Einweihung Marienkapelle mit Schutzmantelmadonna in Breitendiel
„Unter deinen Schutz und Schirm……“

Breitendiels neue Schutzmantelmadonna
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Miltenberg/Breitendiel. Der vergangene Pfingstsonntag war für den „Kapellenverein Breitendiel e.V.“ ein besonderer Tag: Stadtpfarrer Jan Kölbel segnete am Ende der Sudetenstraße in Breitendiel eine neu erbaute Marienkapelle und weihte die darin erstellte Schutzmantelmadonna. Beide, Kapelle und die Marienfigur strahlen den besonderen Glanz des Neuen, aber auch der Schönheit aus. Der vor genau 20 Jahren gegründete Verein hatte sich als Vereinszweck die Erschaffung einer Marienkapelle in der Gemarkung Breitendiels in die Satzung geschrieben. Initiator damals war Breitendiels Seelsorger Monsignore Heinrich Schlereth. Stefan Schüßler, aktueller Vorsitzender des Vereins, sprach von einem Tag des Dankes, einen Tag der Freude und von einem Tag der Hoffnung.

Schüßler bedankte sich bei dem Architekten Martin Reuter für Schaffung eines modernen Gebäudes sowie bei Bildhauer Alexander Schwarz, der die Schutzmantelmadonna aus Sandstein gemeißelt hat. Sein weiterer Dank galt den Behörden, den Handwerkern und den Mitgliedern des Vereins, wobei er eigens den verstorbenen Mitgliedern gedachte.In einer Zeit, so der Vorsitzende, in der Glaube und Kirche im Schwinden begriffen sind, wo die Auseinandersetzung mit Religion, das Ringen um eine eigene Beziehung zu Gott die Menschen bewegt, ist die Erschaffung einer Marienkapelle nicht selbstverständlich. Maria sei die Lieblingsheilige der Franken. Frankenland ist von alters her Marienland. Schüßler sprach den Wunsch aus, dass dieser Ort von den Menschen, die Maria verehren, gerne angenommen wird. Die Kapelle habe einen schönen Platz in Breitendiels Flur gefunden. Sein besonderer Wunsch sei es, dass diese Kapelle mit ihrer schönen Schutzmantelmadonna auch einen Platz in den Herzen der Menschen findet.

Gelungene Architektonik
Architekt Martin Reuter aus Miltenberg hat im Auftrag des Vereins einen schlichten, aber doch elegant wirkenden Bau erschaffen. Weiße Betonwände wurden vor Ort gegossen und anschließend mit Sand gestrahlt, um dadurch eine raue Oberfläche zu erzielen. Rahmenlose Fenster, mit der Natur als Ornament, gliedern die Wandfläche. Der sichtbare Dachstuhl bekam innen eine Lärchenholzschalung, die Dachdeckung besteht aus Schieferplatten. Ein goldfarbenes Kreuz mit langem Stab, das vom Boden aus bis über das Dach hinausragt, zeigt symbolisch an, dass dieses Haus ein sakraler Bau ist. Erinnern soll dieser Stab mit Kreuz an den Hirtenstab des Papstes (lat. Ferula), nicht zu verwechseln mit dem Krummstab des Papstes oder der Bischöfe.

Schutzmantelmadonna
Der besondere Schmuck dieser Kapelle ist die von Steinbildhauermeister Alexander Schwarz, Dorfprozelten, geschaffene Marienfigur. Die Figur, 180 cm hoch aus Wüstenzeller Sandstein, stellt die „Schutzmantelmadonna“ dar. Im christlichen Mittelalter gab es einen Brauch, der später auch von der Kirche übernommen wurde. Angesehene und bekannte Personen, besonders Frauen, konnten Verfolgten unter ihrem Mantel Schutz gewähren und für diese um Gnade bitten. Diese Bitten wurde meistens erhört. Dieses Schutzmantelrecht hat man bildhaft auf Maria übertragen. Viele Menschen haben sich der Schutzmantelmadonna anvertraut und tun dies noch heute.

Nach Aussagen des Künstlers wollte er eine Frau darstellen, die stolze und selbstbewusste Mutter und Beschützerin ist. Wörtlich sagte der Bildhauer: „Ich glaube, dass beim Schaffen der Figur, insbesondere dem Gesicht, besondere Kräfte am Wirken waren und deshalb davon einen besondere Ausstrahlung auf den Betrachter ausgeht“. 250 Stunden hat Alexander Schwarz an seinem Werk geschaffen, um aus dem 1.000 kg schweren Rohblock eine Madonna herauszumeißeln, die im wahrsten Sinne „schön“ ist.

Segen und Weihe
Nach einer Maiandacht am vergangenen Pfingstsonntag, die von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates gestaltet wurde, weihte Stadtpfarrer Jan Kölbel die neue Breitendieler Schutzmantelmadonna und segnete die Kapelle. Pfarrer Kölbel bedankte sich bei den Initiatoren, besonders bei Monsignore Heinrich Schlereth mit dem Kapellenverein, für die Schaffung dieser Marienkapelle. In der heutigen Zeit sei es nicht selbstverständlich, eine Marienkapelle zu erbauen. Umso mehr freue es ihn, dass dieser schöne Bau mit der Schutzmantelmadonna erstanden ist. Er stellte den Bau unter den besonderen Schutz und Segen Gottes. Musikalisch gestaltet wurde die Mainandacht und die Einweihung von der Musikgruppe “Sameds“.

Bernhard Setzer

Autor:

Bernhard Setzer aus Breitendiel

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