Kasten leere Sprudelflaschen und eine Bühne voll anderer pfandwürdiger Getränkebehältnisse. Daraus entstehen erstaunliche Allround-Instrumente, die wie Schlagzeug, Bass, Gitarre, Flöte oder auch Steeldrum klingen. Die vier Jungs bieten auch im aktuellen Programm „Happy Hour“ ihre faszinierende Flaschenmusik, erweitert durch perfekten Satzgesang und äußerst unterhaltsame Performance. Das sind knapp zwei Stunden akustische Wonnen, erzeugt auf allem, was der Flüssigkeitenaufbewahrungsfachhandel zu bieten hat und dargeboten von Europas führenden Pfandwerkern.

Am Sonntag, 17. Oktober, tritt das Duo „Suchtpotenzial“ mit ihrem dritten Programm „Sexuelle Belustigung“ auf. Die beiden Vollblutmusikerinnen Julia Gámez Martin und Ariane Müller sind zwei Künstlerinnen, bei denen auf der Bühne alles passieren kann, wenn sie ihrer Albernheit freien Lauf lassen: virtuose Gesangsduelle, derbe Wortgefechte und kluges Pointengewitter. Dabei werfen Suchtpotenzial alle Konventionen und Klischees über Bord, nichts ist vor ihnen sicher. Als Meisterinnen gelebter Neurosen und absurder Gedankengänge bewegen sie sich parkettsicher in allen Genres, ihre Musik und Comedy-Texte schreiben sie selbst. Mit ihrer spritzigen, verrückten Art feiern sie auf Kleinkunstbühnen und in Fernsehstudios große Erfolge.

Stefanie Kerker ist am Samstag, 20. November, zu Gast bei der Kulturkommode. Die Musik-Kabarettistin hat in ihrem Programm die „Lizenz zum Trödeln“, indes Probleme, davon Gebrauch zu machen. Denn selbst in den letzten Winkeln des Alltags lauert das „Schneller! Höher! Weiter!“ zur Lebensmaximierung. Kerker spioniert sich durch ihr und unser Leben, stolpert vom Wäschekorb in die Wirtschaftspolitik, vom Windeleimer in die Nachhaltigkeitsdebatte und kommt von Linsen über Spätzle zu turbokapitalistischen Bildungsidealen. Gekidnappten des allumfassenden Wettbewerbs erteilt sie wortwitzig, feinfühlig und selbstironisch den Befehl zum Trödeln. Eine Absage an Leistungs-, Effizienz- und Erfolgswahn aus der Sicht einer Kreativschaffenden, Durchschnittsverwirrten und Mutter.

Ein Programmheft mit dauerhaft-verbindlichen Informationen zu veröffentlichen, ist unter den gegebenen Umständen nahezu unmöglich. Deswegen hat sich das Leitungsteam der Kulturkommode entschlossen, in diesem Jahr keinen gedruckten Flyer zu verteilen, sondern diesen nur auf ihrer Homepage (www.kulturkommode.de) zum Download zur Verfügung zu stellen. Als Geschenkidee wird dort auch wie bisher der Kulturkommode-Gutschein zur Bestellung angeboten. Die Eintrittskarten können aus organisatorischen Gründen 2021 nur im Vorverkauf (keine Abendkasse) – etwa vier Wochen vor dem jeweiligen Programmtermin – über das Bestellformular auf der Homepage der Kulturkommode erworben werden. Dort sind natürlich auch immer alle aktualisierten Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen zu finden.

Autor:

Michael Pohl aus Osterburken

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