Ursachen für Reizhusten bei Kindern

Bei Kindern ist, ebenso wie bei Erwachsenen, eine beginnende Erkältung der Hauptversursacher des trockenen, unproduktiven Hustens ohne Schleimauswurf. Kinder sind etwa zwei- bis dreimal häufiger krank als Erwachsene, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Sechs bis acht Erkrankungen pro Jahr sind denkbar, umso häufiger, je jünger das Kind ist. Besonders in Kindertagesstätten, wo viel Kontakt zu anderen Kindern besteht, ist die Ansteckungsgefahr hoch.

Neben Erkältungshusten gibt es auch gewöhnliche Auslöser: viel Rennen, Spielen und Schreien in kalter Luft trockenen die Scheimhäute aus, es entsteht Husten. Kinder verschlucken öfter Fremdkörper als Erwachsene, wie z. B. Staub, Sand, kleine Fliegen, was den Hustenreflex auslöst. Husten ist keine Krankheit, sondern ein wichtiger Schutzmechanismus unseres Körpers, um das Atemsystem und die Bronchien zu reinigen.

Kinder können wie Erwachsene von Allergien betroffen sein, die Reizhusten verursachen. Besonders häufige Allergien bei Kindern sind:

  • Lebensmittelallergien
  • Allergien gegen Tierhaare
  • Pollenallergien
  • Allergien gegen Staub

Reizhusten kindern kann auch ein Hinweis auf Krankheiten wie Asthma, Krupp oder Keuchhusten sein. Bei Kindern im Schulalter sind Sie psychische Ursachen nicht auszuschließen.

Hilfe für Ihr Kind bei Reizhusten aufgrund von Erkältungen

Ein krankes Kind braucht vor allem Ruhe und Schonung, denn das Immunsystem läuft auf Hochtouren. Unterstützende Massnahmen sind außerdem:

  • Viel Flüssigkeit. Sorgen Sie dafür, dass ihr Kind viel trinkt. Flüssigkeit befeuchtet die Schleimhäute und lindert den Hustenreiz. Am besten geeignet ist Tee.
  • Legen Sie ein gerolltes Handtuch oder ein Keilkissen unter den Oberkörper. Die Hochlagerung vermindert das Laufen von Nasensekret in den Rachenraum.
  • Achten Sie auf Frischluftzufuhr durch häufiges Lüften oder ein gekipptes Fenster. Vermeiden Sie Zugluft.
  • Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum. Am besten gelingt dies mittels im Zimmer verteilter feuchter Handtücher. Luftbefeuchter an Heizungen oder elektrisch betrieben sind ungünstig. Darin bilden sich leicht Keime.
  • Reiben Sie die Brust ihres Kindes mit Erkältungsbalsam ein. Die Dämpfe erleichtern das Atmen, und die Wärme sorgt für eine bessere Durchblutung. Kaufen Sie in der Apotheke ein Produkt, das für Kinder geeignet ist.

Achtung:

  • Benutzen Sie keine ätherischen Öle wie Eukalyptus, Pfefferminze und Menthol. Diese Substanzen können bei Kindern Reizungen, Allergien und Asthma auslösen.
  • Honig gilt als Hausmittel, weil er entzündungshemmend wirkt. Kleinkinder unter einem Jahr vertragen keinen Honig, auch nicht im Tee!
  • Hustenstiller sind nachts eine gute Lösung. Achten Sie darauf, wenn der trockene Husten nach etwa zwei Tagen in einen Husten mit Schleimbildung übergeht. Dann sollte kein Hustenstiller mehr gegeben werden, da er den Auswurf unterdrückt. Dieser ist wichtig, um die Bronchien zu reinigen.
  • Hustenbonbons und Halstabletten sind für Kinder unter vier Jahren nicht geeignet!

Krupp, Keuchhusten, Pscheudokrupp - Symptome, Ursachen und Unterschiede

Keuchhusten, Krupphusten und Pseudokrupp sind Infektionen der oberen Atemwege. Sie sind besonders häufig bei Kleinkindern unter drei Jahren.

  • Echter Krupp ist Diphterie und wird durch Viren ausgelöst. Die meisten Menschen sind dagegen geimpft.
  • Pseudokrupp, auch Krupphusten genannt, ist eine Kehlkopfentzündung, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Symptome sind krampfartiger, bellender Husten, vor allem nachts. Pfeifende Geräusche beim Einatmen, Heiserkeit, Atemnot und Fieber können dazu kommen. Der eigentliche Krupphusten ist nicht ansteckend, jedoch die vorangegangene bakterielle Infektion. Man spricht vom Peudokrupp, weil viele Kinder gegen Diphterie geimpft sind.
  • Keuchhusten ist ebenfalls hoch ansteckend und wird durch ein Bakterium ausgelöst. Charakterisch sind krampfartige Hustenanfälle, Atemnot und pfeifende Geräusche beim Luftholen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder.

Gegen Keuchhusten und Diphterie gibt es Impfungen. Gegen Krupphusten (Pseudokrupp) kann man nicht geimpft werden.

Leidet ihr Kind unter Krupphusten, ist es wichtig, dass Sie selbst Ruhe bewahren. Angst und Panik verstärken die Symptone von Pseudokrupp. Versuchen Sie, Ihr Kind zu beruhigen. Als angenehm wird auch feuchte, kühle Luft empfunden. Richten Sie den Oberkörper des Kindes auf oder nehmen Sie es auf den Arm. Wichtig sind viel Trinken und Körperkontakt.

Rufen Sie den Notarzt, wenn:

  • das Atemgeräusch auch im Ruhezustand laut und pfeifend ist
  • das Kind hohes Fieber bekommt,
  • sichtlich unter Atemnot leidet
  • und die Symptome auch im Ruhezustand bestehen bleiben!

Husten mit psychischen Ursachen

Anhaltender Reizhusten bei Kindern im Schulalter kann auch psychische Gründe haben. Symptome sind Kratzen im Hals sowie laute und bellende, einzelne Hustenstöße bei sonst gutem Allgemeinzustand. Dieser Husten bleibt oft nach einem überstandenen Infekt der oberen Atemwege oder einer Bronchitis bestehen. Der Arzt spricht von einem habituellen oder Erinnerungshusten. Der Körper hat sich den Husten sozusagen "angewöhnt".

Weisen Sie den Arzt bei einer Vorstellung nicht nur auf vorangegangene Infektionen hin, sondern auch auf mögliche psychisch belastende Ereignisse wie z.B:

  • Probleme mit Freunden
  • anstehender Schulwechsel
  • Trennungen, Scheidungen
  • Leistungsdruck.

Besonders gefährdet für habituellen Husten sind Schulkinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren.

Wenn Sie vermuten, dass der Husten ihres Kindes psychische Ursachen haben könnte, schenken Sie ihm besonders viel Zuwendung - nur nicht wegen und während des Hustens. Können körperliche Ursachen ausgeschlossen werden, sind Therapien hilfreich. Dazu zählen Atemtherapie, Verhaltenstherapie, progressive Muskelentspannung und Autogenes Training, um die Körperwahrnehmung zu erhöhen.

Das Beste, das Sie für Ihr Kind tun können, ist liebevolle Pflege!

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