"Rehkitzretter" waren auch 2017 wieder aktiv

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So. Die Suchaktion ist so gut wie beendet und wir waren wieder erfolgreich rund um Eichelsbach auf den Wiesen unterwegs. Bewaffnet mit einem langen Stock und Einige in Anglerhosen, als Vorsichtsmaßnahme gegen Zecken. So gingen wir auch in diesem Jahr wieder, von Mai bis Ende Juni, voll motiviert an die Arbeit, besser gesagt, auf die Suche nach jungen Rehkitzen, um diese vor dem Mähtod zu retten!

Während der jährlichen Mähzeit spielen sich auf den Wiesen Tragödien ab, bei denen tausende von jungen Kitzen "vermäht" werden oder schwer verletzt überleben. Durch schwere Schnittverletzungen, wie z.B. abgetrennte Beinchen, verenden viele von ihnen dann langsam und qualvoll. Klingt hart. Ist Realität. Dazu kommt noch, dass das dann verwesende Fleisch weiter in die Nahrungskette gelangt. Denn, es wird mit dem Heu aufgenommen, welches für Kühe und Pferde gedacht ist. Die könnten an dem bakterienverseuchten Futter sterben. Auch regional sind bereits einige Tiere nachweislich daran verendet.

Will ein Bauer seine Wiese mähen, ruft er im Vorfeld eine Person an. Den Helfern wird dann in der gegründeten WhatsApp-Gruppe mitgeteilt wo und wann Treffpunkt ist - wer kann ist da, es gibt keine Verpflichtung und kein Muss - und dann wird systematisch die Wiese ablaufen. Dies dauert in der Regel so zwischen 1-2 Stunden. In diesem Jahr haben wir um Eichelsbach 17 Kitze aus den Wiesen geholt! Und wenn man so ein kleines Wesen sieht geht das Herz auf. Man darf die Tiere aber nicht mit bloßen Händen anfassen. Dazu werden Gummihandschuhe angezogen (oder das Kitz mit viel Gras hochgenommen) und Bambi wird in eine ungemähte Nachbarwiese gesetzt.

In diesem Jahr wurden wir von einigen Asylbewerbern unterstützt, die ganz begeistert bei der Sache waren. Auch so kann Integration funktionieren.

Es gab sogar den Tierschutzpreis

Die Initiative "Action for Kitz"wurde von Doris Völker-Wamser aus Hausen ins Leben gerufen, die so ein Drama vor der eigenen Haustür erlebt hat und nicht tatenlos bleiben wollte. Inzwischen findet die Aktion schon bundesweit statt und selbst die Österreicher haben die Idee aufgegriffen! Gratulation! 2016 wurde Doris Völker-Wamser sogar mit dem Sonderpreis des Bayerischen Tierschutzpreises 2016 ausgezeichnet.

Vielleicht haben sie ja Zeit und Interesse im nächsten Jahr dabei zu sein. Auch dann werden wieder Listen in allen Gemeindeverwaltungen im Landkreis Miltenberg bereit liegen, in die sich freiwillige Helfer eintragen können. Oder Sie wären sogar bereit dies in Ihrer Gemeinde zu organisieren? Je mehr Helfer eine Wiese abgehen um so schneller geht es! Es macht echt Spaß und ist mindestens so gut wie ein Fitness-Studio: Laufband, Solarium, Sauna mit Peeling, Frischluft, Muskeltraining, Gewichtsreduzierung, Ausdauertraining und außerdem Lebensrettung - was will man mehr?

Infos bei den Gemeinden oder auf der Homepage Action for kitz

Autor:

Sylvia Kester aus Elsenfeld

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