Sommerserenade des Musikverein Schweinberg
Gemeinschaftsorchester entfacht musikalisches Feuerwerk
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Schweinberg. „Dieser Abend war charismatisch!“: Ein schöneres Lob könnten sich konzertierende Musiker kaum wünschen – in diesem Fall besteht es aus wahren Worten, mit denen ein begeisterter Besucher die Sommer-Serenade des Musikvereins Schweinberg verließ. Er war mit seiner Meinung sicher nicht allein: Dem Publikum wurde ein Abend der Sonderklasse geboten. Was der Musikverein Schweinberg mit seiner „MiniBand“ in Zusammenarbeit mit der befreunden Musikkapelle Grünsfeld präsentierte, war ein musikalisches Feuerwerk mit nicht weniger als 91 Instrumentalisten und „Special Guest“ Jutta Biller mit ihrer bezaubernd glasklaren Stimme.
Ganz von vorn: Dass die Parkplatzsuche schwierig war, reflektierte eindrucksvoll der erste Blick auf den Kirchplatz. Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn hatten zahlreiche Gäste sich niedergelassen, um gemeinsam in froher Runde einen besonderen Abend herbei zu sehnen. Erste Gläser klangen, man freute sich über das Wiedersehen und auf das, was kommen sollte – und das hatte es in sich. Die „MiniBand“ mit Dirigentin Clara Murphy eröffnete das Programm mit dem Medley „Best Of James Bond“ und damit einer musikalischen Reise von „Goldfinger“ bis „Skyfall“, überzeugte auch mit der Hymne „A Thousand Years“ aus der „Twilight“-Filmreihe und erinnerte mit dem Potpourri „Best Of Adele“ an deren Hits wie „Set Fire To The Rain“, „Someone Like You“ und „Rolling In The Deep“. Die ansprechende Darbietung wurde von der Zugabe gekrönt: „Music“ nach John Miles begeisterte auf ganzer Linie und demonstrierte das beachtliche Können des MVS-Nachwuchses.
Keine Frage, die MiniBand hatte den Maßstab weit oben angesetzt. Kaum war sie mit kraftvollem Applaus verabschiedet wurden, beschritt die nächste Generation die – heuer anders als in den vergangenen Jahren angeordnete – Bühne: Das Projektorchester mit Schweinberger und Grünsfelder Musikanten bezog seine Posten, während Maren Greß und Jonas Henn als Moderatoren Maß nahmen: Sie erinnerten an die Hintergründe des Konzerts, das aus der langjährigen Verbindung der beiden Orchester entstand – und daran, dass Musik stets für Zusammenhalt, Freundschaft und gutes Miteinander stehe. Das symbolisierte schon das erste gemeinsame Werk: „Viribus unitis“ („mit vereinten Kräften“) lud zünftig-kernig zum Mitschunkeln ein. Mit feurigem „Olé“ und knackenden Kastagnetten angereichert, überzeugte auch „The Mask Of Zorro“ sehr – ein anspruchsvolles und hörenswertes Stück, das die Zuhörer in seinen Bann zog. Ausgesprochen mitreißend gestaltete sich auch „Share My Yoke“: Eine üppig arranigerte Komposition, die der talentierte Solo-Trompeter Artem Alberg auf die Spitze trieb – instrumental war das sicher eine Meisterleistung. Mit einem (musikalischen) Kurztrip nach Mittelerde schlug man den Weg zur Pause ein: Man sah die Elben, Hobbits und Orks vor seinem geistigen Auge, als die Filmmusik „The Lord Of The Rings“ erklang – ein restlos beeindruckendes, emotionsgeladenes Opus.
In der Pause konnte man sich zwischen Weinlounge, Cocktailbar und allerhand mehr entscheiden: Die Auswahl fiel nicht leicht, der MVS erwies sich erneut als hervorragender Gastgeber. Natürlich traf man auch zahlreiche Bekannte – wie immer, wenn der MVS auftritt. Die Konzerte leben nicht nur von der Musik, sie leben auch durch die familiäre Stimmung und das gemütliche Ambiente. Wer allein kommt, bleibt dahingehend auch nicht allein!
Aber was war das? Der Radetzky-Marsch schallte zweimal über den Kirchplatz, um nach wenigen Tönen wieder zu verklingen – ein Scherz?! Mitnichten: Beim dritten Anlauf hat es dann doch geklappt, und das „Marsch-Konfetti“ fiel nicht nur musikalisch über Schweinberg ein: Von demn akustischen Grüßen an einen gewissen Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz über die „Amboss-Polka“ bis hin zum Hochzeitsmarsch gab es beste Unterhaltung – und beim Narrhalla-Marsch wähnte man sich schier in der fünften Jahreszeit und fragte sich, wo die lustige Vögelschar denn bleibt. Auch am Dirigentenpult gab es einen Wechsel: Hatte in der ersten Hälfte Grünsfelds Maestro Thomas Mohr die Oberhand bewahrt, führte jetzt MVS-Altmeister Luk Murphy den Taktstock. Er dirigierte nicht nur Musiker: Beim zu Herzen gehenden volkstümlichen Epos „Ehrenwort“ der Schweizer FäaschtBänkler – die man bald in Höpfingen live erleben kann – und dem würdevollen Ballade „Invincible“ sorgte die stimmgewaltige Hardheimerin Jutta Biller für große Gefühle. Sie verstand es, beiden Stücken eine ungeahnte Tiefe und Dynamik einzuhauchen – da hörte man gern zu und ließ sich verzaubern. Das Orchester stand dem in nichts nach: Mit der „Bohemian Rhapsody“ nach Queen und dem von Hans Zimmer komponierten Mammutwerk „Chevaliers de Sangreal“ aus dem „Da-Vinci-Code“, bereichert um die Solisten Clara Murphy und Kevin Nied, endete ein Abend, der nicht nur charismatisch war, sondern definitiv in Erinnerung bleiben wird – nach zwei nicht minder imposanten, frenetisch erjubelten Zugaben, den Dankesworten der Vorsitzenden Dorothee Kaufmann, liebevollen Bonmots von Luk Murphy und stimmungsvollen Grüßen der Moderatoren. Natürlich wurde weitergefeiert – und eines ist klar: So schön der Sommer ist, so bald wird der MVS wieder zum winterlichen Jahreskonzert einladen... (adb)
Autor:Musikverein Schweinberg aus Schweinberg |
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