Gedenktag 8. Mai
Literarischer Abend zum Thema Krieg am Julius-Echter-Gymnasium
- Foto: thum
- hochgeladen von Julius-Echter-Gymnasium
An das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai vor genau 80 Jahren wurde am Julius-Echter-Gymnasium auf besondere Weise erinnert. Am Abend versammelten sich Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Gäste im Hilde-Domin-Saal des Julius-Echter-Gymnasiums, um an einer besonderen Veranstaltung teilzunehmen. Unter dem Titel „Die Häuser standen abgebrochen gegen den Himmel“ – ein Zitat aus Wolfgang Borcherts Erzählung „Die drei dunklen Könige“ – fand ein literarischer Abend mit Texten zum Thema Krieg statt.
In ihrer Begrüßung bezog sich Schulleiterin Petra Hein auf die berühmte Rede des ehemaligen Bundespräsidenten Richard v. Weizsäcker, den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus zu verstehen. Anschließend lasen Alexander Thum, Bertram Söller, Anja Hirdina und Raimund Trosbach Texte von Hilde Domin, John von Düffel, Helga Schubert und Günter Grass; dem Publikum bot sich so ein facettenreicher Blick auf Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, mal heiter, mal schockierend, aber immer berührend. Besondere Aufmerksamkeit galt dem ehemaligen Schulleiter Manfred Geltinger, der als Zeitzeuge in einem bewegenden Gespräch mit Bertram Söller seine Erinnerungen an das Kriegsende 1945 teilte – eine seltene Gelegenheit, Geschichte aus erster Hand zu erfahren.
Zwei musikalische Beiträge, von Jona Brand einfühlsam gespielt, unterstrichen die Stimmung der Lesungen. Viel Applaus bekam Lea Bachmann für ihren Poetry-Slam-Text „Waffen schweigen – Worte nicht, in dem sie an die politische Verantwortung gemahnte, die mit dem Gedenktag einhergehe, denn „80 Jahre Frieden sind kein Besitz, keine Garantie, sie sind ein Versprechen“, so Bachmann.
Nach einer kurzen Pause ging das Programm mit Texten von Ernst Jandl, Erich Fried, Stig Dagerman und Moritz Seibert weiter, ausdrucksvoll vorgetragen von Susanne Ingenbleek, Jens Pollakowski und Susanne Pfefferer. Höhepunkt dieses zweiten Teils war sicherlich Harmut Beils Lesung einer Szene aus dem Nachkriegsdrama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert. Beils Vortragskunst ließ die Zuhörerschaft deutlich ergriffen zurück. Mit dem Text „Abschied von Amerika“ setzte Heinz Linduschka durch den schonungslosen Blick auf die von Trump gebeutelten USA den passenden Schlusspunkt unter einen literarischen Abend, der zeigte, wie gerade durch Literatur die Erinnerung lebendig erhalten werden kann.
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.