800 Jahre Fechenbach: Fischer fischen und Falkner stellt seine Greifvögel vor

Falkner Werner Becker.
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In wenigen Tagen ist es endlich so weit. Dann findet am 24. und 25. Mai das historische Festwochenende zum 800jährigen Jubiläum von Fechenbachstatt. Die letzten Vorbereitungen laufen jetzt auf Hochtouren.

Fischer und Falkner

Am Festwochenende werden, passend zum mittelalterlichen Markt, viele Handwerker ihr Können zeigen. Mit dabei sind Bogenbauer und Steinmetz, die in der letzten Woche vorgestellt wurden. In der heutigen Ausgabe wird ein Blick auf Fischer und Falkner geworfen, die ebenfalls mit von der Partie sein werden.

Bedeutsame Fischerei

Erwin Zöller und mit ihm weitere 5 Männer und 3 Frauen sind von der Dorfprozeltener Fischerzunft und werden am Festwochenende in Collenberg an ihrem Stand am Main in der Nähe des Hafens zeigen, warum die Fischerei in früheren Zeiten so bedeutsam war. „Vor rund 800 Jahren gab es um Collenberg herum nur Wald und Wasser. Also haben viele Menschen vom Wasser und damit von der Fischerei gelebt. Berufsfischer gab es in unserer Region bis etwa 1950. Ich selbst bin Berufs- und Nebenerwerbsfischer, fische aber inzwischen hauptsächlich für den Eigenbedarf. Die Nachfrage nach frischem Mainfisch ist nicht mehr ganz so groß.“

Junge Menschen begeistern

Die Männer und Frauen um Erwin Zöller geben ihr Wissen gerne weiter und versuchen, junge Menschen für die Fischerzunft zu begeistern. „Das ist nicht einfach. Aber wir möchten gerne in einigen Jahren, genauer gesagt 2028, das 800jährige Bestehen der Fischerei in Dorfprozelten feiern.“ Daher ist es für die Fischerzunft selbstverständlich, beim Jubiläum in der Nachbargemeinde mit von der Partie zu sein. „Die fleißigen Näherinnen, die alle Gewänder für die Akteure genäht haben, haben uns ebenfalls komplett ausgestattet, wofür wir sehr dankbar sind. Wir werden an den beiden Markttagen historische Gewänder unserer Zunft tragen und damit beim Einzug des Rüdten mitlaufen. Darauf sind wir sehr stolz.“

Alter Fischernachen aus Holz

Der Stand der Fischer wird sicherlich zum Publikumsmagneten werden. „Wir stellen alte Fischereigeräte aus, die wir teils aus dem privaten Museum von Herbert Brand und teilweise aus dem Würzburger Raum erhalten haben. Das sind beispielsweise Netze oder Reusen.“ Aus Würzburg wird in wenigen Tagen ein besonderes Ausstellungsstück erwartet. „Es ist uns gelungen, einen 8 Meter langen alten Fischernachen aus Holz für das Jubiläum zu bekommen. Diesen werden wir an Land ausstellen um zu zeigen, womit die Fischer früher auf dem Main unterwegs waren, wenn sie frühmorgens ihre Netze auswarfen.“

Von Greifvögeln fasziniert

In den Collenberger Straßen wird am Festwochenende auch ein Falkner mit seinen Tieren unterwegs sein. Werner Becker aus dem Amorbacher Stadtteil Boxbrunn betreibt die Falknerei schon seit über 50 Jahre als Hobby. „Ich war als junger Bub gerne im Wald unterwegs und fasziniert von den Tieren. Als ich den ersten verletzten Mäusebussard bekam und mühevoll wieder aufpäppelte, war es endgültig um mich geschehen. Seitdem widme ich meine gesamte Freizeit den Greifvögeln.“

Falken, Habichte und Waldkäuze

Heute ist Werner Becker mit seinen Tieren sehr viel unterwegs. „Kindergärten, Schulen, Pflegeheime, Kindergeburtstage, Ferienspiele – überall stelle ich die Tiere vor und erzähle von ihnen, denn es sind beeindruckende Tiere, über die man viel berichten kann.“ Viele Menschen wissen heute nicht mehr, wie bedeutsam die Falknerei in früheren Jahrhunderten war. „Schon vor 4000 Jahren gab es Greifvögel, die zur Jagd eingesetzt wurden. Vor rund 1600 Jahren kam die Falknerei nach Europa. Doch nur Könige, Fürsten und andere hochrangige Adlige konnten sich die Jagd mit Falken und anderen Greifvögeln leisten. Falken wurden in erster Linie dazu eingesetzt, um Flugwild wie Fasane oder Rebhühner zu erbeuten, die man auf andere Art und Weise nicht bekommen hätte. Mit Habichten wiederum konnte man Kaninchen jagen.“ Auch einen Stand wird Falkner Werner Becker beim Jubiläum in Collenberg haben. Dorthin begleiten ihn Waldkauz, Falke und Co.

Weitere Informationen zum Jubiläum finden Sie unter www.fechenbach800.de .

Autor:

Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg

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