Caritas Miltenberg
Großes Interesse beim Elternabend mit der Beratungsstelle Lichtblick in Sulzbach
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„Wie kann ich mein Kind vor sexuellem Missbrauch schützen und stärken?“ – Prävention von sexuellem Missbrauch im Fokus
Um diese sensible, aber lebenswichtige Frage zu beantworten, luden die vier Caritas-Kindergärten des Johanniszweigvereins e.V. Sulzbach kürzlich zu einem besonderen Informationsabend ein. Als Expertin konnte Inge Richter von der Caritas-Beratungsstelle „Lichtblick“ gewonnen werden, die den 80 erschienenen Eltern wertvolle Impulse und praxisnahe Tipps für den Erziehungsalltag gab.
Zunächst informierte die Beraterin die teilnehmenden Eltern über Fakten und Zahlen der sexualisierten Gewalt an Kindern in Deutschland, um anschließend Strategien von Tätern und Täterinnen darzulegen. Unwissenheit der Bezugspersonen begünstigt Missbrauch. Denn um Kinder wirksam schützen zu können, ist es wichtig zu wissen, was sexueller Missbrauch ist, wie Täter*innen vorgehen und welche Strategien sie nutzen.
Auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz gibt, können Eltern in der Erziehung einiges tun. „Prävention beginnt im Alltag mit kleinen Schritten von Geburt an“, betont Inge Richter von der Beratungsstelle Lichtblick. Wer einige Grundregeln in der Erziehung beachtet, kann sein Kind stärken und es dabei unterstützen, Gefahren und Risiken rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Während des Abends wurden zentrale Kernpunkte erarbeitet, die Eltern direkt umsetzen können. Die wichtigsten Säulen der Prävention:
• Von Anfang an eine sichere und vertrauensvolle Beziehung zu seinem Kind aufbauen. Erleben Kind tatsächlich sexuelle Übergriffe ist es wahrscheinlicher, dass sie sich ihren Eltern anvertrauen.
• Selbstbewusstsein fördern und Grenzen achten: Kinder sollten ermutigt werden, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Ein „Nein“ – auch gegenüber Erwachsenen oder Verwandten – muss akzeptiert werden, etwa wenn das Kind nicht geküsst oder geknuddelt werden möchte.
• Eine altersgemäße Aufklärung über den Körper und die Benennung auch der Geschlechtsteile sollten kein Tabu sein! Kinder, die über Körperlichkeit und über Begriffe von Geschlechtsteilen Bescheid wissen, kann es leichter fallen, über sexuelle Übergriffe, die sie erlebt oder beobachtet haben, zu sprechen.
• Gute und schlechte Geheimnisse: Inge Richter erklärte den wichtigen Unterschied. Während „gute“ Geheimnisse Vorfreude bereiten (wie ein Geburtstagsgeschenk), erzeugen „schlechte“ Geheimnisse Druck oder Angst. Eltern sollten ihren Kindern vermitteln: „Schlechte Geheimnisse darfst du immer weitererzählen.“
Die Leiterin einer der vier Kindergärten von Sulzbach, Frau Julia Weber bedankte sich abschließend stellvertretend für den engagierten Vortrag. Der Abend habe gezeigt, dass Prävention eine Gemeinschaftsaufgabe sei, die bereits im Kleinkindalter beginne.
Die Beratungsstelle „Lichtblick“ der Caritas im Miltenberger Familienzentrum in der Mainstraße 19a dient hierbei als wichtiger Ankerpunkt im Landkreis Miltenberg. Sie bietet nicht nur Informationsabende an, sondern steht betroffene Kindern und Jugendlichen im Alter bis 16 Jahren sowie Bezugspersonen beratend und begleitend zur Seite – anonym, kostenfrei und unter Schweigepflicht.
Die Beratungsstelle ist erreichbar unter E-Mail: lichtblick@caritas-mil.de, Telefon: 09371/9789-71
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