Elsenfeld zu Gast in Condé-en-Normandie
Freundschaft, Begegnungen und ein Stück Heimat in Frankreich
- Übergabe des Gastgeschenks
- hochgeladen von Antje Nickles
Vom 9. bis 12. September 2026 besuchte eine knapp 30-köpfige Delegation aus Elsenfeld die französische Partnerstadt Condé-en-Normandie. Mit dabei war auch eine Gruppe von Realschülerinnen und Realschülern, begleitet von ihrer Französischlehrerin Anna Ruppert.
Der viertägige Austausch stand ganz im Zeichen gelebter Freundschaft, herzlicher Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse – und zeigte einmal mehr, wie lebendig die seit Jahrzehnten bestehende Städtepartnerschaft ist.
Herzliches Wiedersehen in Condé
Nach der Abfahrt in Elsenfeld um 6 Uhr morgens erreichten die Gäste am Mittwochabend Condé, wo sie von ihren Gastfamilien herzlich empfangen wurden. Viele kennen sich bereits seit Jahren, sodass schnell das vertraute Gefühl eines Wiedersehens unter Freunden entstand. Doch wie immer waren auch einige neue Gesichter dabei – sowohl auf Seiten der Elsenfelder als auch bei den französischen Gastgebern.
Geschichte zum Anfassen in Falaise
Am Donnerstag führte ein Ausflug nach Falaise, in die Geburtsstadt Wilhelms des Eroberers, der 1066 zum König von England gekrönt wurde. Zunächst besichtigte die Gruppe die eindrucksvolle mittelalterliche Burganlage. Nach einem typisch französischen Picknick mit Baguette, Butter, Schinken, Käse und Obst erkundeten die Gäste am Nachmittag dann die mittelalterlichen Gassen der Stadt.
Mittelalterliche Spiele und normannische Spezialitäten
Auch der Freitag stand ganz im Zeichen des Mittelalters. Am Vormittag warteten mittelalterliche Spiele auf die Teilnehmenden, organisiert von der Bibliothek und Mitgliedern des Partnerschaftskomitees.
Das Mittagessen begann mit Hypocras, einem mittelalterlichen Gewürzwein. Danach wurden ein deftiger Eintopf und Teurgoule serviert - ein traditioneller normannischer Milchreis, der über mehrere Stunden im Ofen gebacken wird.
Am Nachmittag gab es weitere Spiele im Park Maurice Piard. Unter der Anleitung des Geschichtenerzählers GweltaZ sorgten mittelalterliche Geschichten und gemeinsame Aktionen für eine besondere Atmosphäre.
Offizieller Empfang im Rathaus
Um 18 Uhr fand im Rathaus der offizielle Empfang statt – mit Ansprachen der beiden Bürgermeister sowie der Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees, der Übergabe des Gastgeschenks und sowie einem gemeinsamen Umtrunk. Bürgermeister Kai Hohmann hob in seiner Rede die besondere Qualität der Verbindung zwischen Elsenfeld und Condé hervor: „Unsere Freundschaft lebt nicht von Verträgen oder Urkunden. Sie lebt von Begegnungen, von gemeinsamen Erlebnissen, vom Lachen – und natürlich auch von einem guten Glas Wein“. Die Partnerschaft sei längst mehr als ein Austausch zwischen zwei Kommunen: "Sie ist eine Verbindung zwischen Menschen. Und darauf dürfen wir stolz sein."
Als Gastgeschenk überreichte die Elsenfelder Delegation ein Werk eines heimischen Künstlers im Stil Hundertwassers. Das Bild vereint zahlreiche charakteristische Motive aus Elsenfeld: den Main und die Elsava, die Westfrankenbahn, die St.-Gertraud-Kirche, die Weinberge, das alte Feuerwehrhaus in Eichelsbach und das Kloster Himmelthal.
Gemeinsame Zeit in den Familien
Der Samstag stand den Gastfamilien zur freien Gestaltung offen. Viele nutzten den Tag für Ausflüge, gemeinsame Mahlzeiten oder Spaziergänge durch Condé und die Umgebung. Am Abend hieß es schließlich Abschied nehmen – nicht ohne ein wenig Wehmut. Denn wie Bürgermeister Hohmann sagte: „Wir nehmen ein Stück Condé mit nach Hause. Nicht als Bild, sondern als Erinnerung, als gemeinsames Erlebnis und als Gewissheit, dass diese Freundschaft lebt.“
Die nächste Begegnung ist bereits in Planung: Der Gegenbesuch aus Condé-en-Normandie in Elsenfeld soll voraussichtlich im Juli 2027 stattfinden.
Autor:Antje Nickles aus Elsenfeld |
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