Quellenwegwanderung 2025
Ein Pilgerweg für Körper, Geist und Seele
- hochgeladen von M. Ebel-Walz
9 Frauen, 3 Tage, 67 Kilometer – Eine Reise zu sich selbst mit den allgegenwärtigen Themen Gerechtigkeit, Schöpfung, Frieden und Liebe.
Vom 19. bis 21. September 2025 begaben sich neun mutige Frauen auf ein besonderes Abenteuer: die Quellenweg Pilgertour. Drei Tage, 67 Kilometer und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit spirituellen Themen, begleitet von großzügiger Unterstützung durch zahlreiche Helfer und strahlendem Herbstwetter. Die Teilnehmerinnen erlebten eine intensive Pilgerreise durch wunderschöne Landschaften in den Regionen Hohenlohe, Tauber-Franken und Neckar-Odenwald.
Tag 1: Winzenhofen – Assamstadt (ca. 22,3 km) – „Gerechtigkeit & Loslassen“
Der erste Tag begann mit dem Aufbruch in Winzenhofen. Pünktlich um 9:00 Uhr starteten die Teilnehmerinnen ihre Wanderung am Felsenbrunnen, eine von 17 Stationen des Quellenweges. Das Quellenweg Organisationsteam Ulrike Gall (Gommersdorf) und Marlies Ebel-Walz (Unterwittstadt) begrüßte die Teilnehmerinnen, welche aus Jagsthausen, Ravenstein, Walldürn, Götzingen, Stuppach und Remscheid angereist waren.
„Wasser, eines von Gottes kostbarsten Geschenken“. Mit motivierendem Gesang “Lass uns in deinem Namen Herr, die nötigen Schritte tun“- setzte sich die Pilgergruppe in Bewegung durch die gesamte „alte“ Seelsorgeeinheit KRAS (Krautheim, Ravenstein, Assamstadt).
Thema des Tages – Gerechtigkeit und Loslassen – wurde durch Anregungen für alle Sinne begleitet, etwa von Maria Hermann, die an der Station Heßlinghof die Gäste begrüßte. Zusammen mit Walter Zürn, dem ältesten Einwohner vom Hesslingshof, der es sich nicht nehmen ließ die Geschichte der Ritakapelle zu erzählen und zu den Mitbegründern der Ritakapelle gehört. Mit dem gemeinsam gesungen Lied „Die Rose“ und dem Duft der Rosen ging es weiter zum nächsten Etappenziel. Am „Käpelle“ Gommersdorf, legten die Teilnehmerinnen Steine ab, zuvor beschriftet mit Gedanken zum Thema „Auf dem Weg der Gerechtigkeit, ist Frieden“. Begleitet mit diesen Gedanken wanderte die Pilgergruppe den ortsverbindenden „halben Windbergweg“ nach Krautheim. In der Mittagshitze den Bergweg hoch zur Mariengrotte und zur Burg zu gelangen, erforderte Kraft und ließ die Schweißperlen fließen. Dann aber, am Tretbecken angekommen, genossen alle die ersehnte Kühle des Wassers.
Mit frischer Energie ging es weiter nach Klepsau, dort wartete schon die kfd Vorsitzende Manuela Hertlein mit einem herrlichen Kuchen.
In der 14 Nothelfer Kapelle, legten die Frauen sinnbildlich mit einer brennenden Kerze ihr Sorgen nieder. Vom wunderschönen Heiligenberg, mit herrlichem Blick über das Jagsttal, ging es dann bergab durch den kühlen Wald in das verwunschene Horrenbach zur Kapelle St. Valentin, wo die Liebe wohnt.
Nach dem letzten Aufstieg dieses Tages endete der lange, heiße Tag in Assamstadt. Klaus Gall (Tourbegleiter) hatte bereits das Gepäck in das Sportheim gebracht. Über die gesamten drei Tage war er als gute Seele für die Logistik des Gepäcktransfaires und eines einfachen, regionalen Abendessens, welches er selbst zubereitete, für die Pilgergruppe da.
Nach einer Yoga Einheit auf dem Sportplatz legten sich alle zum Schlafen auf ihre mitgebrachten Luftmatratzen oder Feldbetten nieder.
Tag 2: Assamstadt – Ballenberg (ca. 24,9 km) – „Schöpfung & Vertrauen“
Bereits um 8:00 Uhr genossen die Pilgerinnen ein gemeinsames Frühstück, bevor es zum Start an der Kirche St. Kilian ging. Thea Hammel, kfd Vorsitzende, erläuterte die Ideen des Künstlers am Schöpfungsfenster. Auch die spontane Darbietung einer Mitpilgerin, die die Schöpfung von Adam und Eva pantomimisch darstellte, setzte ein „i“ Tüpfelchen zum Thema Schöpfung.
Während der ersten Strecke wurden die Teilnehmerinnen von Stefanie Herbinger, SWR begleitet und interviewt. Sie erstellt eine Reportage für den SWR über den Quellenweg und die Motivation der Teilnehmerinnen, diesen an einem Stück zu gehen.
Der Beitrag ist im SWR1 „Sonntagmorgen“ (vom 29.09.25) mit Themen um Religion und Gesellschaft zu finden.
Im Schatten am Neunstetter See und seinem reichen Naturschutzgebiet konnten wir uns als „Gäste in Gottes großzügiger Schöpfung“ geborgen fühlen.
Die nächste Etappe bei der Oberndorfer Mariengrotte, eröffnete den Blick von der Grotte, unter den uralten naturgeschützten Linden, in die „große Kathedrale Gottes“. Es gab Grund zum Staunen. Durch den Wald, vorbei am „Versunkenen Baum“ von Neunstetten, erreichten die Pilgerinnen in großer Hitze den Weiler Schollhof. Die Pause war dringend notwendig. Gestärkt von Herwig und Gerda Ullrichs Bio-Produkten ging es über den alten Römerweg zum Tagesziel Ballenberg weiter.
Der Tag endete mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Johannes in Ballenberg, der von Pater Soji zelebriert wurde. Die Gemeinde und auch eingeladene Gäste erfreuten sich an der Mitgestaltung des Gottesdienstes durch die Pilgergruppe. Auch das leckere Abendessen mit guten Gesprächen im Bürgerhaus von Ballenberg und einer stimmigen Klangschalenmeditation ließen die Strapazen des Tages vergessen und läuteten zur Nachtruhe ein.
Tag 3: Ballenberg – Erlenbach (ca. 25 km) – „Lebensquellen & Frieden“
Die Kirchenglocken läuteten den Sonntag ein und weckten die Pilgergruppe zum Aufbrechen in den letzten Pilgertag, welcher unter dem Thema Lebensquellen und Frieden stand. Zum Start am Brunnen in Ballenberg erklang neben dem plätschernden Brunnen das Lied „Leben aus der Quelle, Leben nur aus Dir, Leben aus der Quelle des Lebens“ - schweigend bewegt ging es weiter zur alten Linde, der Station in Unterwittstadt. Beeindruckend ist die Geschichte dieser alten Linde, die einst als Treffpunkt im Zentrum des Dorfes galt und dem Sturm zum Opfer fiel. Hier, am Dorfrand, darf sie weiter leben und Geschichten der rastmachenden Gäste hören.
Ein „must have“ war die alt ehrwürdige 14 Nothelferkapelle Oberwittstadt, aus dem Jahre 1643. Staunend bewegten sich die Frauen hinein, um auch hier die Sorgen und Anliegen schweigend und singend mit dem Kanon „ Wo zwei oder drei beisammen sind“ - liegen zu lassen. Manches Auge blieb nicht trocken. Auch beim Brunnen in Oberwittstadt selbst, verweilte man kurz, um die Gedanken der Oberwittstadter Frauen zu entdecken.
Besonders beeindruckend war der Halt in Hüngheim, bei dem Elvira Müller die Teilnehmerinnen mit ihrer persönlichen Erzählung berührte. Die Station „Der gute Hirte“ lud zur Mittagsrast ein. Über Merchingen mit seiner jüdischen Geschichte und den Stolpersteinen verweilte die Pilgergruppe mit dem dringenden Bedürfnis nach Frieden unter den Völkern.
Die dreitägige Pilgertour endete am Alten Friedhof in Erlenbach. Mit der „Fanfare for the common woman“ wurden alle Pilgerinnen überrascht. Mit Schmetterlingen im Herzen, wie sie auf der dortigen Stele zu sehen sind, berichtete jede einzelne noch bei einer Reflexion über ihre bleibenden Eindrücke. Bei Kaffee und Kuchen und den ersten Regentropfen endete diese beeindruckende Pilgertour auf dem ökumenischen Quellenweg.
Fazit
Die Quellenwegwanderung 2025 war mehr als nur eine körperliche Herausforderung. Sie war eine Reise der spirituellen Einkehr, des Austauschs und der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Die Teilnehmerinnen haben nicht nur ihre eigenen Grenzen erlebt und überschritten, sondern sich auch intensiv mit den Themen Gerechtigkeit, Schöpfung bewahren und Frieden untereinander auseinandergesetzt.
Dank der großartigen Unterstützung von Helfern und Begleitern konnten die Wanderinnen sich ganz auf den Weg und die spirituelle Erfahrung konzentrieren. Ein besonderer Dank gilt allen, die diesen gemeinsamen Weg ermöglicht haben – sei es durch physische Unterstützung oder durch geistige Begleitung.
Die Quellenwegwanderung war ein voller Erfolg.
Autor:M. Ebel-Walz aus Ravenstein |
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